Frankreich, Europa

Koalition der Willigen will Ukraine Sicherheit garantieren

06.01.2026 - 19:41:31

Westliche LĂ€nder planen, der Ukraine rechtlich verbindliche Sicherheitsgarantien zu geben. Wie die USA und Europa dabei zusammenarbeiten wollen.

  • Die Koalition der Willigen möchte eine GewĂ€hrleistung einer dauerhaften Sicherheit fĂŒr die Ukraine verbindlich vereinbaren. - Foto: Yoan Valat/Pool EPA/AP/dpa

    Yoan Valat/Pool EPA/AP/dpa

  • Bundeskanzler Merz nimmt an den Pariser Beratungen zu einer Absicherung eines Waffenstillstands oder Friedens in der Ukraine  teil. - Foto: Rachel Sommer/dpa

    Rachel Sommer/dpa

  • Der ukrainische PrĂ€sident Selenskyj hat mit Frankreichs PrĂ€sident Macron ĂŒber eine StĂ€rkung der Flugabwehr gesprochen. - Foto: Michel Euler/AP/dpa

    Michel Euler/AP/dpa

Die Koalition der Willigen möchte eine GewĂ€hrleistung einer dauerhaften Sicherheit fĂŒr die Ukraine verbindlich vereinbaren. - Foto: Yoan Valat/Pool EPA/AP/dpaBundeskanzler Merz nimmt an den Pariser Beratungen zu einer Absicherung eines Waffenstillstands oder Friedens in der Ukraine  teil. - Foto: Rachel Sommer/dpaDer ukrainische PrĂ€sident Selenskyj hat mit Frankreichs PrĂ€sident Macron ĂŒber eine StĂ€rkung der Flugabwehr gesprochen. - Foto: Michel Euler/AP/dpa

Westliche UnterstĂŒtzer der Ukraine haben in Paris mit Vertretern der USA ĂŒber die Absicherung eines möglichen Waffenstillstands oder Friedens fĂŒr das von Russland angegriffene Land beraten. «Wir sind bereit, uns zu einem System politisch und rechtlich verbindlicher Garantien zu verpflichten, das in Kraft tritt, sobald eine Waffenruhe in Kraft tritt», teilte EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa nach den Beratungen der sogenannten «Koalition der Willigen» mit. Die EU werde zu den BemĂŒhungen beitragen, die Sicherheitsgarantien zu gewĂ€hrleisten, die die Ukraine fĂŒr jede Vereinbarung fĂŒr einen dauerhaften Frieden benötige.

Ein zentraler Punkt dabei ist der Plan, der Ukraine rechtlich verbindlich zuzusichern, sie im Fall eines erneuten russischen Angriffs nicht allein zu lassen, hieß es aus Verhandlungskreisen. Die USA haben den Angaben zufolge zugesichert, die Koalition zu unterstĂŒtzen und bei der Überwachung eines Friedensabkommens eine SchlĂŒsselrolle einnehmen zu wollen.

An den Beratungen in Paris waren Vertreter aus 35 LĂ€ndern beteiligt, darunter 27 Staats- und Regierungschefs. Aus Deutschland reiste Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) an. Auch der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj und Nato-Chef Mark Rutte nahmen an dem Gipfel teil. FĂŒr die USA waren der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, Schwiegersohn von US-PrĂ€sident Donald Trump, dabei.

Bei den GesprĂ€chen der von Frankreich und Großbritannien angefĂŒhrten Koalition ging es auch um eine angedachte multinationale Truppe zur Absicherung eines Friedens zwischen Russland und der Ukraine. Wie es aus Verhandlungskreisen hieß, soll diese Truppe unter europĂ€ischer FĂŒhrung stehen und eine Kommandozentrale in Paris erhalten. Die USA wollen diese Truppe demnach etwa mit ihrem Nachrichtendienst und logistisch unterstĂŒtzen.

Worauf hat sich die Koalition bereits verstÀndigt?

26 westliche LĂ€nder hatten sich im September bereit erklĂ€rt, Truppen zur Absicherung eines Waffenstillstands oder Friedens zwischen Russland und der Ukraine zu entsenden. Dabei geht es um Bodentruppen oder KrĂ€fte in der Luft oder auf See, die nicht unbedingt in der Ukraine selbst, sondern auch in GrenznĂ€he beziehungsweise der Region zum Einsatz kommen können. Der Truppeneinsatz soll jede neue grĂ¶ĂŸere Aggression verhindern und zur dauerhaften Sicherheit der Ukraine beitragen. Frankreich hatte mehrfach klargestellt, dass es nicht um einen Fronteinsatz, sondern eine Friedenswahrung von weiter weg gehe.

Aus französischer Sicht ist man sich unter EuropĂ€ern, den USA und der Ukraine ĂŒber das Wesentliche einig - nĂ€mlich die Sicherheit der Ukraine. Was genau die USA aber zur Wahrung eines Friedens in der Ukraine beisteuern wollen, war lange unklar. Zuvor hieß es von einem hochrangigen US-Beamten, dass kein Einsatz von US-Bodentruppen geplant sei. 

Trump hatte vor Monaten noch versprochen, dass es keinen Einsatz von US-Truppen in der Ukraine geben werde. Die Vereinigten Staaten seien aber bereit, die verbĂŒndeten EuropĂ€er zu unterstĂŒtzen – etwa aus der Luft.

Außerdem ist weiterhin offen, welche LĂ€nder sich konkret mit wie vielen Soldaten und MilitĂ€rgerĂ€t an einer Friedenstruppe beteiligen wollen. Auch eine mögliche Beteiligung der Bundeswehr ist noch offen. Die Bundesregierung hatte sich noch nicht klar positioniert, was sie zu einer Friedenstruppe beitragen wĂŒrde. 

Wie blickt Moskau auf die «Koalition der Willigen»? 

Russland lehnt eine mögliche PrĂ€senz auslĂ€ndischer Truppen in der Ukraine - zumal aus Nato-Staaten - strikt ab. Solche Einheiten seien fĂŒr die russische Armee ein legitimes Angriffsziel, heißt es. 

Aus Moskauer Sicht ist die «Koalition der Willigen» ein europĂ€isches Projekt und wird deshalb abgelehnt. Kremlchef Wladimir Putin und seine FĂŒhrung setzen darauf, Konfliktfragen bilateral mit Trump zu lösen. Den europĂ€ischen Staaten wirft der Kreml vor, sie wollten den Krieg verlĂ€ngern und seien Russland feindlich gesonnen - auch wenn dieses sie gar nicht angreifen wolle.

@ dpa.de

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.