Die EVN setzt neue Wachstumsimpulse
01.07.2026 - 11:46:00 | irw-press.comSieben Windkraftanlagen mit insgesamt 28,8 MW Windkraftleistung hat die EVN AG vor zwei Wochen in der Gemeinde Gnadendorf-Stronsdorf nördlich von Wien in Betrieb genommen. FĂŒr den in den KernmĂ€rkten Niederösterreich, Bulgarien und Nordmazedonien tĂ€tigen Energiekonzern ist dieser Windpark ein weiterer Mosaikstein im Rahmen seiner Strategie 2030. Eine Milliarde Euro jĂ€hrlich will die seit 1989 börsennotierte Gesellschaft in den Ausbau der Stromnetze, in GroĂbatteriespeicher sowie in die Wind- und Solarenergie investieren.
Ăsterreichs zweitgröĂter Stromversorger will mit diesem Schritt das Profil seines integrierten GeschĂ€ftsmodells als Energie- und Infrastrukturdienstleister weiter schĂ€rfen. Damit reagiert die EVN auf die grundlegenden VerĂ€nderungen, die sich fĂŒr die Energiebranche aus dem Ausbau der Erneuerbaren Energien und Stromnetze und den volatilen Strompreisen ergeben. Zugleich will sich das Unternehmen die regulatorischen Rahmenbedingungen zunutze machen, wie sie etwa die Initiative âREPower EUâ vorgibt. Um die europaweite AbhĂ€ngigkeit von Drittstaaten zu verringern, so sieht es der ambitionierte Plan vor, soll innerhalb der EU der Anteil der erneuerbaren Energien am Energiemix von 23 Prozent im Jahr 2022 bis 2030 auf mindestens 42,5 Prozent steigen.
âIm Rahmen der Strategie 2030 investieren wir vorrangig in organisches Wachstum. Gleichzeitig verstĂ€rken wir unsere Schwerpunkte in Richtung Speichertechnologien, Digitalisierung und KĂŒnstliche Intelligenzâ, erlĂ€utert FinanzvorstĂ€ndin Alexandra Wittmann. 80 Prozent der Investitionen entfallen auf das Bundesland Niederösterreich, wo die EVN in Maria Enzersdorf sĂŒdlich von Wien ihren Hauptsitz hat. Der Ausbau der Netzinfrastruktur spielt dabei eine zentrale Rolle: Um die im Netzgebiet deutlich gestiegenen Schwankungen von Angebot und Nachfrage bei erneuerbaren Energien auszugleichen, will die EVN bis 2034 zusĂ€tzlich zu ihren schon bestehenden 90 Umspannwerken in Niederösterreich 55 neue errichten und zugleich die bestehenden Anlagen modernisieren.
Neben dem klaren Schwerpunkt Stromnetze sollen jeweils zehn Prozent der Investitionssumme in die erneuerbaren Energien und den Ausbau der FernwĂ€rme gehen. Weitere 15 Prozent der Investitionen sind fĂŒr die AktivitĂ€ten in Bulgarien und Nordmazedonien geplant. In diesen beiden MĂ€rkten erzielt EVN mittlerweile die HĂ€lfte des Konzernumsatzes. Die regulierten Stromnetze in diesen zwei LĂ€ndern stehen fĂŒr stabile Einnahmen und ErtrĂ€ge.
Bei den erneuerbaren Energien hat sich die EVN zum Ziel gesetzt, bis 2030 in der Windkraft die InstallationskapazitĂ€ten Windkraft von 561 auf 770 MW und von 120 MWp auf 300 MWp in der Photovoltaik auszubauen. Die Speicherleistung in GroĂbatterien soll von 12 auf 300 MW steigen, davon 200 in Ăsterreich und 100 in Bulgarien und Nordmazedonien. Die Software fĂŒr die ertragsoptimierte Bewirtschaftung der Batterien wurde von der konzerneigenen Tochter CyberGrid entwickelt. Im Bereich E-MobilitĂ€t hat die EVN im laufenden, am 30. September endenden GeschĂ€ftsjahr 2025/26 eine Kooperation mit AVIA Ăsterreich gestartet. Dabei geht es darum, den Ausbau von Schnellladestationen fĂŒr E-Fahrzeuge zu forcieren und an den AVIA-Tankstellen österreichweit zusĂ€tzliche Ladepunkte zu errichten.
