Janet Yellen, Li Qiang

Yellen hofft nach Reise auf engeren Kontakt mit Peking

Veröffentlicht am: 09.07.2023 um 14:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Beziehungen zwischen den USA und China befinden sich derzeit auf einem Tiefstand. Ein Besuch der US-Finanzministerin hatte nicht zuletzt eine AnnÀherung zwischen den WeltmÀchten zum Ziel.
US-Finanzministerin Janet Yellen spricht wÀhrend einer Pressekonferenz. - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa

US-Finanzministerin Janet Yellen hat «erhebliche Meinungsverschiedenheiten» zwischen China und den USA beklagt. Zugleich zeigte sie sich am Sonntag optimistisch, dass ihre viertĂ€gige Peking-Reise zur Verbesserung der Beziehungen zwischen den zwei WeltmĂ€chten beitragen kann. «Ich glaube, dass meine bilateralen Treffen (...) ein Schritt nach vorne waren in unseren BemĂŒhungen, die Beziehungen zwischen den USA und China auf eine sicherere Grundlage zu stellen», sagte sie bei einer Pressekonferenz zum Abschluss ihrer Reise in der chinesischen Hauptstadt. Der Besuch habe dazu beigetragen, zu ermöglichen, dass es kĂŒnftig wieder hĂ€ufiger und intensiver Kontakt zwischen beiden Regierungen gebe, fĂŒgte sie in einem Interview des US-Senders CBS hinzu.

Insgesamt hatte die 76-JĂ€hrige in den letzten Tagen ĂŒber zehn Stunden mit bilateralen GesprĂ€chen mit chinesischen Regierungsvertretern verbracht, darunter mit Premier Li Qiang. Allein ihr Treffen mit Finanzminister He Lifeng am Samstag dauerte laut Medienberichten mehr als fĂŒnf Stunden, gefolgt von einem zweistĂŒndigen Abendessen. 

Wie zu erwarten war, hat Yellens Besuch zwar keine substanziellen DurchbrĂŒche erzielen können. Die Rhetorik und Symbolik wĂ€hrend der Reise fielen jedoch vergleichsweise positiv und herzlich aus. 

China: Sind besorgt ĂŒber US-Sanktionen

Die chinesische Seite hatte die GesprĂ€che zwischen Yellen und ihrem Amtskollegen He Lifeng in einer ersten Aussendung der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua als konstruktiv, intensiv und offen bezeichnet. Gleichzeitig brachte die chinesische Seite auch ihre «Besorgnis ĂŒber die von den Vereinigten Staaten gegen China verhĂ€ngten Sanktionen» zum Ausdruck. 

Die Beziehungen zwischen den zwei WeltmĂ€chten befinden sich derzeit auf einem Tiefstand. Belastet wird das VerhĂ€ltnis nicht nur von Chinas RĂŒckendeckung fĂŒr Russlands PrĂ€sidenten Wladimir Putin und dessen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Yellen wies nach eigenen Angaben in ihren GesprĂ€chen daraufhin, dass chinesische Unternehmen unbedingt vermeiden mĂŒssten, Russland materiell zu unterstĂŒtzen oder bei der Umgehung von Sanktionen zu helfen. Weitere Themen, die fĂŒr Spannungen sorgen, ist der harte Kurs von US-PrĂ€sident Joe Biden gegenĂŒber China, der anhaltende Handelskrieg, Chinas TerritorialansprĂŒche im SĂŒd- und Ostchinesischen Meer sowie Drohungen Pekings gegenĂŒber der demokratischen Inselrepublik Taiwan.

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