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Die EVN investiert Milliarden in Ökostrom und Energienetze

Veröffentlicht am: 16.07.2026 um 11:36 Uhr | irw-press.com

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Der österreichische Energiekonzern stellt sich mit einem Investitionsprogramm in verschiedenen ZukunftsmĂ€rkten der Energieversorgung fĂŒr das nĂ€chste Jahrzehnt auf. Drei zentrale Elemente sind die Erzeugung von erneuerbaren Energien sowie der schnelle Ausbau der Strom-Netzinfrastruktur und Batteriespeicher. Die Milliardeninvestitionen sollen die Grundlage fĂŒr organisches Wachstum in den kommenden Jahren bilden.

 

Effizientere Energienetze, deutlich höhere KapazitĂ€ten zur Erzeugung und Speicherung von Strom und dazu neue GeschĂ€ftspotenziale unter dem Motto „Nachhaltiger. Digitaler. Produktiver.“ Mit diesen Vorgaben will die EVN ihr operatives GeschĂ€ft bis zum Ende des Jahrzehnts ganz auf die Transformation des Energiesystems ausrichten. DafĂŒr nimmt der Energiekonzern aus Niederösterreich reichlich Geld in die Hand. Eine Milliarde Euro jĂ€hrlich will die EVN bis 2030 in den Ausbau von GeschĂ€ftsfeldern investieren. Im Einzelnen handelt es sich um Windkraft, Photovoltaik, Batteriespeicher, Netzinfrastruktur, E-Ladestationen und Trinkwasserversorgung.

 

Damit hebt das Management der EVN die Investitionen gegenĂŒber dem Vorjahr erneut an. Im GeschĂ€ftsjahr 2024/25, das am 30. September endete, hatten die Investitionen mit 909,8 Millionen Euro einen neuen historischen Höchstwert erreicht und den Vorjahresbetrag von 753,0 Millionen Euro deutlich ĂŒbertroffen. 80 Prozent der Investitionen gehen in den Heimatmarkt Niederösterreich. Das grĂ¶ĂŸte Bundesland der Alpenrepublik ist landesweiter Spitzenreiter bei der Stromerzeugung aus Wind und Sonne. Etwa 50 Prozent aller WindrĂ€der und 25 Prozent aller PV-Anlagen in Österreich sind im Netzgebiet der EVN angesiedelt. Die restlichen 20 Prozent will die EVN vor allem in Bulgarien und Nordmazedonien investieren, wo der Konzern seit 2005 bzw. 2006 tĂ€tig ist.

 

Rund drei Milliarden Euro sollen im Zeitraum 2024 bis 2030 in die Strom-Verteilnetzinfrastruktur in Niederösterreich fließen. Der Fokus der Investitionen liegt hier zum einen auf der Errichtung zusĂ€tzlicher Umspannwerke und Transformatoren. Zum anderen werden Nieder- und Mittelspannungsleitungen ausgebaut, um die steigende und immer volatilere Erzeugung aus erneuerbaren Energien ins Netz zu integrieren. Parallel dazu wird die Digitalisierung der Netzinfrastruktur beschleunigt.

 

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau von Batteriespeichern an den Wind- und PV-Standorten. Es geht dabei nicht nur um den Ausgleich von Lastspitzen und die Entlastung des Netzbetriebs. Der Strom aus Überschussproduktion durch WindrĂ€der und PV-Anlagen wird vorĂŒbergehend eingespeichert und dann vermarktet, sobald die Nachfrage wieder steigt und sich bessere Preise erzielen lassen. Bis 2030 will die EVN eine BatteriespeicherkapazitĂ€t von 300 MW errichten, davon rund 200 MW in Niederösterreich. DafĂŒr wird sie auch die großen Kraftwerksstandorte Theiss und DĂŒrnrohr mit entsprechend guter Netzanbindung nutzen.

