Marktbericht, Commodities

Marktbericht - Commodities Insight

Veröffentlicht am: 09.06.2006 um 13:01 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Das „Blutbad“ an den FinanzmĂ€rkten hĂ€lt an. Seitdem sich die ZinserhöhungsĂ€ngste ausgelöst durch die Kommentare des US-Notenbankchefs Bernanke unter den Investoren ausgebreitet haben, fallen die Notierungen weltweit. Auch die RohstoffmĂ€rkte werden mit nach unten gerissen, da plötzlich das weltweite Wirtschaftswachstum gefĂ€hrdet erscheint. Und eine globale Stagnation oder sogar Rezession wĂŒrde sicherlich die Notierungen der Rohstoffe in Mitleidenschaft ziehen.
Keine Frage, dass es durch die weltweite ÜberliquiditĂ€t und der einhergehenden Verschuldung zu großen Spannungen im Finanzsystem gekommen ist. Die große Frage war (uns ist), wie sich die Notenbanken aus dieser Misere entziehen wollen: durch Inflation oder Deflation. Beides wĂŒrde sicherlich die Ungleichgewichte abbauen, aber mit sehr unterschiedlichen Konsequenzen. Inflation wĂŒrde die angehĂ€uften Schulden immer weniger Wert sein lassen und Sachwerte, Rohstoffe, aber auch Aktien in die Höhe treiben. Durch Deflation wĂŒrde der Schuldenberg wohl hauptsĂ€chlich ĂŒber Pleiten „abgetragen“ werden. Eigentlich scheint erstere Lösung die elegantere fĂŒr die Staatlenker zu sein, aber im Moment macht es den Eindruck, als schöpfen die Notenbanken immer mehr LiquiditĂ€t ab, um PreisstabilitĂ€t zu erreichen. Dies könnte dann in einer Rezession mĂŒnden. Wir gehen davon aus, dass im Endeffekt die „Inflationslösung“ angestrebt wird und die Notenbanken bald wieder das System mit Geld ĂŒberschwemmen werden. Dann steigen auch wieder die Notierungen und besonders der „Inflationsschutz“ Gold dĂŒrfte dann zu neuen HöhenflĂŒgen ansetzen. Der neue Notenbankchef Bernanke wird wohl wie viele seiner VorgĂ€nger am Anfang seiner Amtszeit die starke Faust zeigen wollen, um dann bald wieder gegensteuern zu mĂŒssen. Wir sehen also die jetzigen Korrekturen als gute Gelegenheit, um zu gĂŒnstigen Kursen an solide Titel heran zu kommen. Besonders im Rohstoff-Bereich sind die fundamentalen Bewertungen auf einem sehr attraktiven Niveau angelangt. Gold könnte noch in die Range von 550 bis 600 USD fallen und wĂŒrde immer noch im intakten AufwĂ€rtstrend bleiben. Die Trendumkehr ist aber jederzeit möglich, weswegen besonders die langfristig orientierten Investoren am besten schon jetzt zugreifen. Am Jahresende dĂŒrfte Gold ĂŒber 650 USD notieren und dann sind die Minenaktien auch wieder auf einem anderen Niveau, als heute. Bernhard Schmidt (von Ullmann, Schmidt & Co.): Finanzanalyst fĂŒr Edelmetalle, Rohstoffe und Energie. Mehr Infos unter www.ullmannschmidt.com
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