Australiens Premier setzt sich in USA fĂŒr Julian Assange ein
27.10.2023 - 06:32:19Der australische Premierminister Anthony Albanese hat sich bei seinem Staatsbesuch in den USA erneut fĂŒr eine Freilassung des in GroĂbritannien inhaftierten Wikileaks-GrĂŒnders Julian Assange eingesetzt. Er habe US-PrĂ€sident Joe Biden bei informellen GesprĂ€chen in dieser Woche direkt auf seine Besorgnis um den 52-jĂ€hrigen Australier angesprochen, der seit viereinhalb Jahren in einem Londoner GefĂ€ngnis sitzt. Das bestĂ€tigte der Regierungschef der Zeitung «Sydney Morning Herald».
«Genug ist genug, das habe ich deutlich gemacht, und dass es an der Zeit ist, die Sache zu einem Abschluss zu bringen», zitierte das Blatt Albanese. Zum direkten Inhalt der GesprĂ€che und der Reaktion Bidens wollte er sich nicht Ă€uĂern.
Britische Regierung stimmt Auslieferung zu
Assange sitzt seit April 2019 in einem britischen GefÀngnis. Davor hatte er sieben Jahre in der Botschaft Ecuadors in London festgesessen, um einer Festnahme und Auslieferung an die USA zu entgehen. Die Vereinigten Staaten werfen Assange vor, zusammen mit der US-Whistleblowerin Chelsea Manning geheimes Material von MilitÀreinsÀtzen im Irak und in Afghanistan gestohlen, veröffentlicht und damit das Leben von Informanten in Gefahr gebracht zu haben. Bei einer Auslieferung drohen ihm bis zu 175 Jahre Haft.
UnterstĂŒtzer sehen in Assange dagegen einen mutigen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht brachte. Die Regierung in London hat der Auslieferung zugestimmt. Das juristische Tauziehen ist aber noch nicht beendet. Albanese hat sich seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr immer wieder fĂŒr Assanges Freilassung eingesetzt.
Assanges Bruder Gabriel Shipton sagte, nach einem kĂŒrzlichen Besuch im GefĂ€ngnis sei er «voller Sorge» um ihn. «Er kĂ€mpft immer noch, er hĂ€lt durch, trotz allem, was er durchgemacht hat und trotz des Gegners, mit dem er es zu tun hat», erklĂ€rte Shipton. «Aber er ist nicht mehr derselbe Mann wie vor einem Jahr.» Die Haft habe ihren Tribut gefordert.