 

Im GeschĂ€ftsfeld FernwĂ€rme sind rund 450 Millionen Euro vorgesehen fĂŒr die Umsetzung der bis 2030 geplanten Projekte. Die EVN will damit ihre Position als Österreichs grĂ¶ĂŸte NaturwĂ€rmeversorgerin weiter ausbauen. Die Ausgaben gehen in den Bau von neuen GroßwĂ€rmepumpen und Biomasseheizkraftwerken sowie in die Verdichtung der FernwĂ€rmenetze, aber auch in Leistungserweiterungen bei bestehenden Anlagen. ZukĂŒnftig soll auch die Tiefen-Geothermie einen Beitrag zur FernwĂ€rmeversorgung leisten. Um geeignete Standorte fĂŒr diese heimische erneuerbare Energiequelle zu identifizieren, startet die EVN in diesem Herbst eine umfangreiche Untersuchungskampagne. Im Bereich Trinkwasserversorgung will das Unternehmen wiederum in den Ausbau der ĂŒberregionalen Transportleitungen investieren.

 

Neben dem Fokus Erneuerbare Energien haben die Investitionen fĂŒr die EVN auch einen strategischen Faktor. „Abgesehen von leistungsfĂ€higeren Netzen und Energiespeichern schaffen wir mehr UnabhĂ€ngigkeit durch regionale Energieerzeugung“, erlĂ€utert FinanzvorstĂ€ndin Alexandra Wittmann. „Dadurch verringern wir die AbhĂ€ngigkeit von internationalen MĂ€rkten.“ Ein sehr hoher Anteil der Investitionen ist taxonomiekonform, also ökologisch nachhaltig im Sinn der EU-Taxonomie-Verordnung. Im GeschĂ€ftsjahr 2024/25 waren es bereits 89,1 Prozent, was innerhalb der Energiebranche ein sehr hoher Wert ist.

 

Trotz des ambitionierten Investitionsprogramms legt die EVN großen Wert auf die Wahrung ihrer hohen BonitĂ€t. ErklĂ€rtes Ziel sind Ratings „im soliden A-Bereich“, die den langfristigen Zugang zu Kapital zu attraktiven Konditionen ermöglichen. Die jĂŒngsten Entscheidungen der Ratingagenturen untermauern dieses Ziel: Moody’s bestĂ€tigte im April 2026 das A1 Rating fĂŒr die EVN, Scope Ratings folgte im Mai 2026 mit der BestĂ€tigung des A+ – jeweils mit stabilem Ausblick.

 

FĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr 2025/26 hat der Energieversorger bei Vorlage der Halbjahreszahlen Ende Mai den Ausblick fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr bestĂ€tigt. Das Konzernergebnis wird dabei in der Bandbreite von etwa 430 Millionen bis 480 Millionen Euro erwartet. Konkret Aufschluss darĂŒber, wie sich das GeschĂ€ft im laufenden GeschĂ€ftsjahr entwickelt, werden die nĂ€chsten Quartalsergebnisse liefern, die die EVN am 27. August fĂŒr die ersten neun Monate des GeschĂ€ftsjahres prĂ€sentieren wird.

 

Als langfristige Zielsetzung nennt die EVN fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2029/30 ein EBITDA in der Bandbreite von etwa 1,1 Milliarden bis 1,2 Milliarden Euro. Ausgehend von den 909,1 Millionen Euro im GeschĂ€ftsjahr 2024/25 entspricht das untere Ende dieses Korridors einem jĂ€hrlichen Wachstum von im Schnitt vier Prozent. Schafft es die EVN, in den nĂ€chsten Jahren durch die Milliardeninvestitionen das organische Wachstum voranzutreiben und beim operativen Gewinn stĂ€rker als beim Umsatz zu wachsen, ist das Unternehmen fĂŒr Anleger ein attraktiver Mid Cap aus der europĂ€ischen Energiebranche.

 

Mit einem 2027er-KGV von unter 12 ist die EVN-Aktie deutlich niedriger bewertet als ihre deutschen Pendants RWE (18) und E.ON (16). Aber nicht nur bewertungstechnisch, sondern auch hinsichtlich der ProfitabilitÀt schneidet die EVN besser ab: 30 Prozent operative EBITDA-Marge fuhr der Energiekonzern im abgelaufenen GeschÀftsjahr 2024/25 ein und hÀngte RWE (28 Prozent) und vor allem E.ON (12,5 Prozent) hier deutlich ab.

 

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EVN

ISIN: AT0000741053

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