Biden, Lula

Biden und Lula fordern Veröffentlichung von Wahldaten

31.07.2024 - 02:32:57

Venezuelas autoritĂ€rer PrĂ€sident Maduro lĂ€sst sich zum Wahlsieger erklĂ€ren. Die Ergebnislisten hĂ€lt das Wahlamt zurĂŒck. Die Opposition und eine Reihe von LĂ€ndern zweifeln das offizielle Resultat an.

Nach der von BetrugsvorwĂŒrfen ĂŒberschatteten PrĂ€sidentenwahl in Venezuela pochen die Staatschefs der beiden bevölkerungsreichsten LĂ€nder des amerikanischen Doppelkontinents auf Transparenz. US-PrĂ€sident Joe Biden und das brasilianische Staatsoberhaupt Luiz InĂĄcio Lula da Silva seien sich einig, dass die venezolanische Wahlbehörde die detaillierten Ergebnislisten der einzelnen Wahllokale veröffentlichen mĂŒsse, teilte das Weiße Haus nach einem Telefonat der beiden PrĂ€sidenten mit. 

Nach der PrĂ€sidentenwahl am Sonntag hatte der Nationale Wahlrat den seit 2013 regierenden autoritĂ€ren Staatschef NicolĂĄs Maduro offiziell zum Sieger erklĂ€rt. Allerdings veröffentlichte das Wahlamt bislang nicht die aufgeschlĂŒsselten Resultate der Stimmbezirke. Die Opposition warf der Regierung WahlfĂ€lschung vor und beharrt darauf, dass ihr Kandidat Edmundo GonzĂĄlez Urrutia in allen Bundesstaaten die meisten Stimmen bekommen habe. Auch die USA, die EU, die Organisation Amerikanischer Staaten und eine Reihe lateinamerikanischer LĂ€nder bezweifeln das offizielle Wahlergebnis.

Die Opposition hat nach eigenen Angaben Zugang zu 75 Prozent der detaillierten Wahlergebnisse. Demnach kommt GonzĂĄlez auf 68 Prozent der Stimmen und Maduro auf 29 Prozent. OppositionsfĂŒhrerin MarĂ­a Corina Machado sagte bei einer Demonstration in der Hauptstadt Caracas, sie werde nicht ĂŒber das Ergebnis, sondern lediglich ĂŒber eine friedliche MachtĂŒbergabe mit der Regierung verhandeln. 

Angesichts der angespannten Lage bot die Regierung von Costa Rica sowohl Machado als auch GonzĂĄlez und weiteren in Venezuela politisch Verfolgten Asyl an. Die OppositionsfĂŒhrerin bedankte sich, will nach eigenen Worten vorerst allerdings in ihrer Heimat bleiben. «Es liegt in meiner Verantwortung, den Kampf an der Seite der Menschen fortzusetzen», schrieb sie auf X.

@ dpa.de