Rekord von Binnenvertriebenen weltweit - USA an der Spitze
13.05.2025 - 00:01:38Neue bewaffnete Konflikte und Naturkatastrophen haben 2024 fĂŒr einen Rekord bei den Binnenvertriebenen gefĂŒhrt â also Menschen, die im eigenen Land anderswo Zuflucht suchen mussten. Die Zahl der Vertreibungen durch Naturkatastrophen war nirgends so hoch wie in den USA, berichtet die Beobachtungsstelle fĂŒr Binnenvertriebene (IDMC) in Genf. Auslöser waren unter anderem die Hurrikane «Helene» und «Milton».Â
In den USA gab es im Jahr 2024 elf Millionen Vertreibungen. Das waren innerhalb eines Jahres so viele wie in keinem Land seit Beginn der Aufzeichnungen 2008. Hintergrund: Unter «Vertreibungen» werden auch Evakuierungen vor Unwettern gezÀhlt.
Weltweit lag die Zahl der Binnenvertriebenen Ende des Jahres bei 83,4 Millionen, wie die Beobachtungsstelle berichtet. Das ist mehr als doppelt so viel wie sechs Jahre zuvor und fast zehn Prozent mehr als 2023.Â
Fast 90 Prozent der Menschen flohen vor Gewalt und KÀmpfen. Die Beobachtungsstelle nennt als Hotspots etwa die Demokratische Republik Kongo, die besetzten palÀstinensischen Gebiete und den Sudan.
Die Zahl der Vertreibungen umfasst auch Menschen, die mehrmals ihren Wohnort verlassen mussten und liegt daher höher als die Zahl der Vertriebenen.
Viele Menschen mĂŒssen mehrfach fliehen, weil sie an ihrem ersten Zufluchtsort nicht sicher sind oder weil sie durch eine weitere Katastrophe erneut vertrieben werden. Deshalb werden sowohl Vertreibungen innerhalb eines Jahres als auch die Zahl der Vertriebenen zum Ende des Jahres gezĂ€hlt. Manche Vertriebene konnten seit Jahren nicht in die Heimat zurĂŒck.Â
Als Beispiel: 2024 zĂ€hlte die Beobachtungsstelle 3,2 Millionen Vertreibungen in den von Israel besetzten palĂ€stinensischen Gebieten. Am Stichtag Ende 2024 waren es aber 2,03 Millionen Vertriebene, darunter praktisch die gesamte Bevölkerung des Gazastreifens. FĂŒr die USA waren es elf Millionen Vertreibungen, aber Ende des Jahres gab es nur noch 22.000 Vertriebene.Â
Insgesamt zĂ€hlte die Beobachtungsstelle fĂŒr das vergangene Jahr 65,8 Millionen neue Vertreibungen. Gut zwei Drittel davon waren auf Naturkatastrophen zurĂŒckzufĂŒhren - auch eine Rekordzahl.Â
Gesamtzahl der Vertriebenen noch höherÂ
Die Beobachtungsstelle konzentriert sich auf Menschen, die im eigenen Land geblieben sind, also Binnenvertriebene. Insgesamt mĂŒssen durch Kriege, Konflikte oder Katastrophen deutlich mehr Menschen ihre Heimat verlassen. Viele fliehen ĂŒber die Grenzen in andere LĂ€nder und werden fĂŒr diese Statistik nicht gezĂ€hlt. Mitte 2024 sprach das UN-FlĂŒchtlingshilfswerk (UNHCR) bereits von 122,6 Millionen Vertriebenen weltweit - in ihren Heimat- und anderen LĂ€ndern.





