AKTIEN IM FOKUS 2: Intel und Amazon verschÀrfen KI-Sorgen der Anleger
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 21:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS(neu: Schlusskurse, Apple mehr Wert als Nvidia)
NEW YORK (dpa-AFX) - Die Tech-Unternehmen Amazon US0231351067 und Intel US4581401001 haben am Freitag die Sorgen der Anleger um den KI-Megatrend nochmals drastisch verstĂ€rkt. Am Vortag hatte Alphabet US02079K3059 schon die BefĂŒrchtung exzessiver KI-Ausgaben wieder angeheizt und nun sorgten negativ aufgenommene GeschĂ€ftsaussagen der beiden Unternehmen fĂŒr eine Flucht aus dem Sektor. Der Nasdaq 100 US6311011026 stand deshalb zeitweise mit mehr als vier Prozent im Minus.
Vor allem galt dies fĂŒr den Prozessorhersteller Intel, dessen Aktien mit einem Kurseinbruch um fast 29 Prozent ihrer Tradition gröĂerer Schwankungen treu blieben. Sie fielen damit auf ihr Niveau vom April zurĂŒck. Das Unternehmen sorgte mit seiner Prognose fĂŒr das Schlussquartal fĂŒr eine herbe EnttĂ€uschung. Das Umsatzziel bleibe selbst hinter den pessimistischsten SchĂ€tzungen zurĂŒck, merkte Analyst Timothy Arcuri von UBS an. Die Bank of America gab ihre Kaufempfehlung auf.
Mit Amazon musste am Freitag aber auch das nÀchste Unternehmen aus dem Kreise der "Magnificent 7" den Sorgen Tribut zollen: Die Aktien sackten um bis zu sechs Prozent auf ihren tiefsten Stand seit Ende Juli ab, konnten ihren Abschlag aber auf 1,4 Prozent reduzieren. Der Kursverlust sei der enttÀuschenden Umsatzentwicklung der Cloud-Sparte AWS geschuldet, schrieb UBS-Experte Stephen Ju. Auch bei Amazon lasteten hohe KI-Ausgaben auf der Aktie.
Ein HÀndler beobachtete zu Wochenschluss eine ausgeprÀgte Rotation der Anleger weg von Technologiewerten, die sich davor auch schon im Asien-Handel gezeigt habe. Aktien der Chipkonzerne Samsung KR7005930003 und SK Hynix KR7000660001 waren dort bereits unter Druck geraten, nachdem Intel seine Zahlen am Vorabend nach US-Börsenschluss vorgelegt und seinen Titeln bereits nachbörslich einen Einbruch eingebrockt hatte.
Bei Intel hinterlieà vor allem die Perspektive im PC-Bereich mit dort herrschendem Gegenwind ihre Spuren. Das dritte Quartal sei eigentlich erfreulich gewesen, kommentierte Srini Pajjuri von der kanadischen Bank RBC. Doch der Umsatzausblick auf das Schlussquartal enttÀusche wegen dieses Segmentes. Die StÀrke des GeschÀftsbereichs Datencenter und KI reiche nicht aus, um dies aufzufangen.
Laut dem HĂ€ndler gab es von Intel keine groĂen Neuigkeiten, was geplante Investitionen betrifft. Hier habe eher Amazon darauf reagiert, nicht nur wegen enttĂ€uschender Resultate im KerngeschĂ€ft, sondern auch mit höher als erwarteten Kapitalausgaben im vergangenen Quartal. Dies knĂŒpfte an die Belastungen bei Alphabet vom Vortag an.
Der Google-Mutterkonzern Alphabet hatte am Donnerstag die BefĂŒrchtung exzessiver KI-Ausgaben, die zuletzt etwas abgeflaut waren, wieder angeheizt. Die Kurse der beiden Aktiengattungen gaben am Freitag auch weiter nach auf ein erneutes Tief seit Ende MĂ€rz.
Alphabet war unter den Tech-Riesen neben Amazon in guter Gesellschaft, denn im Kreise der "Magnificent 7" gab es keine Gewinner. Der KI-Chipriese Nvidia US67066G1040 erlitt mit mehr als vier Prozent das gröĂte Minus. Dieses sorgte dafĂŒr, dass Apple US0378331005 im Rennen um das wertvollste Börsenunternehmen nach lĂ€ngerer Zeit wieder vorbei ziehen konnte.
"Die KI-Euphorie bekommt Risse", schrieb am Freitag Anlagestratege Stefan May von der Quirin Privatbank angesichts der wachsenden Zweifel, ob sich die gigantischen Investitionen jemals lohnen werden. GroĂe TechnologiesprĂŒnge verliefen selten geradlinig, denn auf Phasen der Begeisterung folgten oft Ăberinvestitionen und schmerzhafte RĂŒckschlĂ€ge. ĂberstĂŒrzte Depotumschichtungen aufgrund von Warnungen vor einem möglichen Crash oder dem Platzen einer KI-Blase seien aber nicht ratsam.
