Polizeigewalt, Krawalle

Nach Unruhen: Frankreich ringt um politische Konsequenzen

04.07.2023 - 04:28:51

WÀhrend die Krawalle in Frankreich abebben, erwÀgen PrÀsident Macron und seine Regierung nötige politische Konsequenzen. Besonders betroffenen StÀdten soll geholfen werden - denn die SchÀden sind enorm.

  • SchĂ€den im französischen in Lyon nach den Krawallen infolge von Polizeigewalt. - Foto: Laurent Cipriani/AP

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  • SchĂ€den in Frankreichs Hauptstadt Paris nach den Krawallen infolge von Polizeigewalt. - Foto: Michel Euler/AP/dpa

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  • SchĂ€den im französischen in Aubervilliers nach den Krawallen infolge von Polizeigewalt. - Foto: Michel Euler/AP/dpa

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  • Ein Graffiti mit der Aufschrift «Gerechtigkeit fĂŒr Nahel» wurde auf ein Denkmal zum Gedenken an die Opfer des Holocaust gesprĂŒht. - Foto: Cara Anna/AP/dpa

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  • SchĂ€den im französischen in Lyon nach den Krawallen. - Foto: Laurent Cipriani/AP

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  • SchĂ€den im französischen in Aubervilliers nach den Krawallen. - Foto: Michel Euler/AP/dpa

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  • Auch in Paris kam es infolge der Krawalle zu SchĂ€den. - Foto: Michel Euler/AP/dpa

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SchĂ€den im französischen in Lyon nach den Krawallen infolge von Polizeigewalt. - Foto: Laurent Cipriani/APSchĂ€den in Frankreichs Hauptstadt Paris nach den Krawallen infolge von Polizeigewalt. - Foto: Michel Euler/AP/dpaSchĂ€den im französischen in Aubervilliers nach den Krawallen infolge von Polizeigewalt. - Foto: Michel Euler/AP/dpaEin Graffiti mit der Aufschrift «Gerechtigkeit fĂŒr Nahel» wurde auf ein Denkmal zum Gedenken an die Opfer des Holocaust gesprĂŒht. - Foto: Cara Anna/AP/dpaSchĂ€den im französischen in Lyon nach den Krawallen. - Foto: Laurent Cipriani/APSchĂ€den im französischen in Aubervilliers nach den Krawallen. - Foto: Michel Euler/AP/dpaAuch in Paris kam es infolge der Krawalle zu SchĂ€den. - Foto: Michel Euler/AP/dpa

Mit Abklingen der schweren Unruhen in Frankreich nach dem Tod eines Jugendlichen durch einen Polizeischuss rĂŒcken die politischen Konsequenzen in den Fokus. PrĂ€sident Emmanuel Macron empfĂ€ngt heute in Paris 200 bis 300 BĂŒrgermeister aus StĂ€dten und Gemeinden, in denen die Ausschreitungen besonders heftig waren. Neben moralischer UnterstĂŒtzung wolle der PrĂ€sident Hilfe bei der Reparatur beschĂ€digter RathĂ€user und anderer öffentlicher Einrichtungen anbieten, teilte die Regierung mit. Gestern Abend besuchte Macron mit Innenminister GĂ©rald Darmanin eine Polizeiwache in Paris, um den SicherheitskrĂ€ften den RĂŒcken zu stĂ€rken.

Premierministerin Élisabeth Borne hatte zuvor mit den Fraktionsvorsitzenden beider Parlamentskammern ĂŒber die Krise beraten. Am wichtigsten sei nun, die Ruhe im Land wiederherzustellen mit massiver PolizeiprĂ€senz und einem entschiedenen Vorgehen der Justiz, sagte Borne.

Rund 45.000 PolizeikrÀfte im Einsatz

Nach Regierungsangaben wurden in den vergangenen Tagen ĂŒber 3400 Menschen bei Ausschreitungen festgenommen. 684 Polizisten und Feuerwehrleute seien verletzt worden. Laut dem Sender BFMTV wurden erste Beteiligte bereits im Schnellverfahren verurteilt, unter anderem zu Haftstrafen mit elektronischer Fußfessel.

GrĂ¶ĂŸere Ausschreitungen blieben in der Nacht aus. In Nanterre bei Paris, wo der 17 Jahre alte Jugendliche am Dienstag vergangener Woche von einem Polizisten erschossen worden war, blieb es trotz einzelner SachbeschĂ€digungen ruhig, wie BFMTV berichtete. Im Großraum Paris kam es zu 17 Festnahmen. Erneut waren landesweit rund 45.000 PolizeikrĂ€fte im Einsatz, um fĂŒr Ruhe zu sorgen.

Arbeitgebervereinigung beziffert SchÀden

Der wirtschaftliche Schaden durch die anhaltenden Unruhen in Frankreich ist nach EinschĂ€tzung der Arbeitgebervereinigung Medef gewaltig. «Es ist noch zu frĂŒh, um eine genaue Zahl zu nennen, aber wir liegen bei ĂŒber einer Milliarde Euro, ohne die SchĂ€den fĂŒr den Tourismus zu berĂŒcksichtigen», sagte Medef-Chef Geoffroy Roux de BĂ©zieux der Zeitung «Le Parisien». Über 200 GeschĂ€fte seien vollstĂ€ndig geplĂŒndert, 300 Bankfilialen zerstört und 250 Kioske in Mitleidenschaft gezogen worden.

«Die Videos der Unruhen, die in der ganzen Welt kursierten, beschĂ€digen das Image Frankreichs», sagte der Arbeitgeber-Chef. «Es ist immer schwer zu sagen, ob die Auswirkungen dauerhaft sind, aber es wird sicherlich einen RĂŒckgang der Buchungen in diesem Sommer geben, obwohl die Saison vielversprechend war.» Einige Touristen hĂ€tten ihre Aufenthalte bereits storniert.

Tödliche Verkehrskontrolle

Seit dem Tod des 17-jĂ€hrigen Nahel durch eine Polizeikugel bei einer Verkehrskontrolle wurde Frankreich von schweren Krawallen erschĂŒttert. Vor allem nachts herrschten teils chaotische ZustĂ€nde auf den Straßen. Wiederholt kam es zu PlĂŒnderungen, BrandanschlĂ€gen und gewaltsamen Konfrontationen zwischen Polizisten und Randalierern.

Gegen den Beamten, der den Schuss auf den Jugendlichen abgab, wird wegen Totschlagverdachts ermittelt. Frankreich sei ein Rechtsstaat und auch die Polizei an Gesetze gebunden, betonte die Regierung. Die Polizei habe aber keine systemischen Probleme mit Rassismus oder leichtfertigem Einsatz von Schusswaffen. Gerade in den vergangenen Tagen habe sie vielmehr ProfessionalitĂ€t und Augenmaß bewiesen - trotz heftiger Ausschreitungen seien weder Randalierer noch Beamte zu Tode gekommen. Der Tod des Jugendlichen sei gleichwohl tragisch und bewege verstĂ€ndlicherweise die GemĂŒter. Auf Forderungen nach einer Polizeireform ging die Regierung bisher nicht ein.

@ dpa.de