Anstieg, Ifo-GeschÀftsklimas

Ökonomenstimmen zum erneuten Anstieg des Ifo-GeschĂ€ftsklimas

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 11:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im September trotz hoher Energiepreise verbessert.

Das Ifo-GeschĂ€ftsklima stieg um 1,1 Punkte auf 89,9 Punkte, wie das MĂŒnchner Forschungsinstitut in MĂŒnchen mitteilte. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer zeigt damit den fĂŒnften Monat in Folge nach oben und erreichte den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren. GestĂŒtzt wurde der Indikator jeweils durch gestiegene Erwartungen an kĂŒnftige GeschĂ€fte und eine bessere EinschĂ€tzung der aktuellen Lage.

EinschĂ€tzungen von Ökonomen im Überblick:

Jörg KrÀmer, Chefvolkswirt der Commerzbank

"Offenbar haben die Unternehmen den jĂŒngsten massiven Anstieg der Energiepreise abgeschĂŒttelt. Die deutsche Wirtschaft ist widerstandsfĂ€higer als gedacht. Allerdings zeichnet sich trotzdem nur eine moderate Erholung ab. Denn wegen der fehlenden durchgreifenden Reformen verbessert sich die geschundene StandortqualitĂ€t nicht entscheidend, weshalb die Unternehmen sich mit Investitionen hierzulande weiter zurĂŒckhalten dĂŒrften. Außerdem leidet der Export unter dem schwachen China-GeschĂ€ft und Trumps Zöllen."

Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank

"Die deutsche Konjunktur erweist sich als widerstandsfĂ€hig gegen politische Ereignisse und hohe Ölpreise. Eine krĂ€ftige Weltkonjunktur und eine Erholung in den Dienstleistungssektoren sind die Hauptursachen. Der Sommer war wegen Hitze und Trockenheit schwierig, die ProduktionsausfĂ€lle sollten jedoch im vierten Quartal aufgeholt werden. Die Wirtschaftsreformen sind mittlerweile so weit zerredet, dass sie als Stimmungsaufheller nicht mehr viel taugen. Die Unternehmen passen sich eher an die RealitĂ€t an, und die ist gemischt: Eine krĂ€ftige Weltwirtschaft beschert neue AuftrĂ€ge, aber hohe BĂŒrokratie-, Energie- und weiter steigende Arbeitskosten behindern ein Durchstarten der Wirtschaft in Deutschland."

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank

"Die Konjunktur holt damit neuen Schwung. Ein BIP-Wachstum von ĂŒber einem Prozent im laufenden Jahr ist damit sehr wahrscheinlich geworden. Die Hoffnungen beruhen nun auf einem sich selbsttragenden Aufschwung. Eine steigende Produktion zieht Ersatz- oder Erweiterungsinvestitionen nach sich. WĂ€re dies der Fall, könnte das stĂ€rkere Wachstum ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum anhalten."

Robin Winkler, Deutschland-Chefvolkswirt der Deutschen Bank

"Investoren blicken dieser Tage auf ein gemischtes Bild: wirtschaftliches Aufrappeln einerseits, politische Fragezeichen andererseits. Besonders wichtig sind daher die ersten Anzeichen, dass die anziehende Industriekonjunktur mit gut gefĂŒllten AuftragsbĂŒchern und steigender KapazitĂ€tsauslastung bald auch zu einer Erholung am Arbeitsmarkt fĂŒhren dĂŒrfte."

Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz

"Neben deutlich steigenden Exporten nennen die Unternehmen vor allem Investitionen als Treiber. Dazu gehören die staatlichen Infrastruktur- und Verteidigungsprogramme, vor allem aber der globale Ausbau von Rechenzentren: Die starke KI-Hardware-Nachfrage stĂŒtzt europĂ€ische Anbieter von Stromverteilung, KĂŒhlung und Automatisierung. Noch ist der Aufschwung jedoch nicht selbsttragend. Die neuen Impulse stammen zu einem erheblichen Teil vom Staat und aus wenigen globalen Investitionsfeldern."

Claus Niegsch, Analyst bei der DZ Bank

"Die Stimmung in den Unternehmen ist besser als vor Beginn des Nahost-Konflikts. Weder die zuletzt stark gestiegenen Öl-, Gas- und Treibstoffpreise noch die jĂŒngsten Wahlergebnisse trĂŒbten die Zuversicht der deutschen Unternehmen. Selbst die Sorge vor aufgeweichten Reformen der Bundesregierung dĂ€mpfte den Optimismus nicht. Stattdessen ruhen die Hoffnungen der Unternehmen zunehmend auf ersten positiven Effekten der staatlichen Fiskalpakete."

Klaus Bauknecht, Analyst bei der IKB Deutsche Industriebank

"Ob die weitere Konjunkturerholung ausreichend krĂ€ftig ausfallen wird, damit Investitionen zu einem Wachstumstreiber werden, bleibt abzuwarten. Auch ist die Aufhellung des Ifo-GeschĂ€ftsklimas bisher eher zyklisch als strukturell getrieben. Prognosen fĂŒr 2027 bleiben somit mit erhöhtem Risiko behaftet und von globalen Annahmen getrieben. Mit steigenden Zinsen und weiterhin hohen Ölpreisen bleibt das Prognoserisiko fĂŒr nĂ€chstes Jahr hoch."

Jens-Oliver Niklasch, Analyst bei der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg

"Der Anstieg passt in ein Konjunkturbild, welches sich zunehmend aufhellt. Der Auftragsbestand hat in den letzten Monaten deutlich zugelegt, und das macht sich jetzt auch stĂ€rker bei den befragten Unternehmen in der Breite bemerkbar. (...) Aber Obacht! Auch aus verschleppten Reformen kann fĂŒr Deutschland ein Konjunkturrisiko entstehen. Die StandortqualitĂ€t muss jetzt, in einer Phase des beginnenden Aufschwungs, verbessert werden, sonst wird es wieder nichts mit einer nachhaltigen Erholung."

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