Kanal-Streit, Trump

Nach Kanal-Streit: Trump nominiert US-Botschafter fĂŒr Panama

25.12.2024 - 23:21:34

Weihnachtspost à la Trump: Bei Truth Social meldet sich der Republikaner mit einer neuen Personalie zu Wort - und mit nicht ganz so neuen Botschaften in Richtung Kanada und Grönland.

Zum amerikanischen Weihnachtsfest hat der designierte US-PrĂ€sident Donald Trump die Nominierung fĂŒr den Botschafterposten in Panama bekanntgegeben - wenige Tage, nachdem er Forderungen mit Blick auf den Panama-Kanal gestellt hatte. Er ernannte Kevin Marino Cabrera, einen Kommunalpolitiker aus Miami Dade County im Bundesstaat Florida, wo sich auch einer von Trumps Golfklubs befindet. 

Cabrera sei ein «leidenschaftlicher KĂ€mpfer fĂŒr die Prinzipien von America First», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, und: «Nur wenige kennen die lateinamerikanische Politik so gut wie Kevin.» Die Personalie muss vom US-Senat bestĂ€tigt werden.

Streit ĂŒber Panama-Kanal

Am Wochenende hatte Trump gedroht, die Kontrolle ĂŒber den Panama-Kanal zurĂŒckzufordern, sollten die USA bei den DurchfahrtgebĂŒhren nicht bevorzugt behandelt werden. Auch jetzt wiederholte er die Anschuldigung, dort «abgezockt» zu werden, und kritisierte den Einfluss Chinas in der Region. Panamas PrĂ€sident JosĂ© RaĂșl Mulino hat Trumps VorwĂŒrfe entschieden zurĂŒckgewiesen und erklĂ€rt, dass die GebĂŒhren in einem transparenten Prozess festgelegt wĂŒrden.

Der Panama-Kanal verbindet den Atlantik mit dem Pazifik und zĂ€hlt zu den wichtigsten Handelsrouten der Welt. Die USA hatten das Großprojekt zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut und jahrzehntelang kontrolliert, bevor die Verwaltung schrittweise an Panama ĂŒbergeben wurde. Die heutigen GebĂŒhren fĂŒr die Kanalpassage gelten als marktĂŒblich. Es gibt keine Regelungen, die den USA allein aufgrund ihrer historischen Rolle als Bauherr Sonderrechte einrĂ€umen wĂŒrden.

Auch Kanada und Grönland wieder im Fokus

Trump nutzte den Weihnachtstag auch, um auf Truth Social bekannte Positionen zu wiederholen – wie ĂŒblich teils in Großbuchstaben.

Mit Blick auf Kanada erklÀrte er, das Land könne als «51. Bundesstaat» der USA von niedrigeren Steuern und umfassendem militÀrischem Schutz profitieren. Kanadas Premierminister Justin Trudeau bezeichnete er erneut spöttisch als «Gouverneur». Im November hatte der kanadische Regierungschef Trumps Anwesen Mar-a-Lago besucht, um in persönlichen GesprÀchen die Wogen zu glÀtten, nachdem der Republikaner mit hohen Einfuhrzöllen auf kanadische Waren gedroht hatte.

Grönland bezeichnete Trump erneut als geopolitisch unverzichtbar fĂŒr die USA und erklĂ€rte, die Inselbevölkerung wĂŒnsche sich eine stĂ€rkere PrĂ€senz der Vereinigten Staaten. Bereits in seiner ersten Amtszeit hatte er vorgeschlagen, die zu DĂ€nemark gehörende Insel zu kaufen und den USA einzuverleiben.

Zwei grönlĂ€ndische Abgeordnete aufgeschlossen fĂŒr Kooperation

Sowohl die grönlĂ€ndische als auch die dĂ€nische Regierung haben Trumps Forderungen entschieden zurĂŒckgewiesen. Dennoch zeigten sich zwei grönlĂ€ndische Abgeordnete im dĂ€nischen Parlament zuletzt offen fĂŒr eine stĂ€rkere Zusammenarbeit mit den USA. 

Das riesige Grönland mit seinen rund 56.000 Einwohnern ist weitgehend autonom. Durch seine Lage in der Arktis, die NĂ€he zu Russland, wegen dort vermuteter BodenschĂ€tze sowie eines wichtigen US-MilitĂ€rstĂŒtzpunktes ist die Insel nicht nur fĂŒr die USA strategisch bedeutsam. Grönland ist flĂ€chenmĂ€ĂŸig etwa sechsmal so groß wie Deutschland.

@ dpa.de