US-Zollpolitik, US-Kongresswahlen

US-Zollpolitik: BGA erwartet Fortbestand nach Midterms

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 11:57 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
BGA-PrÀsident Dirk Jandura erwartet trotz des Ergebnisses der US-Kongresswahlen keine schnelle Abkehr von Donald Trumps Zöllen. ArbeitgeberprÀsident Rainer Dulger fordert Deutschland und Europa zugleich zu mehr WettbewerbsfÀhigkeit auf.

Folgen fĂŒr Handel und Europa

  • Dirk Jandura erwartet zunĂ€chst keine Änderung der US-Zollpolitik nach den Kongresswahlen.
  • Donald Trump verfĂŒgt laut Jandura ĂŒber weitreichende eigene Befugnisse aus bestehenden Handelsgesetzen.
  • Rainer Dulger fordert BĂŒrokratieabbau, Investitionen und mehr WettbewerbsfĂ€higkeit in Deutschland und Europa.
Industrieanlagen (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

US-Kongresswahlen Àndern Trumps Zollkurs zunÀchst nicht

Der PrĂ€sident des Außenhandelsverbandes BGA, Dirk Jandura, rechnet nach den US-Kongresswahlen mit einem Fortbestand der Zollpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump. FĂŒr den Außenhandel Ă€ndere sich durch die Wahlergebnisse zunĂ€chst nichts, sagte Jandura der „Rheinischen Post“.

PrÀsident behÀlt weitreichende Befugnisse

Jandura verwies darauf, dass Trump auf Grundlage bestehender Handelsgesetze ĂŒber weitreichende eigene Befugnisse verfĂŒge. Die protektionistische Handelspolitik sei zudem kein alleiniges Projekt der MAGA-Bewegung, da auch viele Demokraten dem Freihandel skeptisch gegenĂŒberstĂŒnden.

Die Demokraten könnten ĂŒber den Kongress Untersuchungen einleiten, politischen Druck erhöhen und versuchen, die gesetzlichen Befugnisse des PrĂ€sidenten einzuschrĂ€nken. DafĂŒr wĂ€ren laut Jandura entsprechende Mehrheiten und gegebenenfalls die Überwindung eines prĂ€sidentiellen Vetos nötig.

BGA fordert europÀische Gegenstrategie

Jandura erwartet deshalb, dass der handelspolitische Kurswechsel der USA ĂŒber Trumps PrĂ€sidentschaft hinaus Bestand haben könnte. Deutschland und Europa mĂŒssten dringend an ihrer WettbewerbsfĂ€higkeit und an neuen Freihandelsabkommen mit anderen Regionen arbeiten.

Auch ArbeitgeberprĂ€sident Rainer Dulger warnte vor zu viel Euphorie ĂŒber das Wahlergebnis. Europas Probleme wĂŒrden nicht in Washington gelöst; Deutschland und Europa mĂŒssten BĂŒrokratie abbauen, Unternehmen entlasten, Investitionen erleichtern und ihre WettbewerbsfĂ€higkeit stĂ€rken.

Wirtschaftliche StÀrke als Voraussetzung

Dulger bezeichnete die Vereinigten Staaten als zentralen wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Partner. Eine Partnerschaft auf Augenhöhe setze jedoch voraus, dass beide Seiten ökonomisch stark seien.

Nach seiner EinschĂ€tzung bildet wirtschaftliche StĂ€rke die Grundlage dafĂŒr, dass Europa seine Interessen selbstbewusst vertreten und mehr Verantwortung fĂŒr die eigene Sicherheit ĂŒbernehmen kann.

Die EinschĂ€tzung des BGA-PrĂ€sidenten stellt die US-Kongresswahlen in einen handelspolitischen Zusammenhang: Ein verĂ€ndertes KrĂ€fteverhĂ€ltnis im Kongress kann den politischen Spielraum des PrĂ€sidenten erhöhen oder begrenzen, beendet aber nicht automatisch bestehende Zollmaßnahmen. FĂŒr Unternehmen zĂ€hlt deshalb vor allem, welche gesetzlichen Grundlagen, Ausnahmeregeln und administrativen Befugnisse Washington weiterhin nutzt.

US-Zölle bleiben ein eigenes Risiko

Zölle wirken unmittelbar auf Importpreise, Lieferketten und die Kalkulation exportorientierter Unternehmen. Sie treffen dabei nicht nur auslĂ€ndische Anbieter, sondern können auch die Kosten fĂŒr amerikanische Verbraucher und Unternehmen erhöhen. Genau auf diese doppelte Wirkung verweist Janduras Warnung vor negativen Folgen fĂŒr die US-Wirtschaft.

FĂŒr Deutschland und Europa verschĂ€rft die Unsicherheit den Druck, AbsatzmĂ€rkte und Lieferketten breiter aufzustellen. Neue Freihandelsabkommen können AbhĂ€ngigkeiten verringern, ersetzen aber nicht die Notwendigkeit, die heimische WettbewerbsfĂ€higkeit zu verbessern. Dazu gehören niedrigere bĂŒrokratische Belastungen, bessere Investitionsbedingungen und verlĂ€ssliche Handelsregeln.

Europas Handlungsspielraum

Die Forderungen von Jandura und Dulger zielen daher auf zwei Ebenen: kurzfristig mĂŒssen Unternehmen mit anhaltenden handelspolitischen Risiken rechnen, langfristig soll Europa wirtschaftlich unabhĂ€ngiger und politisch handlungsfĂ€higer werden. FĂŒr exportorientierte Firmen bleiben die Entwicklung der US-Zollpraxis, mögliche Gegenmaßnahmen und die Reaktion der FinanzmĂ€rkte zentrale Faktoren.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „US-Zwischenwahlen: Demokraten fĂŒgen Trump schwere Niederlage zu, Folgen fĂŒr Europa und MĂ€rkte“ (04.11.2026)

Der Beitrag ordnet den Wahlausgang mit Blick auf Europa und die MÀrkte ein. Er setzt einen Schwerpunkt auf die fortbestehende EigenstÀndigkeit der US-Zollpolitik und bestÀtigt damit den handelspolitischen Kern der dts-Meldung.

n-tv: „Kein Zickzackkurs mehr: Nach US-Midterm-Wahlen: Deutsche Wirtschaft hofft auf StabilitĂ€t“ (04.11.2026)

Der Artikel stellt die Hoffnung der deutschen Wirtschaft auf ein Ende der erratischen Zollpolitik heraus. Damit liegt der Schwerpunkt stÀrker auf StabilitÀtserwartungen, wÀhrend die dts-Meldung vor einem Fortbestand der Zollpolitik warnt.

Übereinstimmung besteht darin, dass die Wahl nicht automatisch eine schnelle handelspolitische Entlastung fĂŒr Europa bringt. Offen bleibt, ob der Kongress bestehende Befugnisse des PrĂ€sidenten kĂŒnftig wirksam begrenzen kann.

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