Missbrauch von EU-Geld? Ermittlung gegen rechte Fraktion ID
08.07.2025 - 16:15:26Die EuropĂ€ische Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglichen Missbrauchs von EU-Geldern durch Mitglieder der ehemaligen rechtsnationalen Europaparlaments-Fraktion ID. Das bestĂ€tigte eine Sprecherin in Luxemburg. Zuvor waren Medienberichte ĂŒber einen internen PrĂŒfbericht der Parlamentsverwaltung erschienen.Â
Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft wollte sich nicht zu Details zu den Ermittlungen Ă€uĂern. In den Medienberichten hieĂ es, dass die frĂŒhere RechtsauĂen-Fraktion ID im EuropĂ€ischen Parlament in der vergangenen Legislaturperiode rund 4,3 Millionen Euro aus EU-Mitteln missbrĂ€uchlich verwendet haben soll.Â
Zu der mittlerweile aufgelösten ID-Fraktion gehörte auch die deutsche AfD. Mit Beginn der neuen Legislaturperiode im EU-Parlament hat sich AfD mit anderen Rechtsparteien in der Fraktion ESN zusammengeschlossen.Â
Interner PrĂŒfbericht des Parlaments
Medien wie die «Zeit» und das ARD-Magazin «Kontraste» berufen sich auf einen internen PrĂŒfbericht der Parlamentsverwaltung. Laut dem Bericht sind Gelder an Vereine, die streunende Tiere oder Abtreibungsgegner unterstĂŒtzen, sowie an Firmen im Umfeld der Fraktion geflossen.Â
Nach ARD-Angaben sind Spenden ohne dezidierten Bezug zur EU oder der Arbeit der Fraktion im Parlament laut Parlamentsregeln grundsĂ€tzlich nicht zulĂ€ssig. Die EU-Verwaltung habe «bei 80 ĂŒberprĂŒften Zahlungen "kein einziges" dieser Kriterien erfĂŒllt» gesehen, heiĂt es.
Veruntreuung von EU-Geldern nicht zum ersten Mal Thema
Zu der frĂŒheren ID-Fraktion im Europaparlament gehörte neben der deutschen AfD auch das französische Rassemblement National (RN). Im MĂ€rz machte die Verurteilung der Frontfrau der Partei, Marine Le Pen, wegen der Veruntreuung von EU-Geldern Schlagzeilen.Â
In dem Prozess ging es um die AffĂ€re um ScheinbeschĂ€ftigung von Assistenten durch mehrere französische Europaabgeordnete von Le Pens Partei RN. Neben Le Pen wurden acht weitere Abgeordnete ihrer Partei im Europaparlament schuldig gesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskrĂ€ftig.Â
Staatsanwaltschaft ermittelte bereits im ParlamentsumfeldÂ
Es sind nicht die ersten Ermittlungen der EPPO im Umfeld des Europaparlaments. Im Oktober prĂŒften die Ermittler VorwĂŒrfe wegen möglichen Missbrauchs von EU-Geldern in Belgien durch Mitglieder einer Fraktion im EuropĂ€ischen Parlament. «Zum jetzigen Zeitpunkt geht es bei dieser Untersuchung jedoch nur um Fakten, und es gibt keine VerdĂ€chtigen», teilte die EPPO damals mit.


