Ukraine-Nachbarland Slowakei wÀhlt neuen PrÀsidenten
23.03.2024 - 09:49:59In der direkt an die Ukraine grenzenden Slowakei hat die PrĂ€sidentschaftswahl begonnen. Rund 4,4 Millionen Wahlberechtigte sollen unter neun ausschlieĂlich mĂ€nnlichen Kandidaten einen Nachfolger fĂŒr PrĂ€sidentin Zuzana Caputova wĂ€hlen.
Die noch immer populĂ€re liberale Politikerin hat auf die Kandidatur fĂŒr eine zweite fĂŒnfjĂ€hrige Amtszeit verzichtet. Bis zu Mittag wurden keine gröĂeren Störungen des Wahlverlaufs gemeldet. Politiker aller Lager riefen die BĂŒrger zu einer regen Teilnahme am Urnengang auf. Wahlwerbung ist am Wahltag und den beiden Tagen davor nicht erlaubt.
Favoriten sind der zum Regierungslager gehörende sozialdemokratische ParlamentsprĂ€sident Peter Pellegrini und der von der liberalen Opposition unterstĂŒtzte Ex-AuĂenminister und Diplomat Ivan Korcok. Korcok verspricht ein Gegengewicht zur linksnationalistischen Regierung unter MinisterprĂ€sident Robert Fico zu sein und tritt fĂŒr eine entschlossene militĂ€rische UnterstĂŒtzung der Ukraine ein. Pellegrini wirbt fĂŒr ein Ăberwinden der tiefen innenpolitischen Spaltung und mahnt bei Waffenlieferungen zur Vorsicht.
Die Wahllokale sind von 7 bis 22 Uhr geöffnet. Nachwahlbefragungen sind nicht vorgesehen, in der Nacht zum Sonntag werden aber laufend Teilergebnisse der StimmauszÀhlung veröffentlicht. Das offizielle Endergebnis soll bis spÀtestens Sonntagmittag bekannt sein. Wenn wie erwartet kein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen erhÀlt, gibt es am 6. April eine Stichwahl zwischen den beiden erfolgreichsten Bewerbern.
Zwar ist das PrĂ€sidentenamt in der Slowakei Ă€hnlich wie in Deutschland eher reprĂ€sentativ. Das Wort des Staatsoberhaupts hat aber in der Ăffentlichkeit groĂes Gewicht. Im Fall von Regierungskrisen kann das Staatsoberhaupt vorĂŒbergehend auch selbst eine Regierung einsetzen, was Caputova 2023 tat.


