Pistorius reist nach Washington: Kommt es zum Patriot-Deal?
14.07.2025 - 07:33:35Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ist nach Washington aufgebrochen, um dort mit seinem Amtskollegen Pete Hegseth ĂŒber die weitere UnterstĂŒtzung der Ukraine und die militĂ€rische Zusammenarbeit in der Nato zu beraten. Es ist sein erster Besuch in den USA seit dem Amtsantritt der Regierung von US-PrĂ€sident Donald Trump im Januar.
Auch Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte wird heute in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten erwartet. Und US-PrĂ€sident Donald Trump will eine wegweisende ErklĂ€rung zu Russland abgeben.Â
Wenige Stunden vor dem Abflug von Pistorius gab es einen Vorgeschmack darauf. Trump kĂŒndigte an, Patriot-Waffensysteme an die europĂ€ischen VerbĂŒndeten verkaufen zu wollen, damit sie an die Ukraine geliefert werden können. «FĂŒr uns wird das ein GeschĂ€ft sein», sagte er. «Die EU zahlt dafĂŒr. Wir zahlen nichts, aber wir werden liefern.»
Eins der LÀnder, das bereit ist zu zahlen, ist Deutschland. Gut möglich, dass da schon beim Pistorius-Besuch in Washington Tatsachen geschaffen werden.
Wird Deutschland US-Waffen fĂŒr die Ukraine kaufen?
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte bereits am Donnerstag bei der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz in Rom erstmals öffentlich die Bereitschaft Deutschlands erklÀrt, den USA Patriot-Flugabwehrsysteme abzukaufen, um sie dann in die Ukraine zu schicken. Dem Vernehmen nach geht es um zwei Systeme, ein weiteres soll von Norwegen finanziert werden. Die Ukraine hat den Bedarf auf insgesamt zehn Systeme beziffert.
Die Bundeswehr hat der Ukraine bisher drei Patriot-Systeme abgetreten. AuĂerdem wurden weitere Luftverteidigungssysteme wie Iris-T und der Flugabwehrpanzer «Gepard» aus Deutschland geliefert. Die UnterstĂŒtzung ĂŒber einen Ankauf aus den USA wĂ€re nun ein neuer Weg der UnterstĂŒtzung.Â
Bleiben 38.000 US-Soldaten in Deutschland?
Die UnterstĂŒtzung der Ukraine ist aber bei weitem nicht das einzige Thema der Washington-Reise des Verteidigungsministers. Es dĂŒrfte auch um die weitere PrĂ€senz der 38.000 US-Soldaten in Deutschland gehen. In seiner ersten Amtszeit hatte Trump eine drastische Reduzierung der Truppe geplant. Beim Besuch von Merz im WeiĂen Haus Anfang Juni war davon aber keine Rede mehr. Wenn Deutschland die amerikanischen Soldaten haben wolle, sei er dazu bereit, versicherte Trump. «Das ist kein Problem.»Â
Kommen die US-Mittelstreckenraketen nach Deutschland?
Unklar ist dagegen, ob Trump auch bereit ist, an der von seinem VorgĂ€nger Joe Biden versprochenen Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland festzuhalten. Biden hatte Deutschland beim Nato-Gipfel im vergangenen Jahr Marschflugkörper vom Typ Tomahawk mit einer Reichweite von bis zu 2.500 Kilometern zugesichert, die weit bis nach Russland reichen. AuĂerdem sollen Luftabwehrraketen vom Typ SM-6 und neu entwickelte Hyperschallwaffen geliefert werden.Â
Wie geht es mit den F-35-Kampfjets weiter?
Auch ein wichtiges RĂŒstungsprojekt der Bundeswehr dĂŒrfte in Washington eine Rolle spielen. Die Luftwaffe hat 35 Kampfjets vom Typ F-35 im Wert von zehn Milliarden Euro bei der US-Firma Lockheed Martin bestellt. Sie sollen ab kommendem Jahr ausgeliefert und auch fĂŒr die nukleare Abschreckung der Nato vorgehalten werden. Das heiĂt, sie wĂŒrden im Ernstfall die in Deutschland gelagerten US-Atomwaffen abwerfen.
Keine 24 Stunden in Washington
Pistorius wird am spĂ€ten Vormittag (Ortszeit) in Washington erwartet, das Treffen mit Hegseth ist fĂŒr 20.00 Uhr deutscher Zeit geplant. Der Verteidigungsminister wird keine 24 Stunden in den USA bleiben. Schon am Dienstagmorgen geht es nach Berlin zurĂŒck.





