Russische Medien melden kurzzeitig RĂŒckzug in Cherson
13.11.2023 - 12:25:25 | dpa.de
Gleich zwei staatliche russische Nachrichtenagenturen haben kurzzeitig ĂŒber einen angeblichen RĂŒckzug der eigenen Armee im sĂŒdukrainischen Gebiet Cherson berichtet - die Meldung allerdings wenig spĂ€ter wieder zurĂŒckgezogen. «Die Leitung der Gruppierung «Dnepr» hat eine Umgruppierung der StreitkrĂ€fte auf gĂŒnstigere Positionen im Osten des (Flusses) Dnipro beschlossen», hieĂ es etwa bei der Staatsagentur Tass am Vormittag. Die Agentur Ria Nowosti verbreitete einen Ă€hnlichen Text. Einige Minuten spĂ€ter verkĂŒndeten beide, die Meldungen seien «annulliert» worden.
Das Portal RBK zitierte wenig spÀter zudem das russische Verteidigungsministerium mit den Worten, es handele sich um das «Versenden einer Falschnachricht» und um eine «Provokation». Was genau hinter dem Vorfall steckte, war zunÀchst unklar. Das MilitÀr selbst hat keine entsprechende Mitteilung verbreitet. Journalisten des unabhÀngigen Portals Meduza wiesen allerdings darauf hin, dass staatliche russische Medien Ministeriumsmitteilungen oft noch vor deren offizieller Veröffentlichung erhielten.
Was mit «Umgruppierungen» gemeint ist
Mit «Umgruppierungen» hatte das russische MilitĂ€r in der Vergangenheit eigene Niederlagen und RĂŒckzĂŒge umschrieben - etwa im Herbst 2022 in der ostukrainischen Region Charkiw.
Russland fĂŒhrt seit mittlerweile mehr als 20 Monaten einen Angriffskrieg gegen die Ukraine und hatte die Region Cherson anfangs fast vollstĂ€ndig besetzt. Vor knapp einem Jahr dann befreite die ukrainische Armee die nordwestlichen Teile des Gebiets. Der Fluss Dnipro bildete seitdem die Frontlinie. In den vergangenen Wochen jedoch mehrten sich Berichte, denen zufolge die Ukrainer im Zuge ihrer Gegenoffensive auch auf das SĂŒdufer ĂŒbergesetzt und sich dort bereits festsetzt haben sollen. Sie brachten demnach auch mehrere Inseln unter ihre Kontrolle. Offiziell bestĂ€tigt ist das bislang aber noch nicht.
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