Drohnen, Russland

Kiew greift Russland mit Drohnen an - BrÀnde und SchÀden

06.06.2026 - 14:18:38 | dpa.de

Wie am ersten Tag des Wirtschaftsforums in St. Petersburg hat die Ukraine die Stadt mit Kampfdrohnen angriffen. Auch andere russische Regionen melden Attacken. Und PrÀsident Selenskyj meldet sich.

  • WĂ€hrend des Wirtschaftsforums in St. Petersburg brannte schon am Mittwoch eine Ölraffinerie nach einem ukrainischen Drohnenangriff. (Archivbild) - Bild: Ulf Mauder/dpa
    WĂ€hrend des Wirtschaftsforums in St. Petersburg brannte schon am Mittwoch eine Ölraffinerie nach einem ukrainischen Drohnenangriff. (Archivbild) - Bild: Ulf Mauder/dpa
  • Kremlchef Wladimir Putin lehnte beim Wirtschaftsforum das Angebot des ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj zu einem Treffen fĂŒr direkte FriedensgesprĂ€che ab. - Bild: Dmitri Lovetsky/AP/dpa
    Kremlchef Wladimir Putin lehnte beim Wirtschaftsforum das Angebot des ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj zu einem Treffen fĂŒr direkte FriedensgesprĂ€che ab. - Bild: Dmitri Lovetsky/AP/dpa
  • Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hat Kremlchef Wladimir Putin in einem offenen Brief direkte FriedensgesprĂ€che angeboten. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa
    Der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj hat Kremlchef Wladimir Putin in einem offenen Brief direkte FriedensgesprÀche angeboten. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa
WĂ€hrend des Wirtschaftsforums in St. Petersburg brannte schon am Mittwoch eine Ölraffinerie nach einem ukrainischen Drohnenangriff. (Archivbild) - Bild: Ulf Mauder/dpa Kremlchef Wladimir Putin lehnte beim Wirtschaftsforum das Angebot des ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj zu einem Treffen fĂŒr direkte FriedensgesprĂ€che ab. - Bild: Dmitri Lovetsky/AP/dpa Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hat Kremlchef Wladimir Putin in einem offenen Brief direkte FriedensgesprĂ€che angeboten. (Archivbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa

Am letzten Tag des internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg haben die ukrainischen StreitkrĂ€fte die Millionenstadt erneut unter Beschuss genommen. Gouverneur Alexander Beglow und auch der Zivilschutz informierten die Menschen ĂŒber einen «großangelegten Angriff durch militĂ€rische Drohnen». Die Flugabwehr sei aktiv.

Schon am ersten Tag des Wirtschaftsforums am Mittwoch bildeten sich nach dem Angriff auf eine Ölraffinerie schwarze Rauschwolken am blauen Himmel ĂŒber der Altstadt, die zum Weltkulturerbe der Unesco gehört. Das Wirtschaftsforum lief aber wie gewohnt mit Tausenden Teilnehmern.

«GemĂ€ĂŸ den Empfehlungen des Einsatzstabs bitte ich die Einwohner von St. Petersburg, in ihren Wohnungen zu bleiben und nicht auf die Straße zu gehen», schrieb der Gouverneur bei Telegram. «Es kann zu Unterbrechungen des mobilen Internets kommen.» Der Zivilschutz setzte auch per SMS einen Drohnenalarm ab. Auf dem fĂŒr die internationalen GĂ€ste des Forums wichtigen Flughafen Pulkowo gab es am frĂŒheren Morgen zeitweilig keine Starts und Landungen wegen der Drohnengefahr.

Hunderte Menschen in Sicherheit gebracht

Im Leningrader Gebiet um St. Petersburg (frĂŒher Leningrad) meldete Gouverneur Alexander Drosdenko ebenfalls Drohnenalarm. Die Flugabwehr habe 141 Drohnen abgeschossen. Er informierte auch ĂŒber die Evakuierung von WohnhĂ€usern nahe einem MilitĂ€robjekt, in dem nach einem Drohnenangriff ein Feuer ausgebrochen sei. Es handle sich um eine vorĂŒbergehende Sicherheitsmaßnahme, sagte der Gouverneur. Er hoffe auf die baldige RĂŒckkehr der Menschen in ihre Wohnungen. 

