Polen, Russland

Polen und RumÀnien in Alarmbereitschaft wegen Drohnen

13.09.2025 - 19:39:47

Wegen der Gefahr eines russischen Drohnenangriffs in der benachbarten Ukraine hat Polen Kampfjets aufsteigen lassen. Auch in RumÀnien sichtete die Armee erneut eine Drohne an der Grenze zur Ukraine.

  • Im Donau-Delta wurde erneut eine Drohne gesichtet. - Foto: Kathrin Lauer/dpa

    Kathrin Lauer/dpa

  • EinsatzkrĂ€fte der Territorialen Verteidigung rĂ€umen TrĂŒmmer vom zerstörten Dach eines Hauses auf, nachdem russische Drohnen den polnischen Luftraum verletzt haben. (Archivbild) - Foto: Czarek Sokolowski/AP/dpa

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Im Donau-Delta wurde erneut eine Drohne gesichtet. - Foto: Kathrin Lauer/dpaEinsatzkrĂ€fte der Territorialen Verteidigung rĂ€umen TrĂŒmmer vom zerstörten Dach eines Hauses auf, nachdem russische Drohnen den polnischen Luftraum verletzt haben. (Archivbild) - Foto: Czarek Sokolowski/AP/dpa

In Polen sind wegen der Gefahr eines russischen Drohnenangriffs auf benachbarte Regionen der Ukraine Kampfjets in die Luft gestiegen. Wie das FĂŒhrungskommando der polnischen Armee in Warschau mitteilte, seien zudem die bodengestĂŒtzten Luftabwehrsysteme am Nachmittag in höchste Bereitschaft versetzt worden. Solche Maßnahmen sind nicht ungewöhnlich, wegen des Vorfalls mit mutmaßlich russischen Drohnen auf polnischem Gebiet in der vergangenen Woche erhalten sie derzeit aber besondere Aufmerksamkeit. Auch in RumĂ€nien sichtete die Arme eine Drohne nahe der Grenze zur Ukraine und leitete AufklĂ€rungsmaßnahmen ein.

Der polnische Regierungschef Donald Tusk teilte bei X mit: «Aufgrund der Bedrohung durch russische Drohnen, die ĂŒber der Ukraine nahe der polnischen Grenze operieren, hat eine prĂ€ventive Operation der LuftstreitkrĂ€fte begonnen, sowohl der polnischen als auch verbĂŒndeter.» Der Flughafen in Lublin wurde nach Angaben der Agentur PAP wegen der militĂ€rischen AktivitĂ€t vorĂŒbergehend fĂŒr den zivilen Luftverkehr geschlossen. Nach rund zwei Stunden gab die polnische Armee bekannt, dass die Operation der LuftstreitkrĂ€fte und die erhöhte Alarmbereitschaft beendet seien. 

Warnung vor «Attacke aus der Luft»

Nach Angaben der Agentur PAP gaben die BĂŒrgermeister von Swidnik und von Chelm im Osten des Landes zuvor in den sozialen Medien bekannt, dass aufgrund der Bedrohung aus der Luft Warnsirenen eingesetzt worden seien. Sie forderten demnach die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. Ein Krisenzentrum der Regierung schickte zudem an alle Handys in fĂŒnf Bezirken im Grenzgebiet zur Ukraine SMS, die vor der «Gefahr einer Attacke aus der Luft» warnten.

Bei einem russischen Luftangriff auf die Ukraine in der Nacht auf Mittwoch war auch eine große Zahl an Drohnen in den Luftraum Polens und damit der Nato geflogen. Die polnische Luftwaffe und andere Nato-VerbĂŒndete schossen erstmals einige russische Drohnen ab. Seitdem erhĂ€lt Polen verstĂ€rkte UnterstĂŒtzung von Nato-VerbĂŒndeten. Dazu wurde die Operation «Eastern Sentry» - etwa: WĂ€chter des Ostens - in die Wege geleitet. Polen lĂ€sst seit langem bei jedem grĂ¶ĂŸeren Angriff auf den Westen der Ukraine Kampfjets aufsteigen. Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 gegen einen russischen Angriffskrieg.

RumÀnischer Katastrophenschutz alarmiert Bevölkerung

In der ostrumĂ€nischen Region Tulcea am Donaudelta nahe der ukrainischen Grenze sichtete RumĂ€niens Armee ebenfalls am Samstag eine Drohne. Zwei F-16-Kampfjets von der Luftwaffenbasis Fetesti stiegen zu einer Beobachtungsmission auf. Die Nato alarmierte nach Informationen der dpa in RumĂ€nien zudem zwei deutsche Eurofighter, die dort den Luftraum schĂŒtzen sollen. Mit dem Alarmstart sei auf russische Angriffe in Grenzgebiet der Ukraine zu RumĂ€nien reagiert worden.

Die Drohne habe keine bewohnten Gebiete auf rumĂ€nischem Territorium ĂŒberflogen und keine Gefahr dargestellt, berichtete das Verteidigungsministerium in Bukarest. Die Region ist dĂŒnn besiedelt. Dennoch hatte der Katastrophenschutz die Bevölkerung vor der Gefahr möglicherweise herabfallender «GegenstĂ€nde» aus der Luft gewarnt. 

Die rumĂ€nischen Kampfjets hĂ€tten die Drohne etwa 20 Kilometer weit bis zum rumĂ€nischen Donau-Ort Chilia Veche verfolgt, danach sei das Objekt vom Radar verschwunden. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine waren im Donaudelta mehrmals TrĂŒmmer russischer Drohnen auf rumĂ€nisches Territorium gefallen, meistens nach russischen Angriffen auf die dort in Sichtweite befindlichen HĂ€fen am ukrainischen Donau-Ufer. Jedes Mal hatten RumĂ€niens Behörden sowie die Nato erklĂ€rt, dass es sich um von Russland unbeabsichtigte VorfĂ€lle gehandelt habe.

@ dpa.de