âDie FinanzmĂ€rkte honorieren unseren Wandel zu einer softwarezentrierten Firmaâ
08.04.2025 - 16:23:00Frequentis-Vorstandschef Norbert Haslacher erlĂ€utert im Interview, wie sich der österreichische Spezialist fĂŒr sicherheitskritische Kommunikationssysteme als Nischenplayer auf dem US-Markt positioniert hat und vom milliardenschweren Investitionsprogramm der neuen deutschen Bundesregierung profitieren will.
Frequentis hat bei den GeschĂ€ftszahlen fĂŒr 2024 bei Umsatz, EBIT und Auftragseingang die Markterwartungen ĂŒbertroffen. Was gab den Ausschlag dafĂŒr?
Norbert Haslacher: Aus dem stark gestiegenen Auftragseingang im zweiten Halbjahr konnten bereits einige der begonnenen Projekte 2024 als Umsatz verbucht werden. Nun fallen Umsatz und Gewinn bei Frequentis im zweiten Halbjahr immer stĂ€rker aus, weil das GeschĂ€ft mit staatlichen Behörden, unserer Kernklientel, in der Regel zum Jahresende fakturiert wird, auch wenn wir das gerne lieber ĂŒber das Jahr diversifizierter hĂ€tten. Fakt ist, dass es sich um sehr profitable Projekte handelt. Dementsprechend positiv war der Effekt auf die EBIT-Marge mit dem Resultat, dass wir 2024 in der Gruppe in allen Performance-Indikatoren besser als erwartet abgeschnitten haben.
Vor allem das US-GeschÀft entwickelt sich sehr gut. Erwarten Sie negative Auswirkungen durch den Handelskonflikt mit der Regierung Trump?
Frequentis ist seit 20 Jahren in den USA prĂ€sent. Wir haben eine Niederlassung in der NĂ€he von Washington, die das Thema zivile Flugsicherung mit der US-Flugsicherungs-Behörde FAA fokussiert. Dazu haben wir 2023 die Abteilung USA Frequentis Defence gegrĂŒndet, um klassifiziertes MilitĂ€rgeschĂ€ft vor Ort zu adressieren. Dieses BĂŒro ist ausschlieĂlich mit StaatsbĂŒrgern aus den USA besetzt und operiert sehr autark. Deshalb werden sie als US-amerikanische Unternehmen wahrgenommen.
Ist die Produktion in den USA auch der SchlĂŒssel, um bei Projektausschreibungen im militĂ€rischen Bereich zum Zuge zu kommen?
Wir halten die Vorschriften fĂŒr Unternehmen, die in den klassifizierten militĂ€rischen Bereichen arbeiten wollen, ein. Alle unsere US-BĂŒros arbeiten mit 60 bis 80% an lokaler Wertschöpfung. DarĂŒber hinaus sind die Produkte so konzipiert, dass das lokale Know-How bei der Produktion eingebracht wird. Wir fĂŒhren lediglich Lizenzierungen durch fĂŒr Produkte, die in Ăsterreich entwickelt wurden, mit europĂ€ischen Forschungsgeldern finanziert und dann an die USA ausgeliefert wurden.
Wird Frequentis noch stÀrker in seine US-Standorte investieren?
Das ist unser Plan. Wir haben 2024 von der FAA den Auftrag erhalten, deren Netzwerk von analogen FunkansteuerungsgerĂ€ten im US-Luftraum auf das digitale System APCS umzurĂŒsten. Das vorgesehene Budget, aus dem Frequentis finanziert wird, betrĂ€gt etwa 500 Mio. US-Dollar. Um diese Projekte rechtzeitig abwickeln zu können, mĂŒssen wir schnelleres Wachstum sicherstellen und deshalb massiv vor Ort investieren.
20% der Konzernerlöse stammen aus militÀrischen Anwendungen, Tendenz weiter steigend. Welche technologischen Erfordernisse sind damit in der Produktentwicklung verbunden?
