USA, KriminalitÀt

Amerikanischer «Unabomber»-AttentÀter stirbt mit 81 Jahren

11.06.2023 - 03:22:16

Vom Wunderkind zum Mathematik-Professor, dann zum Aussteiger und Serien-AttentÀter: Das Leben des Amerikaners Ted Kaczynski ist eine ungewöhnliche und bittere Geschichte. Nun ist er tot.

Der als «Unabomber» bekannte amerikanische AttentĂ€ter Ted Kaczynski ist im Alter von 81 Jahren in Haft gestorben. Das US-Bundesamt fĂŒr GefĂ€ngnisse teilte mit, Kaczynski sei in der Nacht zu Samstag bewusstlos in seiner Zelle aufgefunden worden. Mitarbeiter hĂ€tten lebensrettende Maßnahmen eingeleitet und ihn ein Krankenhaus bringen lassen. Dort sei er fĂŒr tot erklĂ€rt worden. Zur Todesursache machte die Behörde zunĂ€chst keine Angaben.

Der einstige Harvard-Absolvent und erklÀrte Technikfeind hatte zwischen 1978 und 1995 bei einer Serie von Paketbomben-AnschlÀgen drei Menschen getötet und 23 weitere verletzt. Laut einem psychiatrischen Gutachten litt er an paranoider Schizophrenie und mordete aus abgrundtiefem Hass gegen den technischen Fortschritt. Er suchte sich als Opfer hauptsÀchlich Mitarbeiter von UniversitÀten (Un) und Fluggesellschaften (Airlines - A) aus - daher die Bezeichnung «Unabomber».

Zuletzt war Kaczynski nach Behördenangaben in einer medizinischen Einheit einer Haftanstalt im Bundesstaat North Carolina untergebracht. Zuvor war er in einem HochsicherheitsgefÀngnis im Bundesstaat Colorado inhaftiert gewesen.

18 Jahre lang eine der meistgesuchten Personen in den USA

Kaczynski galt als hochbegabt und mathematisches Wunderkind. Bereits mit 16 Jahren begann er, an der Elite-UniversitĂ€t Harvard zu studieren. SpĂ€ter wurde er selbst Mathematik-Professor. Kaczynski brach seine akademische Karriere aber frĂŒh ab und zog sich 1971 in eine einsame HĂŒtte in den Bergen des Bundesstaates Montana zurĂŒck, wo er ohne fließendes Wasser und ElektrizitĂ€t wie ein Einsiedler lebte.

Seinen Hass auf den technologischen Fortschritt schrieb er in einem Manifest nieder, das er an zwei renommierte US-Zeitungen schickte. Darin meinte er, die von ihm verĂŒbten AnschlĂ€ge seien «extrem, aber notwendig». 18 Jahre lang gehörte er zu den meistgesuchten Personen in den USA. 1996 wurde er gefasst, nachdem sein Bruder sein Versteck in Montana verraten hatte. SpĂ€ter wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.

In einem Interview mit dem Magazin «Time» 1999 wĂ€hrend seiner Haft sagte Kaczynski, er wĂ€re lieber zum Tode als zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er warf seinem Bruder vor, ihn nach 18 Jahren im Untergrund der Polizei ausgeliefert zu haben. «Er weiß sehr gut, dass die Haft fĂŒr mich eine unaussprechliche Erniedrigung ist und dass ich ohne Zögern den Tod vorgezogen hĂ€tte.»

@ dpa.de

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