St. Petersburger Medien meldeten, dass in dem Ort Bolschaja Ischora am Finnischen Meerbusen 600 Menschen ihre HĂ€user verlassen mussten. Ein Verletzter sei ins Krankenhaus gebracht worden.

Russische Kriegsmarine in Kronstadt getroffen

Auch im von der russischen Kriegsmarine genutzten Ostseehafen von Kronstadt habe es Angriffe gegeben, es sei zu einem Brand gekommen, hieß es. Dort seien Arsenale fĂŒr Raketen und Munition und StĂŒtzpunkte der Kriegsflotte getroffen worden, teilte der ukrainische Geheimdienst SBU in Kiew mit. «Solche Spezialoperationen schwĂ€chen die baltische Flotte.» Die Angriffe erschwerten die Logistik der russischen StreitkrĂ€fte und verringerten die Kampfbereitschaft des Feindes.

In der Region Krasnodar sei in der Stadt Ust-Labinsk ein Öllager getroffen worden – rund 500 Kilometer von der Ukraine entfernt. Es handle sich um ein fĂŒr die russischen StreitkrĂ€fte wichtiges Treibstofflager, teilte der SBU mit.

SchlÀge und SchÀden auch in anderen Regionen

Berichte ĂŒber DrohnenschlĂ€ge gab es zudem aus anderen Teilen Russlands, darunter im Gebiet um die Hauptstadt Moskau. Auch der Hafen von Mariupol in dem von Moskau annektierten Gebiet Donezk sei getroffen worden, hieß es. Nach Explosionen seien in Öldepots in Brand geraten, berichteten Medien. In sozialen Netzwerken kursierten von unabhĂ€ngiger Seite zunĂ€chst nicht ĂŒberprĂŒfbare Videos, auf dem große Feuer und Rauchwolken zu sehen waren.

Die ukrainischen Drohnenattacken gegen die russische Ölindustrie und militĂ€rische Ziele waren mehrfach Thema bei dem Wirtschaftsforum, das heute ausklingt. Die Ukraine wehrt sich mit diesen Gegenangriffen gegen den seit gut vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg.

Kremlchef Wladimir Putin rĂ€umte beim Forum am Freitagabend ein, dass es durch die Angriffe einen «gewissen Schaden» fĂŒr die Wirtschaft gebe. «Diese Attacken fĂŒhren natĂŒrlich zu nichts Gutem», sagte er. Wichtig sei eine StĂ€rkung der Flugabwehr; Risiken fĂŒr die Wirtschaft Russlands gebe es aber nicht, meinte der PrĂ€sident. Das Angebot des ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj zu einem Treffen fĂŒr Friedensverhandlungen lehnte er ab.

Selenskyj fordert Kriegsende

Selenskyj lobte derweil die gemeinsame Operation und die Zielsicherheit der StreitkrĂ€fte und der Geheimdienste. «Russland muss seinen Krieg beenden und mit seinen Attacken auf das Leben aufhören», forderte er bei Telegram. «Aber der russische FĂŒhrer will weiter kĂ€mpfen», teilte er mit und veröffentlichte dazu auch ein Video, auf dem Rauchschwaden und eine Drohne zu sehen waren. Die Ukraine setze ihre SchlĂ€ge mit reichweitenstarken Drohnen fort, teilte er mit. Bis nach St. Petersburg hĂ€tten sie rund 1.000 Kilometer zurĂŒckgelegt.

Die Ukraine hat ihre Drohnen-FĂ€higkeiten massiv ausgebaut und hofft durch die Gegenangriffe, Russland praktisch verhandlungsreif zu schießen. Dagegen hatte Putin zuletzt mehrfach erklĂ€rt, dass Russland trotz der starken westlichen MilitĂ€rhilfe fĂŒr die Ukraine und der Sanktionen seine Kriegsziele erreichen werde.

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