Donald Trump, Supreme Court

Supreme Court widerspricht kontroverser Theorie zu Wahlrecht

28.06.2023 - 06:27:48

Vor den PrĂ€sidentschaftswahlen im kommenden Jahr geht es nicht nur auf WahlkampfbĂŒhnen hoch her. Trump-AnhĂ€nger hofften auch auf eine höchstrichterliche Entscheidung. Doch der Plan ging nicht auf.

Das Oberste Gericht der USA hat mit einem Urteil eine auch von AnhĂ€ngern des frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Donald Trump vorangetriebene Theorie zum Wahlrecht zurĂŒckgewiesen. Dieser Auslegung der Verfassung zufolge können die Gesetzgeber in den Bundesstaaten ohne gerichtliche Kontrolle in Wahlrechtsfragen entscheiden.

Der Supreme Court lehnte diese Interpretation gestern ab. Die Verfassung macht keine Ausnahme von dem Grundprinzip, dass Gerichte gesetzgeberisches Handeln in Wahlrechtsfragen ĂŒberprĂŒfen dĂŒrfen, wie es zur BegrĂŒndung der Entscheidung des Gerichts hieß.

Die Klage vor dem Supreme Court kam aus dem US-Bundesstaat North Carolina. Dort waren die Demokraten erfolgreich gegen die von Republikanern veranlasste Neueinteilung der Wahlbezirke vor Gericht gezogen. Die Republikaner schalteten daraufhin das Oberste Gericht ein und argumentieren mit der «Independent State Legislature Theory».

Theorie sollte Wahlergebnis 2020 kippen

Die Theorie wird seit Jahren von einigen Aktivisten vorangetrieben und besagt, dass nur die Gesetzgeber in den Bundesstaaten die Befugnis haben, ĂŒber ihre Wahlgesetze oder die Zuschnitte von Wahlkreisen zu entscheiden. AnhĂ€nger von Ex-PrĂ€sident Donald Trump haben mit dieser Auslegung versucht, das Wahlergebnis der PrĂ€sidentenwahl 2020 zu kippen.

«Die Wahlklausel schĂŒtzt die Gesetzgeber der Bundesstaaten nicht vor der ĂŒblichen gerichtlichen Kontrolle durch die Bundesstaaten», schrieb der Vorsitzende Richter am Supreme Court, John Roberts, zu dem Urteil. Es kam mit der Mehrheit von sechs der neun mehrheitlich konservativen Richter am Supreme Court zustande.

HĂ€tten die Richterinnen und Richter die Theorie fĂŒr verfassungsmĂ€ĂŸig erklĂ€rt, hĂ€tte dies nach Ansicht von Fachleuten weitreichende Folgen fĂŒr die nĂ€chste PrĂ€sidentenwahl 2024 gehabt. So hĂ€tte etwa die politische Praxis der regierenden Partei, die Grenzen von Wahlbezirken zum eigenen Vorteil zu verĂ€ndern (Gerrymandering), ohne RĂŒcksicht auf verfassungsmĂ€ĂŸige EinschrĂ€nkungen und gerichtliche Kontrolle auf die Spitze getrieben werden können.

@ dpa.de