USA-Iran-GesprÀche, Donald Trump

USA und Iran treffen sich in New York zu GesprĂ€chen ĂŒber Kriegsende

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 23:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

US-amerikanische und iranische Vertreter haben sich am Rande der UN-Generaldebatte in New York erstmals seit Monaten wieder getroffen. Das GesprÀch dauerte nach Angaben von US-PrÀsident Donald Trump drei Stunden; konkrete Ergebnisse blieben zunÀchst offen.

  • Vertreter der USA und des Irans haben sich am Rande der UN-Generaldebatte in New York getroffen. - Bild: Michael Kappeler/dpa
    Vertreter der USA und des Irans haben sich am Rande der UN-Generaldebatte in New York getroffen. - Bild: Michael Kappeler/dpa
  • Kushner und Witkoff nahmen Berichten zufolge an dem GesprĂ€ch teil. (Archivbild) - Bild: Jacquelyn Martin/POOL AP/dpa
    Kushner und Witkoff nahmen Berichten zufolge an dem GesprÀch teil. (Archivbild) - Bild: Jacquelyn Martin/POOL AP/dpa
Vertreter der USA und des Irans haben sich am Rande der UN-Generaldebatte in New York getroffen. - Bild: Michael Kappeler/dpa Kushner und Witkoff nahmen Berichten zufolge an dem GesprÀch teil. (Archivbild) - Bild: Jacquelyn Martin/POOL AP/dpa

Vertreter der USA und des Irans haben sich am Dienstag am Rande der UN-Generaldebatte in New York getroffen.

DreistĂŒndiges GesprĂ€ch in New York

US-PrĂ€sident Donald Trump sagte vor Reportern, das GesprĂ€ch sei „sehr gut“ gelaufen und habe drei Stunden gedauert. Direkte GesprĂ€che zwischen amerikanischen und iranischen Vertretern hatte es zuletzt im Juni in der Schweiz gegeben.

Nach Trumps Angaben nahmen sein UnterhĂ€ndler Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner teil. Witkoff sagte nach dem Treffen, er fĂŒhle sich sehr gut. Zu den iranischen Teilnehmern und möglichen Ergebnissen machte Trump zunĂ€chst keine Angaben.

Iranischer Außenminister offenbar beteiligt

Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf iranische Beamte, Außenminister Abbas Araghtschi habe sich mit Witkoff und Kushner getroffen. Das GesprĂ€ch sei demnach von Pakistan und Katar vermittelt worden. Auch das Nachrichtenportal „Axios“ berichtete ĂŒber diese Teilnehmer.

Im Mittelpunkt habe ein Weg zu einem Abkommen gestanden. Trump stellte ein weiteres baldiges Treffen in Aussicht, nannte aber keine Einzelheiten. Spekulationen ĂŒber ein persönliches GesprĂ€ch mit Irans PrĂ€sident Massud Peseschkian bestĂ€tigte die US-Regierung zunĂ€chst nicht.

Teheran nennt Bedingungen fĂŒr Hormus-Öffnung

Iranische Staatsmedien bestĂ€tigten das GesprĂ€ch und erklĂ€rten, es habe auf Bitte Witkoffs stattgefunden. Iranische Vertreter, darunter Araghtschi, hĂ€tten dabei Bedingungen fĂŒr eine Öffnung der Straße von Hormus genannt.

Dazu zĂ€hlten nach Angaben des iranischen Staatssenders Irib die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade vor der iranischen KĂŒste, die Auszahlung eingefrorener iranischer Vermögenswerte und ein Ende des Krieges an allen Fronten. Der iranische Generalstab wies Trumps Drohungen als innenpolitische Propaganda zurĂŒck und erklĂ€rte, die StreitkrĂ€fte seien zu hĂ€rteren SchlĂ€gen bereit.

Krieg und Drohungen

Der Iran-Krieg dauert nach dpa-Angaben seit fast sieben Monaten. Eine im Juni geschlossene Rahmenvereinbarung hatte den Konflikt nicht beendet; als zentraler Streitpunkt gilt die Kontrolle ĂŒber die fĂŒr den internationalen Ölhandel wichtige Straße von Hormus.

