Studie: Wirtschaftssanktionen treffen oft Àrmere Bevölkerung
23.05.2023 - 10:48:32 | dts-nachrichtenagentur.deDas ist das Ergebnis einer Studie des MĂŒnchener Ifo-Instituts, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Demnach fĂŒhren Sanktionen durch die Vereinten Nationen dazu, dass das Wachstum in den entsprechenden LĂ€ndern jĂ€hrlich um zwei Prozentpunkte zurĂŒckgeht.
Auf zehn Jahre hochgerechnet kommt dies einem Einbruch der Wirtschaftsleistung pro Kopf um 25 Prozent gleich. Einseitige Sanktionen durch die USA fĂŒhren unterdessen zu einem jĂ€hrlichen RĂŒckgang des Wachstums um knapp einen Prozentpunkt in den betroffenen Staaten und senken die Wirtschaftsleistung pro Kopf langfristig um 13 Prozent. Die negativen Folgen fĂŒr Ă€rmere Bevölkerungsschichten seien in der Vergangenheit vor allem bei US-Sanktionen aufgetreten, sagte Florian Neumeier, Leiter der Ifo-Forschungsgruppe Steuer und Finanzpolitik. "Studien zeigen zum Beispiel, dass durch die 2012 verhĂ€ngten Sanktionen gegen den Iran vor allem die junge, ungebildete Bevölkerung auf dem Land zu leiden hatte." In der Vergangenheit seien Sanktionen meist gegen kleinere Volkswirtschaften verhĂ€ngt worden, fĂŒgte Neumeier hinzu. "Aus den Analysen können wir daher nicht ableiten, wie die aktuellen Sanktionen auf eine groĂe Volkswirtschaft wie Russland wirken." In Ă€rmeren LĂ€ndern fĂŒhren Wirtschaftssanktionen auch zu einer geringeren Lebenserwartung in der Bevölkerung. Sanktionen durch die Vereinten Nationen verringern die Lebenserwartung der Bevölkerung um durchschnittlich 1,2 bis 1,4 Jahre, Sanktionen durch die USA um knapp ein halbes Jahr. "Die Unterscheidung zwischen der Lebenserwartung von MĂ€nnern und Frauen zeigt auĂerdem, dass Frauen von der VerhĂ€ngung von Sanktionen stĂ€rker betroffen sind", so Neumeier. Die Zahlen basieren auf Auswertungen von 160 LĂ€ndern. Davon waren 67 im Zeitraum von 1976 bis 2012 von Wirtschaftssanktionen betroffen.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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