Madagaskar, Frankreich

Medien: PrÀsident Madagaskars nach Protesten ausgeflogen

13.10.2025 - 13:46:14

WÀhrend Proteste und Unruhen in seinem Land andauern, wird PrÀsident Rajoelina von einer französischen MilitÀrmaschine ausgeflogen. In einer Rede am Abend appelliert er an sein Volk.

Nach wochenlangen Protesten auf dem Inselstaat Madagaskar hat Staatschef Andry Rajoelina das Land verlassen. Wie der PrĂ€sident am Montagabend in einer live ĂŒbertragenen Ansprache mitteilte, habe er sich an einen sicheren Ort begeben mĂŒssen, um sein Leben zu schĂŒtzen. 

Bereits am Sonntag wurde Rajoelina von einer französischen MilitĂ€rmaschine ausgeflogen, wie der französische Radiosender RFI berichtete. Demnach gab es eine entsprechende Vereinbarung mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron. Rajoelina hatte 2014 die französische StaatsbĂŒrgerschaft erhalten. Wo er sich befindet, ist nicht bekannt. 

Die Rede war mehrfach verschoben worden, nachdem laut Angaben der PrĂ€sidentschaft die Staatsmedien von bewaffneten KrĂ€ften eingenommen wurden. Zudem kam es zu technischen Problemen bei der Übertragung der Rede. Zu einem möglichen RĂŒcktritt Ă€ußerte Rajoelina sich nicht. Stattdessen appellierte er an die Bevölkerung seines Landes, die bestehende Ordnung zu achten. «Wenn wir das nicht tun, wird sich die Armut weiter verschlimmern», sagte der madagassische PrĂ€sident. SpĂ€ter erklĂ€rte er sich «offen fĂŒr einen Dialog, um einen Ausweg aus dieser Situation zu finden».

Soldaten ĂŒbergelaufen - PrĂ€sidentenbĂŒro spricht von Putschversuch

In dem Inselstaat im Indischen Ozean demonstrieren seit Ende September Zehntausende junge Menschen, die Rajoelinas RĂŒcktritt fordern. Auslöser der AufstĂ€nde waren Strom- und WasserausfĂ€lle, MissstĂ€nde im Bildungssystem sowie hohe Arbeitslosigkeit und weit verbreitete Armut. Nach friedlichen Protesten kam es auch zu Gewalt. Mindestens 22 Menschen wurden getötet.

Das PrĂ€sidentenbĂŒro hatte am Sonntag einen Putschversuch gegen Rajoelina angeprangert. Seine Vertreter hatten noch am Sonntagabend GerĂŒchte ĂŒber seine Ausreise dementiert und behauptet, dass Rajoelina sich im Bunker des PrĂ€sidentenpalasts aufhalte.

Kurz zuvor hatte eine aufstĂ€ndische Einheit der Armee erklĂ€rt, sie habe die Kontrolle ĂŒber die Land-, Luft- und SeestreitkrĂ€fte des Inselstaats vor der sĂŒdöstlichen KĂŒste Afrikas ĂŒbernommen. Zahlreiche Soldaten schlossen sich den Protesten an. Allerdings gibt es in Madagaskar auch eine Gendarmerie, die separat von Polizei und MilitĂ€r handelt.

@ dpa.de