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Die Lösung fĂŒr Europas Rohstoffproblem? Explorer wittern riesiges Potenzial in Serbien

29.05.2024 - 11:26:00 | irw-press.com

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Kaum mehr als eine Flugstunde von MĂŒnchen entfernt lagern Kupfer, Lithium und andere kritische Rohstoffe: Im Balkanstaat Serbien geben sich Politiker deshalb gerade die Klinke in die Hand. Trotz einiger Differenzen mit der EU in grundsĂ€tzlichen Fragen setzt sich der Beitrittsapparat langsam in Bewegung – auch, weil Belgrad von China umworben wird.

 

Dr. Elena Clarici ist der Optimismus anzumerken. Die promovierte Bergbau- und Umwelttechnikerin ist CEO des kanadischen Rohstoffexplorers Electrum Discovery und in dessen Auftrag in ihrem Heimatland Serbien aktiv. In nur zwei Wochen konnte das Unternehmen gleich zwei vielversprechende Updates zum Verlauf der Kupfer- und Goldexploration liefern – in der Branche so etwas wie eine Art Entfernungsmesser.

 

Am 08. Mai wurde „Bambino“ der Welt vorgestellt. Bambino liegt auf dem Projekt „Timok East“, das Clarici gerade mit ihrem Team bearbeitet. Es handelt sich um eine „bedeutende“ Kupfer-Gold-Anomalie -550 m lang, mehr als 100 m breit und, wie es unter Geologen verheißungsvoll heißt, „in alle Richtungen offen“. Die Kupfergehalte im Boden reichen von 500 bis 8.238 ppm, die Gesteinssplitterproben weisen Gehalte von 2,85 % bzw. 0,32 % Kupfer auf. Sehr gute Werte, fragt man Geologen.

 

Zwei Wochen spĂ€ter das nĂ€chste Update: Durch Bodenproben konnten zwei weitere große Kupfer-Gold-Anomalien 2,5 Kilometer nordwestlich und nördlich der Bambino-Anomalie identifiziert werden.

 

Clarici sieht darin „eine Ă€ußerst ermutigende Entwicklung“, die die Bedeutung des Gebiets unterstreiche. Sie wittert in der Kombination der Ergebnisse „das Potenzial eines ausgedehnten Kupfer-Gold-Mineralsystems“ bei Timok East.

 

Serbien: Tier-1-Bergbaustandort vor der HaustĂŒr

 

Die Hoffnungen der Geologen von Electrum Discovery konzentrieren sich naturgemĂ€ĂŸ auf die vielversprechenden Hinweise auf eine wertvolle Mineralisierung. Der mit den HĂ€nden zu greifende Optimismus ist jedoch auch auf den Standort zurĂŒckzufĂŒhren.

 

Das 126,13 km2 große Explorationsgebiet Timok East liegt in Ostserbien etwa 250 km von der Hauptstadt Belgrad entfernt. Serbien ist der zweitgrĂ¶ĂŸte Kupferproduzent Europas – und beherbergt Geologen zufolge noch viel mehr Potenzial. Das Land ist rĂ€umlich gesehen deutlich kleiner als etwa Australien oder Kanada, was die Erschließung von Mineralvorkommen deutlich erleichtert.

 

Der Bergbau blickt auf eine lange Tradition zurĂŒck: Viele Jahrzehnte lang war die staatliche Kupfer-Gold-Mine RTB Bor der grĂ¶ĂŸte Bergbaubetrieb des Landes. Im Jahr 2013 machten Bergbau und SteinbrĂŒche 2 % des serbischen BIP aus und beschĂ€ftigten ĂŒber 22.000 Menschen.

 

Das moderne Bergbaurecht verschafft Minenbetreibern Sicherheit, die öffentliche Beteiligung in Form einer Nettoschmelzrendite von 5 % gilt in der Branche vor dem Hintergrund der gut ausgebauten Infrastruktur und der politischen StabilitÀt als sehr moderat.

 

Doch dass Rohstoffriesen wie BHP, Dundee Precious Metals, Rio Tinto, Zijin Mining und Co. in dem Land aktiv sind, ist auch auf den vergleichsweise unterentwickelten Explorationsstatus des Landes zurĂŒckzufĂŒhren.

 

Nah an Europa und unterexploriert: Serbien weckt Begehrlichkeiten

 

Das heißt: Kaum mehr als eine Flugstunde von MĂŒnchen entfernt gibt es noch große BodenschĂ€tze zu entdecken. So wurde vor wenigen Jahren unmittelbar sĂŒdlich von RTB Bor eine bedeutende Kupfer-Gold-Mineralisierung mit hohem Sulfidgehalt entdeckt. Diese befindet sich mittlerweile im Besitz von Zijin Mining.

 

Das Explorationspotenzial kann Clarici aus erster Hand bestĂ€tigen: „Die Anomalien befinden sich in einem Gebiet, das von der historischen Exploration ĂŒbersehen wurde, obwohl es in der NĂ€he von Porphyr-Kupfer-Gold-Minen von Weltklasse liegt“.

 

Auf dieses Potenzial setzen immer mehr Explorer aus aller Welt. Die serbischen Rohstoffvorkommen beschrÀnken sich nicht auf Gold und Kupfer. Auch Eisen, Blei, Kohle, Salz und Selen werden gefördert. Zudem gibt es begehrte Vorkommen an Batteriemetallen.