Zwei klare Investitionsschwerpunkte verfolgt die EVN im GeschĂ€ftsfeld Trinkwasserversorgung. Nach den Worten von Technikvorstand Stefan Stallinger liegt ein Fokus auf der ĂŒberregionalen Vernetzung der Versorgungsinfrastruktur ĂŒber Transportleitungen. Des Weiteren will EVN die TrinkwasserqualitĂ€t mit der Installation von Naturfilteranlagen weiter hochhalten.
Regulierte und stabile ErtrĂ€ge sind auch das SchlĂŒsselwort fĂŒr die Equity Story der EVN-Aktie, die sich seit neun Monaten im Aufwind befindet. Rund 80 Prozent des EBITDA stammen aus GeschĂ€ftsfeldern mit gut kalkulierbaren Einnahmen. Als Wachstumspotential obendrauf kommen Zukunftsthemen wie der Betrieb von E-Ladeinfrastruktur, das FlexibilitĂ€tsmanagement mittels Batteriespeicher sowie die Digitalisierung zur weiteren Ergebnisoptimierung im KerngeschĂ€ft.
Mit den Halbjahreszahlen hat die EVN das Fundament fĂŒr ein erfolgreiches GeschĂ€ftsjahr 2025/26 gelegt. Verglichen mit dem Vorjahr stieg der Umsatz leicht von 1,73 auf 1,79 Milliarden Euro. Ergebnisseitig schaffte der im Wiener Leitindex ATX gelistete Konzern beim EBITDA einen Zuwachs um 7,9 Prozent auf 553,3 Millionen Euro. Der Konzerngewinn kletterte um 24,7 Prozent auf 312,4 Millionen Euro. Regulatorische Preiseffekte im NetzgeschĂ€ft, operative Verbesserungen im Energievertrieb und positive Einmaleffekte gaben dafĂŒr den Ausschlag. Beim Ausblick fĂŒr das Gesamtjahr hĂ€lt der Vorstand am Prognosekorridor von 430 bis 480 Millionen Euro fĂŒr das Konzernergebnis fest. Im Bestfall entspricht das zehn Prozent Steigerung gegenĂŒber 2024/25.
Ăber drei strategische Beteiligungen hat die EVN zusĂ€tzliche Ertragspfeiler eingebaut, die das Wachstum stĂŒtzen. Den 12,6-Prozent-Anteil am Wettbewerber Verbund, einem der europaweit gröĂten Produzenten von Wasserkraft, sieht die EVN als stabilisierenden Faktor gerade in Zeiten steigender Strompreise. Dazu kommen zwei weitere wesentliche Beteiligungen: 73,63 Prozent hĂ€lt die EVN an der Burgenland Holding, die wiederum zu 49 Prozent am gröĂten Windkraftproduzenten in Ăsterreich beteiligt ist. Auf 50,03 Prozent belĂ€uft sich der Anteil an der RAG Austria AG, einem Betreiber von Gasspeichern in Oberösterreich.
FĂŒr Anleger bietet sich die EVN als defensives Investment mit einem Renditekick durch die neuen GeschĂ€ftsfelder. Im Branchenvergleich ist die Aktie mit einem 2027er-KGV von 12 und einem Kurs-Umsatz-VerhĂ€ltnis von zwei gĂŒnstig bewertet. Als integrierter Energiekonzern und Infrastrukturdienstleister, der sich in seinen drei LĂ€ndermĂ€rkten in einem stabilen regulatorischen Umfeld bewegt, ist die EVN im internationalen Energiemarkt vergleichsweise robust aufgestellt. Die im Vergleich zu europĂ€ischen Blue Chips wie RWE, Iberdrola oder Engie gĂŒnstige Aktienbewertung ist vor diesem Hintergrund ein klares Argument fĂŒr Investoren, einen Blick auf diese auĂerhalb Ăsterreichs noch weniger bekannte Energieaktie zu werfen.
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EVN
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WKN: 878279
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