Ausland, Ausland

Vorsitzender der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz fordert deutliche Steigerung der Verteidigungsausgaben

31.01.2020 - 14:46:48 | ad-hoc-news.de

Verteidigungsexperte Wolfgang Ischinger von der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz sieht eine deutliche Erhöhung der Ausgaben fĂŒr EU und Nato als unausweichlich.

Bundeswehr-Panzer - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz und Diplomat, stellt angesichts der aktuellen weltpolitischen Situation die finanzpolitischen Zielsetzungen der Bundesregierung als ĂŒberholt an. Die Senkung der Neuverschuldung auf Null ist sicherlich ein erstrebenswertes Ziel, so Ischinger gegenĂŒber der „Welt“, aber unsere Sicherheit darf durch diese Vorgabe nicht gefĂ€hrdet werden. Bei den derzeitigen Problemen im transatlantischen VerhĂ€ltnis, mĂŒssen wir ein existenzielles Interesse daran haben, dass Europa auch sicherheitspolitisch handlungsfĂ€hig wird. Dazu bedarf es eines stĂ€rkeren Engagements der Bundesrepublik. Der Diplomat verwies auf die Bedeutung, welche die EU und die Nato fĂŒr die Entwicklung Deutschlands in der Nachkriegszeit gehabt haben. Dass wir in Europa von militĂ€rischen Auseinandersetzungen verschont geblieben sind, verdanken wir in erster Linie der Nato und dem europĂ€ischen Einigungsprozess. Angesichts der Herausforderungen der Gegenwart, bleibt uns nur eine mögliche Alternative zu einer politischen und wirtschaftlichen Destabilisierung Europas: Deutschland muss sich im europĂ€ischen Rahmen zu seiner globalen Verantwortung bekennen. Die Verpflichtung der Bundesrepublik im Rahmen der Nato ihre Verteidigungsausgaben auf 2 Prozent des Bruttoinlandprodukts zu steigern, könne hier ein wichtiges Signal sein. Allerdings kann dies nur ein erster Schritt sein. Die Bundesrepublik muss bereit sein, ihr Engagement fĂŒr die Sicherung der europĂ€ischen Außengrenzen durch eine europĂ€ische Grenzschutzorganisation, massiv zu steigern. Und dieses Engagement muss sich politisch, militĂ€risch und finanziell ausdrĂŒcken. Wenn wir eine Zukunft in Wohlstand und Frieden erreichen wollen, mĂŒssen wir bereit sein, in unsere Sicherheit zu investieren. Wohlstand und Frieden, sind nicht zum Nulltarif zu bekommen, so der Vorsitzende der Sicherheitskonferenz. Nach dem Brexit und dem Wegfall der britischen EU-Gelder, können wir unsere finanziellen BeitrĂ€ge nicht in Frage stellen. Die massive Aufstockung der Mittel fĂŒr EU und Nato sind existenziell, auch wenn durch diese Investitionen in eine Neuverschuldung unumgĂ€nglich wird. Das zentrale Thema der im Februar stattfindenden MĂŒnchner Sicherheitskonferenz, wird die globale Gefahrenlage sein. Zur Beschreibung dieser Bedrohung haben wir einen Begriff geprĂ€gt: „Westlessness“. Dieser Begriff beschreibt ein aktuelles PhĂ€nomen, dem wir uns aktiv stellen mĂŒssen. Auf der einen Seite gibt es Friktionen im westlichen BĂŒndnis. Provokant formuliert werden wir weniger westlich. Dies bedeutet das Schwinden einer gemeinsamen Wertebasis. Wenn wir nach Ungarn, Polen oder in die TĂŒrkei schauen, wird dies offensichtlich. Der Brexit trĂ€gt ebenso zu einer Destabilisierung bei, wie die Konflikte der USA mit ihren europĂ€ischen Partnern. Andererseits bröckelt die westliche Dominanz im globalen Maßstab. Der neu erwachte amerikanische Isolationismus trifft auf eine europĂ€ische HandlungsunfĂ€higkeit. In den globalen Krisenregionen entsteht ein gefĂ€hrliches Vakuum, in das Russland und RegionalmĂ€chte wie der Iran oder die TĂŒrkei drĂ€ngen. Dem mĂŒssen wir in Europa entgegensteuern, so der Verteidigungsexperte gegenĂŒber der „Welt“.

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