Venezuela: Machado kehrt nach zehn Monaten ins Land zurück
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 20:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWSMachados Rückkehr verändert die Oppositionslage
- Vente Venezuela teilte mit, dass María Corina Machado wieder venezolanischen Boden erreicht habe.
- Fotos zeigen die 59-Jährige in einer Kirche in Barquisimeto im Bundesstaat Lara.
- US-Außenminister Marco Rubio führte die Rückkehr auf unterstützte Verhandlungen zurück.
Machado kehrt nach zehn Monaten nach Venezuela zurück
Die venezolanische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado ist nach Angaben ihrer Partei rund zehn Monate nach ihrer heimlichen Ausreise nach Venezuela zurückgekehrt. US-Außenminister Marco Rubio erklärte, von den USA unterstützte Gespräche hätten die Voraussetzungen für ihre sichere Rückkehr geschaffen.
Opposition begrüßt die Ankunft
Machado teilte auf der Plattform X mit: „Ich bin hier. Bei euch.“ Der Oppositionspolitiker Edmundo González bezeichnete den Tag als „sehr wichtig“ und erklärte, mit Machado kehre die souveräne Stimme Venezuelas zurück.
Ihre Partei Vente Venezuela veröffentlichte Fotos und Videos aus einer Kirche in Barquisimeto im Bundesstaat Lara. Machado umarmte dort Menschen und betete mit ihnen, bevor sie sich nach übereinstimmenden Berichten mit dem Auto auf den Weg in die rund 370 Kilometer entfernte Hauptstadt Caracas machte.
Empfang auf dem Weg nach Caracas
Unterwegs begrüßten Menschen Machado bei geöffnetem Autofenster am Straßenrand. An einem Zwischenstopp sang sie mit Unterstützern die venezolanische Nationalhymne.
Rubio schrieb, die Gespräche hätten bereits zur Freilassung Hunderter politischer Gefangener und zur Rückkehr Hunderter Oppositioneller aus dem Exil geführt. Die Rückkehr Machados erfolgt wenige Wochen nach einem umstrittenen Öl-Deal der USA in Venezuela.
Politische Rückkehr in veränderter Lage
Seit der Gefangennahme des autoritären Machthabers Nicolás Maduro durch das US-Militär im Januar in Caracas wird Venezuela von der ehemaligen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez geführt. US-Präsident Donald Trump lobte die Zusammenarbeit mit Rodríguez wiederholt.
Machado hatte sich seit ihrer Ausreise im Dezember im Ausland aufgehalten, zuletzt in Panama. Sie betrachtet die Regierung unter Rodríguez als Fortsetzung eines „illegitimen Regimes“ und fordert gemeinsam mit anderen Oppositionellen baldige demokratische Wahlen. Trump hatte dies zunächst ausgeschlossen und erklärt, die Venezolaner seien dafür noch nicht bereit.
Oppositionelle lebte zuvor im Verborgenen
Machado lebte vor ihrer Ausreise mehr als ein Jahr weitgehend im Untergrund. Für ihren Einsatz für ein freies und demokratisches Venezuela erhielt sie den Friedensnobelpreis.
Zur Preisverleihung in Oslo traf sie erst Stunden später ein. Ihre Tochter nahm die Nobelmedaille und das Diplom stellvertretend entgegen. Medienberichten zufolge war Machado zuvor per Boot von Venezuela nach Curaçao und anschließend mit einem Privatflugzeug über die USA nach Norwegen gereist.
Machados Rückkehr fällt in eine Phase, in der Venezuela politisch zwischen Regierung, Opposition und den USA neu geordnet wird. Nach ihrer heimlichen Ausreise hatte sie aus dem Exil heraus weiterhin Einfluss auf die venezolanische Opposition genommen, war an den Gesprächen über die politische Zukunft des Landes jedoch nicht unmittelbar aus dem Inland beteiligt.
Ihre Ankunft verändert damit vor allem die politische Ausgangslage. Machado fordert gemeinsam mit anderen Oppositionellen demokratische Wahlen, während die Regierung von Delcy Rodríguez vor der Aufgabe steht, den Umgang mit ihrer prominentesten Gegnerin festzulegen. Für die Opposition kann die Rückkehr ein Signal der Mobilisierung sein, zugleich erhöht sie das Risiko neuer Spannungen in einem Land, das von Repression, Exil und umstrittenen Wahlen geprägt ist.
Rolle der USA und nächste Schritte
Washington nimmt bei der Entwicklung eine zentrale Rolle ein. Nach Darstellung von Außenminister Marco Rubio schufen von den USA unterstützte Gespräche die Voraussetzungen für Machados sichere Rückkehr; zugleich verbindet die US-Regierung den Prozess mit der Freilassung politischer Gefangener und der Rückkehr von Oppositionellen aus dem Exil. Für die weitere Entwicklung wird entscheidend sein, ob Machado frei politisch arbeiten kann und ob aus den Gesprächen konkrete Schritte zu Wahlen hervorgehen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Euronews: „María Corina Machado kehrt aus dem Exil nach Venezuela zurück“ (25.10.2026)
Euronews hebt die lange Reihe gescheiterter Rückkehrversuche und Machados politische Forderung nach einem Termin für Präsidentschaftswahlen hervor. Anders als die dpa-Meldung konzentriert sich der Beitrag stärker auf die Rolle Washingtons und das bisherige Schweigen der Regierung von Delcy Rodríguez.
tagesschau: „Oppositionsführerin Machado meldet Rückkehr nach Venezuela“ (25.10.2026)
Die tagesschau bestätigt Machados Rückkehr und ordnet sie in die Folgen der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2024, die Repression gegen Regierungsgegner und die Gespräche über Wahlen ein. Offen bleibt dem Beitrag zufolge, welche politische Rolle Machado nun im Land übernehmen kann; Euronews legt den Schwerpunkt stärker auf die Bedingungen ihrer Rückkehr.
Beide Beiträge stimmen beim Kernereignis überein. Unterschiede bestehen vor allem bei der Gewichtung der US-Rolle, der Vorgeschichte gescheiterter Rückkehrversuche und der Frage, wie viel Einfluss Machado künftig auf den politischen Prozess ausüben kann.
