Transmenschen im US-MilitÀr - Trump ruft Oberstes Gericht an
24.04.2025 - 18:56:27US-PrĂ€sident Donald Trump hat sich an das Oberste Gericht gewandt, um den Ausschluss von Transmenschen aus dem MilitĂ€r durchzusetzen. Eine untere Instanz hatte zuvor geurteilt, dass der Ausschluss von Transmenschen gegen das Verfassungsgebot - dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich behandelt werden mĂŒssen - verstoĂe. Trumps Regierung schrieb nun in ihrem Antrag an den Supreme Court, dass diese einstweilige VerfĂŒgung die AutoritĂ€t der Exekutive an sich reiĂe. Sie forderte das Oberste Gericht auf, die sofortige Durchsetzung der Anordnung zu gestatten.Â
Das US-Verteidigungsministerium hatte vor einigen Wochen auf Trumps Geheià angeordnet, dass Transmenschen weitgehend vom MilitÀrdienst ausgeschlossen werden sollen - auch aktive Soldatinnen und Soldaten. Das Pentagon wies an, dass Verantwortliche der einzelnen Zweige der StreitkrÀfte binnen 30 Tagen alle Personen mit einer Diagnose oder Vorgeschichte von «Geschlechtsdysphorie» identifizieren sollen. Diese Menschen sollten dann vom MilitÀr ausgeschlossen und ehrenhaft entlassen werden - es sei denn, «ihre Akte rechtfertigt» den Verbleib.
Trump hat schon im Wahlkampf gegen Transgender gewettert
«Es ist unbestritten, dass Geschlechtsdysphorie ein medizinischer Zustand ist, der mit klinisch bedeutsamem Leid oder BeeintrĂ€chtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen einhergeht», schrieb die Trump-Regierung in ihrem Antrag an den Supreme Court. Trump setzte sich bereits in seiner ersten Amtszeit fĂŒr den Ausschluss von Transmenschen aus dem MilitĂ€r ein und hat im Wahlkampf angekĂŒndigt, den «Transgender-Irrsinn» stoppen zu wollen. Der Republikaner hat nach seinem Amtsantritt zahlreiche diskriminierende MaĂnahmen gegen Transmenschen erlassen.
Transmenschen identifizieren sich nicht mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft trans- und geschlechtsdiverse IdentitĂ€ten seit 2019 nicht mehr als psychische Erkrankung ein, um ein modernes VerstĂ€ndnis von GeschlechteridentitĂ€t widerzuspiegeln. Eine frĂŒhere Richtlinie des Pentagon untersagte die Diskriminierung aufgrund von GeschlechteridentitĂ€t.
Die Richterinnen und Richter des Obersten Gerichts hatten zuletzt immer wieder Stellung zu Trumps Politik bezogen - in der Regel ging es dabei aber eher um technische Fragen. Dabei entschieden sie sowohl im Sinne des Republikaners - als auch gegen ihn. In seiner ersten Amtszeit hatte Trump die Mehrheit am Supreme Court mit mehreren Nachbesetzungen weit nach rechts verschoben.


