Republikaner, Senat

Republikaner holen Senat – Mehrheit in anderer Kammer unklar

06.11.2024 - 08:00:19

Wird Donald Trump als PrÀsident knallhart durchregieren können? Das hÀngt ganz davon ab, ob seine Republikaner sich auch beide Kammern des US-Parlaments sichern können.

In den USA geht es bei dieser Wahl nicht nur um das PrĂ€sidentenamt, das sich die Republikaner bereits gesichert haben: Auch die Kontrolle ĂŒber beide Kammern des Kongresses - den Senat und das ReprĂ€sentantenhaus - steht auf dem Spiel. Im Senat haben sich die Republikaner bereits die Mehrheit von den Demokraten zurĂŒckerobert.

Auf die Zustimmung der wichtigen Parlamentskammer ist der designierte PrĂ€sident Donald Trump unter anderem angewiesen, um seine Kabinettsmitglieder und viele der Top-Jobs der neuen Regierung zu besetzen. Wer kĂŒnftig die Kontrolle im ReprĂ€sentantenhaus innehat, ist hingegen noch ungewiss. Die AuszĂ€hlung könnte sich ĂŒber Tage oder sogar Wochen hinziehen.

Nebraska war SchlĂŒssel zum Senat

Den entscheidenden Durchbruch im Senat erzielten die Republikaner kurz nach Mitternacht (Ortszeit) durch den Sieg der Senatorin Deb Fischer aus Nebraska, die ihren Sitz gegen den unabhÀngigen Herausforderer Dan Osborn verteidigte. Ein weiterer wichtiger Erfolg gelang ihnen im Rennen um einen Senatssitz von Ohio, in dem Bernie Moreno den demokratischen Amtsinhaber Sherrod Brown besiegte. 

Bereits frĂŒh in der Wahlnacht konnten die Republikaner zudem einen Senatssitz fĂŒr West Virginia gewinnen und so eine solide Grundlage fĂŒr die RĂŒckeroberung der Kammer schaffen. Zudem setzte sich in Montana der republikanische Kandidat Tim Sheehy gegen den demokratischen Amtsinhaber Jon Tester durch.

Warren, Sanders und Cruz wiedergewÀhlt

Insgesamt standen bei dieser Wahl 34 der 100 Senatssitze zur Abstimmung, von denen elf als besonders umkÀmpft galten. Prominente Senatoren beider Parteien konnten ihre Sitze erfolgreich verteidigen. So wurden etwa die Demokratin Elizabeth Warren aus Massachusetts, der unabhÀngige Bernie Sanders aus Vermont und der Republikaner Ted Cruz aus Texas wiedergewÀhlt. 

Eine historische Neuerung gibt es ebenfalls in der Kammer: Zum ersten Mal werden zwei schwarze Frauen gleichzeitig vertreten sein – Lisa Blunt Rochester aus Delaware und Angela Alsobrooks aus Maryland.

Demokraten setzen auf das ReprÀsentantenhaus

Im ReprÀsentantenhaus wurden alle 435 Sitze neu gewÀhlt. Die Demokraten hoffen, mit einem Zugewinn von nur wenigen Mandaten die Mehrheit in der Kammer zu erringen und die aktuelle republikanische Dominanz von 220 zu 212 Sitzen zu brechen. Der Ausgang etlicher Rennen ist aber noch offen.

Es ist durchaus möglich, dass das ReprĂ€sentantenhaus an die Demokraten fĂ€llt. Sollte dieses Szenario eintreten, wĂ€re es das erste Mal seit langem, dass die beiden Kongresskammern gleichzeitig, aber in entgegengesetzte Richtungen «getauscht» wĂŒrden. Schon jetzt fĂŒhrt die gespaltene Machtverteilung zu einer Blockadepolitik zwischen den Kammern, was eine effektive Gesetzgebung erschwert.

Bekannte Abgeordnete verteidigen Mandate

Einige prominente Vertreter beider Parteien im ReprÀsentantenhaus wurden bereits wiedergewÀhlt, darunter die Demokratinnen Nancy Pelosi und Alexandria Ocasio-Cortez sowie die republikanischen Hardlinerinnen Lauren Boebert und Marjorie Taylor Greene. Auch der aktuelle Sprecher des ReprÀsentantenhauses, der Republikaner Mike Johnson, konnte seinen Sitz verteidigen.

Kongress entscheidend fĂŒr prĂ€sidiale Gestaltungskraft

Der Handlungsspielraum des kĂŒnftigen PrĂ€sidenten hĂ€ngt entscheidend von der UnterstĂŒtzung in beiden Kammern des Kongresses ab. Das Parlament kontrolliert nicht nur den Haushalt, sondern es hat maßgeblichen Einfluss auf die Gesetzgebung und bestĂ€tigt auch hochrangige Regierungsposten wie Minister, Botschafter und Richter.

@ dpa.de