Wahlkampf im Krisenstaat Venezuela beginnt
05.07.2024 - 03:44:11Gut drei Wochen vor der PrĂ€sidentenwahl in Venezuela ist in dem sĂŒdamerikanischen Krisenstaat der Wahlkampf angelaufen. «Das geeinte Volk kann niemals besiegt werden», sagte der autoritĂ€re Amtsinhaber NicolĂĄs Maduro beim Wahlkampfauftakt der sozialistischen Regierungspartei. Der aussichtsreichste Oppositionskandidat Edmundo GonzĂĄlez Urrutia sagte bei seiner Kundgebung: «Heute wird die Hoffnung wiedergeboren. Wir schreiten voran.»
Bei der Wahl am 28. Juli will sich Maduro eine dritte Amtszeit sichern. Beobachter rechnen allerdings nicht mit einer freien und fairen Wahl. Zuletzt wurden zahlreiche Oppositionelle festgenommen und regierungskritische Kandidaten nicht zur Wahl zugelassen. Neben dem Amtsinhaber bewerben sich neun weitere Kandidaten um das höchste Staatsamt. Als aussichtsreichster Bewerber neben Maduro gilt der frĂŒhere Diplomat GonzĂĄlez Urrutia vom OppositionsbĂŒndnis Plataforma Unitaria DemocrĂĄtica.Â
Zwar kann die sozialistische Regierungspartei immer noch auf einen harten Kern von AnhĂ€ngern zĂ€hlen, doch angesichts der katastrophalen wirtschaftlichen und humanitĂ€ren Lage wĂ€chst der Unmut in der Bevölkerung. Nach EinschĂ€tzung von Beobachtern und laut mehrerer Umfragen droht dem autoritĂ€ren Staatschef bei der Abstimmung tatsĂ€chlich die Abwahl nach elf Jahren an der Macht. Fraglich ist allerdings, ob er eine Niederlage hinnehmen wĂŒrde.Â
Venezuela steckt seit Jahren in einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Wirtschaft des einst wohlhabenden Landes mit reichen Erdölvorkommen leidet unter Missmanagement, Korruption und Sanktionen. Mehr als sieben Millionen Menschen haben Venezuela nach UN-Angaben in den vergangenen Jahren wegen Armut und Gewalt verlassen.





