Nato-GeneralsekretÀr: «Wir sind Russlands nÀchstes Ziel»
11.12.2025 - 13:40:44Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte erwartet, dass es der russische PrĂ€sident Wladimir Putin nicht bei dem Krieg gegen die Ukraine belassen will. «Wir sind Russlands nĂ€chstes Ziel», sagte der NiederlĂ€nder in einer Rede in Berlin. FĂŒr die Nato gehe es nun darum, einen Krieg zu stoppen, bevor dieser beginne. «DafĂŒr mĂŒssen wir uns ĂŒber die Bedrohung völlig im Klaren sein», sagte er. Man sei bereits in Gefahr.
Konkret forderte der Nato-GeneralsekretĂ€r erneut mehr Engagement bei der Steigerung der Verteidigungsausgaben und der UnterstĂŒtzung der Ukraine. «Unsere StreitkrĂ€fte mĂŒssen bekommen, was sie brauchen, um uns zu schĂŒtzen. Und die Ukraine muss bekommen, was sie braucht, um sich zu verteidigen â jetzt», sagte er. Zu viele Alliierte spĂŒrten nicht die Dringlichkeit und glaubten, die Zeit arbeite fĂŒr einen. Das tue sie aber nicht, sagte er.
Rutte: Putin will Imperium bauen
Mit Blick auf die Gefahren durch Russland sagte Rutte, das Land sei diesem Jahr sogar noch dreister, rĂŒcksichtsloser und brutaler geworden. In diesem Jahr habe Russland mehr als 46.000 Drohnen und Raketen gegen die Ukraine abgefeuert. Zudem produziere das Land wahrscheinlich 2.900 Angriffsdrohnen pro Monat sowie eine Ă€hnliche Zahl an Attrappen, um Luftverteidigungssysteme abzulenken. Hinzu seien 2025 rund 2.000 landgestĂŒtzte Marschflugkörper und ballistische Raketen gekommen.
Enorme russische Verluste auf dem Schlachtfeld
Mit Blick auf die hohen russischen Verluste im Krieg gegen die Ukraine fragte Rutte: «Wenn er bereit ist, normale Russen in diesem MaĂe zu opfern â was ist er dann bereit, uns anzutun?» Seit Beginn des Krieges 2022 habe es schĂ€tzungsweise mehr als 1,1 Millionen russische Tote und Verwundete gegeben. In diesem Jahr seien es pro Tag durchschnittlich 1.200 Soldaten pro Tag gewesen.
Zu den laufenden US-BemĂŒhungen fĂŒr ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, sagte Rutte, PrĂ€sident Donald Trump sei der Einzige, der Putin an den Verhandlungstisch bringen könne. Also gelte nun, zu testen, ob Putin wirklich Frieden wolle oder ob er es vorziehe, dass das Schlachten weitergehe. DafĂŒr sei es entscheidend, dass man den Druck auf Russland aufrechterhalte.
Fall der Ukraine wĂ€re fĂŒr Europa dramatisch
Zugleich warnte Rutte vor einem Szenario, in dem Russland seinen Willen bekommt und die Ukraine unter russische Besatzung gerĂ€t. Putins StreitkrĂ€fte wĂŒrden dann an einer noch lĂ€ngeren Grenze mit der Nato stehen und das Risiko eines bewaffneten Angriffs wĂ€re noch gröĂer, sagte er. In diesem Fall mĂŒsste es gigantische VerĂ€nderungen bei der Abschreckung und Verteidigung geben und noch höhere Verteidigungsausgaben. «Es gĂ€be Notfallhaushalte, KĂŒrzungen bei öffentlichen Ausgaben, wirtschaftliche Störungen und zusĂ€tzlichen finanziellen Druck», sagte der Nato-GeneralsekretĂ€r. Deswegen dĂŒrfe man nicht vergessen, dass die Sicherheit der Ukraine die eigene Sicherheit sei.
«Ich habe die Pflicht als GeneralsekretĂ€r, Ihnen zu sagen, was uns bevorsteht, wenn wir nicht schneller handeln, in die Verteidigung investieren und unsere UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine fortsetzen», erklĂ€rte Rutte am Ende seiner Rede bei einer Veranstaltung der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz (MSC). Er wisse, dass dies kurz vor Weihnachten eine harte Botschaft sei. Man könne aber Mut und StĂ€rke daraus schöpfen, dass man mit der Nato auf der richtigen Seite der Geschichte sei und zusammenstehe.