 

Der Bergbauriese Rio Tinto arbeitet seit Jahren am Lithiumprojekt Jadar. Hier könnten ĂŒber einen Zeitraum von 40 Jahren rund 58.000 t Lithiumkarbonat abgebaut werden. Die Forscher Michael Tost und Clemens Lughofer von der MontanuniversitĂ€t Leoben sehen in Jadar einen "Ă€ußerst positiven Beitrag" zur UnabhĂ€ngigkeit Europas von Lithiumimporten. Dies lĂ€sst sich so auch auf andere BodenschĂ€tze ĂŒbertragen.

 

Der Rohstoffreichtum des Landes hat sich lĂ€ngst bis in die Politik herumgesprochen. In den Abschluss eines Handelsabkommens zwischen Serbien und der EU zur Beschaffung wichtiger Rohstoffe kommt Bewegung. Die Verhandlungen befinden sich „in der Endphase der juristischen Auseinandersetzungen“, sagte der slowakische EU-Kommissar MaroĆĄ Ć ef?ovi? gegenĂŒber „Euronews“ vor einer Woche.

 

„Einzigartige Position“ bei kritischen Mineralien

 

Er verwies auf Serbiens „einzigartige Position“ im Hinblick auf Mineralien, die in der EU-Gesetzgebung ĂŒber kritische Rohstoffe (CRMA) gelistet sind. Auf der Liste mit 34 kritischen Rohstoffen findet sich auch Kupfer, das durch den CRMA ebenso wie Nickel als „strategisch“ eingestuft wird.

 

Im vergangenen September war eine AbsichtserklĂ€rung unterzeichnet worden, der Text des Memorandums of Understanding (MoU) soll – so hofft Ć ef?ovi? – „in kurzer Zeit“ stehen. Bei dem Abkommen steht zunĂ€chst Lithium im Vordergrund. Die Vereinbarung könnte jedoch die Grundlage fĂŒr deutlich mehr sein.

 

Serbien ist seit 2012 offizieller Beitrittskandidat der EU. Der Beitrittsprozess geriet ins Stocken, aktuell hakt es vor allem bei Fragen der Außenpolitik. Doch nicht zuletzt aufgrund der wachsenden chinesischen Dominanz auf den weltweiten RohstoffmĂ€rkten dĂŒrfte BrĂŒssel daran gelegen sein, die rohstoffreiche Balkanrepublik an den eigenen Block zu binden.

 

Allerdings wirbt auch China um Belgrad. Anfang Mai war Xi Jinping zu Besuch und stellte eine „strategische Partnerschaft“ in Aussicht. Der Einfluss Pekings ist durch Investitionen in den letzten zehn Jahren gewachsen.

 

Der ungarische EU-Erweiterungskommissar Oliver Varhelyi Ă€ußerte nach einem GesprĂ€ch mit dem serbischen PrĂ€sidenten Aleksandar Vucic Mitte Mai dennoch die Hoffnung, dass Serbien wĂ€hrend der nĂ€chsten Amtszeit der EuropĂ€ischen Kommission dem Block beitreten könne.

 

Politiker geben sich in Belgrad die Klinke in die Hand

 

Welchen Stellenwert das Thema fĂŒr die Politik derzeit besitzt, verdeutlicht auch der Besuch des bayrischen MinisterprĂ€sidenten Markus Söder bei Vucic im MĂ€rz. Die Visite, bei der Söder laut Bayrischem Rundfunk wie ein Staatsoberhaupt empfangen wurde, diente ausdrĂŒcklich der UnterstĂŒtzung von Serbiens Weg in die EU. Vor dem bayrischen MinisterprĂ€sidenten waren Kanzler Olaf Scholz, Außenministerin Annalena Baerbock, Innenministerin Nancy Faeser und Verteidigungsminister Boris Pistorius in Belgrad.

 

Clarici jedenfalls will die Exploration zĂŒgig fortsetzen. Gelingt es, ein Kupfervorkommen zur Produktion zu entwickeln, ist die Verschiffung das kleinste Problem. Egal ob mit EU-Beitritt oder einem Handelsabkommen fĂŒr Rohstoffe: Die Nachfrage nach Kupfer ĂŒbersteigt das Angebot. Der Kupferpreis markierte zuletzt ein Rekordhoch, einen weiteren Anstieg auf bis zu 15.000 USD pro Tonne halten Analysten fĂŒr möglich.

 

Wissenschaftlicher RĂŒckenwind fĂŒr mehr BemĂŒhungen um eine ausreichende Kupferversorgung kommt aktuell auch aus den USA. Forscher der University of Michigan und der Cornell University warnen die US-Regierung vor AngebotsengpĂ€ssen, die Ziele im Hinblick auf die Stromversorgung und den Verkehrssektor nicht nur gefĂ€hrden, sondern gĂ€nzlich infrage stellen. Bis zu sechs neue Kupferminen mĂŒssten demnach pro Jahr die Produktion aufnehmen, um die Nachfrage zu decken.

 

Weitere Informationen zu Electrum Discovery im Unternehmensprofil auf Miningscout:

 

Unternehmen: Electrum Discovery Corp

ISIN: CA28616D1087

WKN: A401HN

Webseite: https://electrumdiscovery.com/

 

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