Gericht, Venezuela

Gericht in Venezuela kassiert Ergebnis der Vorwahlen

31.10.2023 - 00:53:46

Venezuelas autoritĂ€rer PrĂ€sident Maduro geht hart gegen Regierungsgegner vor - Oppositionskandidatin Machado will gegen ihn antreten. Wird ihre Wahl wegen «UnregelmĂ€ĂŸigkeiten» annulliert?

Der Oberste Gerichtshof in Venezuela hat die Ergebnisse der Vorwahlen der Opposition fĂŒr die PrĂ€sidentenwahl kassiert. Dabei hatte sich jĂŒngst die ehemalige Abgeordnete MarĂ­a Corina Machado als PrĂ€sidentschaftskandidatin fĂŒr die Abstimmung im kommenden Jahr durchgesetzt. Das Gericht gab nun einer Wahlanfechtung wegen angeblicher «UnregelmĂ€ĂŸigkeiten» im internen Oppositionsverfahren statt, wie die Wahlkammer des Obersten Gerichtshofs (TSJ) gestern mitteilte.

Die Wahlkommission der Opposition habe drei Tage Zeit, «einen Bericht» vorzulegen, in dem «der Mechanismus fĂŒr die Aufbewahrung des Wahlmaterials und der dafĂŒr vorgesehene Ort» angegeben werden, teilte der TSJ mit. Es blieb zunĂ€chst unklar, ob die Anordnung des Gerichts die Wahl Machados annullieren wĂŒrde. Die Opposition Ă€ußerte sich nicht unmittelbar zu der Entscheidung.

Korruption, Armut, Gewalt: Land in der Krise

Die Staatsanwaltschaft hatte nach der Wahl Ermittlungen wegen Wahlbetrugs gegen die Opposition eingeleitet, weil die Regierungsgegner die Vorwahlen selbst durchgefĂŒhrt hatten, statt sie von der staatlichen Wahlbehörde organisieren zu lassen. Auch ob die Kandidatin bei der PrĂ€sidentenwahl tatsĂ€chlich antreten kann, ist offen. Wegen angeblicher UnregelmĂ€ĂŸigkeiten aus ihrer Zeit als Abgeordnete wurde ihr die AusĂŒbung öffentlicher Ämter fĂŒr 15 Jahre untersagt. Der autoritĂ€re PrĂ€sident NicolĂĄs Maduro geht hart gegen Regierungsgegner vor.

Venezuela steckt seit Jahren in einer schweren Krise. Wirtschaftlich leidet das einst reiche Land unter Missmanagement, Korruption und Sanktionen. Mehr als sieben Millionen Menschen haben Venezuela nach UN-Angaben in den vergangenen Jahren wegen Armut und Gewalt verlassen.

@ dpa.de