In der militĂ€rischen Flugsicherung haben wir hier zusĂ€tzliche Standards, damit die InteroperabilitĂ€t der Kommunikationssysteme mit dem zivilen Bereich gewĂ€hrleistet ist. Damit diese Systeme bei Konflikthandlungen nicht ausfallen, fĂŒhren wir HĂ€rtetests durch. Und natĂŒrlich gewinnt die Cybersicherheit gegen Angriffe auf die sicherheitskritische Infrastruktur immer mehr an Bedeutung. Mit dem Sortiment der 2023 ĂŒbernommenen deutschen Firma FRAFOS bieten wir hier eine breite Produktpalette.
Sehen Sie Frequentis als NutznieĂer des milliardenschweren Investitionsprogramms der neuen Bundesregierung in Berlin?
Ich gehe davon aus. Wir haben schon beim ersten Paket des 100-Milliarden-Euro-Sondervermögens wahrgenommen, dass die Zahl der Ausschreibungen gestiegen ist. Nach den Hardware-Beschaffungen kommt Frequentis jetzt ins Spiel, wenn es um die digitale Integration der Datenströme in den Kontrollzentralen geht. Zusammen mit der Bundeswehr fĂŒhren wir seit 2024 im Rahmen des MilRADNET-Projekts fĂŒr die Radardatennetze an den 20 deutschlandweiten Radar-Standorten der Bundeswehr die neue Generation des Surveillance Data Distribution System ein. Im MĂ€rz zogen wir einen Auftrag der Bundeswehr an Land, in dem es darum geht, angreifende und unkooperative Drohnen im Drohnenverkehr zu identifizieren und zu markieren.
KI-assistierte Technologien gewinnen an Bedeutung. Denken Sie fĂŒr Frequentis hier eher an die eigene Entwicklung oder an ZukĂ€ufe?
Wir sehen uns als Frontrunner in der Software fĂŒr sicherheitskritische Einsatzleit- und Kontrollzentralen. Dabei haben wir uns als Systemintegrator positioniert, etwa bei der Verarbeitung von Radar- und Sensordaten.
Frequentis hat sich als langfristiges Ziel gesetzt, die globale Nummer Eins bei den Kommunikationslösungen fĂŒr Kontrollzentren zu werden. Wie soll das gelingen?
Wir werden im Laufe des Jahres 2025 die Zahlen aus unserem ĂŒberarbeiteten Marktmodell vorliegen haben. Marktstudien beziffern das jĂ€hrliche Umsatzpotenzial unserer ZielmĂ€rkte auf 13 Mrd. Euro. Mit unserem aktuellen Produktportfolio können wir davon bis zu 3,5 Mrd. Euro adressieren. Wir sind mit 550 Behördenkunden in 150 LĂ€ndern eine Organisation, die sich zu 100% auf sicherheitskritische Kontroll- und Einsatz-Leitzentralen fokussiert. Keiner unserer Wettbewerber ist so eindeutig positioniert und spezialisiert. Mit unserem kĂŒnftigen Marktmodell wollen wir mehr an diesem 13 Mrd. Euro Milliarden-Markt adressieren. Umsetzen werden wir das durch die Kombination von eigener Forschung und Entwicklung und gezielten ZukĂ€ufen.
Was bedeuten diese ambitionierten Ziele fĂŒr die kĂŒnftige IR-Arbeit?
Wir sehen, dass die Investoren unsere Fortschritte von einer hardware- zu einer softwarezentrierten Firma honorieren. Wir investieren jĂ€hrlich 30 Mio. Euro aus dem EBIT in eigene Forschung und Entwicklung. Das neue Analysten-Coverage durch Erste Bank und Berenberg Bank eröffnet uns neue Investorengruppen. Dass durch die geopolitische Konstellation in Europa MilitĂ€ranwendungen auch an den FinanzmĂ€rkten wieder stĂ€rker in den Blickpunkt rĂŒcken, ist ein zweiter groĂer Impuls fĂŒr die Frequentis-Aktie.
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Frequentis AG
ISIN: ATFREQUENT09
Land: Ăsterreich
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