Trump hatte Iran in seiner UN-Rede mit der „Vernichtung“ der Islamischen Republik und der „Hölle“ gedroht, falls das Land den Krieg wĂ€hle. Zugleich sagte er, der Konflikt werde voraussichtlich nach den US-Zwischenwahlen Anfang November enden, möglicherweise auch frĂŒher.

Ausweitung auf Golfstaaten und Jemen

Der Krieg hat auch Golfstaaten erfasst, in denen US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkte liegen. ZusĂ€tzlicher Druck entsteht durch die vom Iran unterstĂŒtzte Huthi-Miliz im Jemen, die vor gut einer Woche die WestkĂŒste des Landes eingenommen und damit Zugriff auf die Meerenge Bab al-Mandab am Eingang zum Roten Meer gewonnen haben soll.

Diplomatischer Kanal trotz scharfer Rhetorik

Das Treffen fÀllt in eine Phase, in der Washington und Teheran gleichzeitig militÀrischen Druck und GesprÀchsbereitschaft signalisieren. PrÀsident Donald Trump verteidigte den Krieg vor der UN-Generaldebatte und verlangte anhaltenden Druck auf Iran. Zugleich stellte er ein Abkommen nach den US-Zwischenwahlen Anfang November in Aussicht.

Der GesprĂ€chsort New York verleiht dem Kontakt besondere politische Bedeutung. Die UN-Generaldebatte bringt hochrangige Vertreter beider Staaten an einen Ort, an dem diskrete Vermittlung leichter möglich ist. Nach iranischer Darstellung geht es bei einer Öffnung der Straße von Hormus jedoch zunĂ€chst um konkrete Gegenleistungen: die Aufhebung der US-Seeblockade, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte und ein Ende des Krieges.

Straße von Hormus als wirtschaftlicher Hebel

Die Meerenge ist fĂŒr die Weltwirtschaft zentral. Vor dem Krieg lief dort rund ein FĂŒnftel der weltweiten Öl- und FlĂŒssiggasexporte entlang. Eine anhaltende Behinderung des Schiffsverkehrs kann deshalb Transportkosten, Energiepreise und Lieferketten weit ĂŒber die Region hinaus belasten.

FĂŒr die weitere Entwicklung kommt es nun darauf an, ob aus dem dreistĂŒndigen GesprĂ€ch belastbare Folgeverhandlungen entstehen. Offen sind insbesondere die Teilnehmer auf iranischer Seite, konkrete Ergebnisse und die Frage, ob militĂ€rische Drohungen und wirtschaftlicher Druck die GesprĂ€che fördern oder ihren Spielraum wieder einengen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „USA offen fĂŒr Treffen mit Iran bei der UNO, widersprĂŒchliche Berichte ĂŒber Friedensdeal“ (22.09.2026)

Der Bericht bestĂ€tige den diplomatischen Kontakt und setze den Schwerpunkt auf widersprĂŒchliche Signale aus Teheran zur möglichen Öffnung der Straße von Hormus. Er hebe hervor, dass der Seeweg vor dem Krieg fĂŒr rund ein FĂŒnftel der weltweiten Öl- und FlĂŒssiggasexporte wichtig gewesen sei, wĂ€hrend offenbleibe, ob aus den GesprĂ€chen ein belastbarer Friedensprozess entstehe.

Deutschlandfunk: „UNO-Vollversammlung Trump ruft zu wirtschaftlicher Isolation des Iran auf“ (22.09.2026)

Der Beitrag stelle Trumps UN-Rede und seine Forderung nach wirtschaftlicher Isolation Irans in den Mittelpunkt. Er bestĂ€tige, dass der US-PrĂ€sident ein Abkommen nach den Zwischenwahlen fĂŒr möglich halte, betone zugleich aber Bedingungen wie das Ende iranischer Angriffe auf die Handelsschifffahrt und den Verzicht auf nukleare Ambitionen.

Beide Berichte ordneten den Kontakt in eine Kombination aus Verhandlungen und Konfrontation ein. WĂ€hrend Euronews den Streit um Hormus und die widersprĂŒchlichen iranischen Botschaften hervorhebe, konzentriere sich Deutschlandfunk stĂ€rker auf Trumps politische Forderungen und den internationalen Rahmen der UN-Generaldebatte.

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