Nawalnys Verteidiger stehen in Russland vor Gericht
12.09.2024 - 13:50:44Die russische Justiz hat einen Strafprozess gegen drei Verteidiger des in Haft gestorbenen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny begonnen. In dem Verfahren in der Kleinstadt Petuschki, etwa 120 Kilometer östlich von Moskau, wird ihnen die Zugehörigkeit zu einer extremistischen Vereinigung zur Last gelegt - gemeint ist der von Nawalny gegrĂŒndete Fonds zur BekĂ€mpfung der Korruption (FBK). Prozessbeobachtern zufolge schloss die Vorsitzende Richterin nach kurzer Zeit die Ăffentlichkeit von der Verhandlung gegen Wadim Kobsew, Alexej Lipzer und Igor Sergunin aus. Als Grund nannte sie eine Warnung der Polizei vor angeblichen Provokationen durch Nawalny-AnhĂ€nger.
Den drei AnwĂ€lten drohen nach russischem Strafrecht zwei bis sechs Jahre Haft sowie mehrjĂ€hrige Berufsverbote. Die Verteidiger waren im Oktober 2023 festgenommen worden, als noch Prozesse gegen ihren bereits inhaftierten Mandanten Nawalny liefen. Mit diesem Schritt wolle die russische Justiz den Kreml-Kritiker vollstĂ€ndig isolieren, vermutete damals FBK-Direktor Iwan Schdanow. Nawalny hatte auch aus der Haft heraus mit der Ăffentlichkeit kommuniziert. Er starb im Februar 2024 unter ungeklĂ€rten UmstĂ€nden in einem russischen Straflager am Polarkreis.Â
BĂŒrgerrechtler warnen, dass die Verfolgung der AnwĂ€lte von Oppositionellen und Andersdenkenden den Rechtsstaat in Russland weiter untergrĂ€bt.Â
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