Handelskrieg, Trump

Handelskrieg unter Trump könnte Deutschland viele Milliarden kosten

24.10.2024 - 09:43:04

Wenn Donald Trump ein zweites Mal US-PrĂ€sident werden sollte, hĂ€tte das nach EinschĂ€tzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) gravierende Folgen fĂŒr die EU und fĂŒr Deutschland.

Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des IW könnte ĂŒber die vierjĂ€hrige Amtszeit gerechnet ein Verlust von bis zu 180 Milliarden Euro fĂŒr die deutsche Wirtschaft folgen. Sollte Trump fĂŒr eine zweite Amtszeit zurĂŒck ins Weiße Haus gewĂ€hlt werden, hat er bereits angedroht, die Zölle fĂŒr US-Einfuhren auf zehn oder sogar 20 Prozent zu erhöhen. Deutsche Unternehmen, insbesondere die exportstarken Auto- und Maschinenbauer, wĂŒrde das schwer treffen.

Die USA waren im ersten Halbjahr 2024 Deutschlands wichtigster Handelspartner. Als Reaktion auf die Androhung hat die EU im Sommer eine Gegenstrategie entworfen: Erhöht Trump die Importzölle auf zehn Prozent, kontert die EU mit gleichwertigen Zollerhöhungen. Wie sich das auf die deutsche Wirtschaft auswirken wĂŒrden, hat das IW in einer Simulation berechnet: So wĂŒrde Deutschland ĂŒber eine weitere vierjĂ€hrige Amtszeit Trumps ein BIP-Verlust von mehr als 127 Milliarden Euro (in konstanten Preisen des Jahres 2020) drohen. Erhöhen beide Seiten den Importzoll aufgrund eines Handelskrieges gar auf 20 Prozent, wĂŒrde das die deutsche Wirtschaft 180 Milliarden Euro kosten. Somit wĂŒrde das deutsche BIP am Ende der Amtszeit des Republikaners 1,5 Prozent niedriger ausfallen. "Ein transatlantischer Handelskrieg ist negativ fĂŒr beide Seiten", sagte Studienautor Thomas Obst. "Insbesondere fĂŒr die deutsche Exportindustrie, die ohnehin in einer Krise steckt." Trotzdem sei die Gegenstrategie der EU, auf Zollerhöhungen mit Zollerhöhungen zu reagieren, richtig. "Bestenfalls reicht die angedrohte Vergeltung der EU aus, um Trump in seine Schranken zu weisen", sagte IW-Ökonomin Samina Sultan. "Zudem muss beiden Partnern klar sein, dass eine Partnerschaft auf Augenhöhe die Position beider gegenĂŒber China stĂ€rkt." DarĂŒber hinaus sollte die EU Freihandelsabkommen, etwa mit SĂŒdamerika oder im indopazifischen Raum aushandeln, um zu diversifizieren.

@ dts-nachrichtenagentur.de