BASF, DE000BASF111

BASF-Aktie: Evonik weist Übernahmebegehren zurück

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 09:37 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die BASF-Aktie steht nach dem Nein von Evonik zu Verhandlungen im Fokus. Der Chemiekonzern muss seine Übernahmepläne nun neu bewerten.

BASF und Evonik vor Hürde

  • Evonik weist BASFs Übernahmebegehren zurück und will eigenständig bleiben.
  • BASF hat nach einem stärkeren dritten Quartal die Ergebnisprognose für 2026 angehoben.
  • Die operative Verbesserung wird durch Restrukturierungsaufwendungen und Unsicherheit im Agrargeschäft relativiert.
BASF, DE000BASF111, Illustration mit AI erstellt.

Evonik stellt sich gegen das Übernahmebegehren von BASF. Der Essener Chemiekonzern teilte am Freitag, 30. Oktober 2026, mit, ein Schreiben über BASFs Interesse an einem freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot eingehend geprüft zu haben und nicht in Verhandlungen einzutreten. Die Meldung veröffentlichte wallstreetONLINE auf Basis von dpa-AFX.

Evonik lehnt Verhandlungen ab

Evoniks Vorstand erklärte, er wolle den Konzern strategisch als eigenständiges Unternehmen weiterentwickeln. Zugleich signalisierte das Management Bereitschaft zu einem rein informativen und vertraulichen Austausch mit BASF. Damit bleibt der Dialog möglich, konkrete Verhandlungen über eine Transaktion beginnen nach dieser Mitteilung jedoch nicht.

Die Financial Times hatte zuvor berichtet, Evonik werde eine Offerte von BASF ablehnen. Laut wallstreetONLINE standen zuletzt 24 Euro je Evonik-Aktie im Raum. Eine bestätigte Annahme oder ein vollzogener Zusammenschluss liegt damit nicht vor. Für BASF erhöht die Entscheidung den Druck, die strategischen Vorteile eines möglichen Zukaufs gegen Finanzierung, Umsetzung und die Haltung des Zielunternehmens abzuwägen.

Angehobener Ausblick bleibt wichtig

Der neue Konflikt um Evonik trifft auf eine zuletzt verbesserte operative Entwicklung. BASF meldete am 28. Oktober für das dritte Quartal 2026 einen Umsatz von 16,4 Milliarden Euro nach 14,3 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 15 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Die Zahlen und die Prognose veröffentlichte BASF in ihrer Quartalsmitteilung.

Für das Gesamtjahr erwartet BASF nun ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro. Zuvor lag die Spanne bei 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro. BASF begründete die Anpassung mit der starken Entwicklung der Kerngeschäfte. Der freie Cashflow soll weiterhin 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro erreichen.

Die operative Verbesserung ist nicht frei von Belastungen. Im dritten Quartal fielen Sondereinflüsse von minus 437 Millionen Euro an, vor allem für Restrukturierungen am Standort Ludwigshafen und einen Rechtsstreit im Bereich Care Chemicals. Das Ergebnis nach Steuern und nicht beherrschenden Anteilen sank auf 155 Millionen Euro nach 172 Millionen Euro im Vorjahr. Agricultural Solutions verzeichnete zudem einen Ergebnisrückgang und einen deutlichen Mengenrückgang.

BASF-Aktie vor dem Xetra-Start

Der Realtime-Kurs der BASF-Aktie lag am Freitag, 30. Oktober 2026, um 09:32 Uhr bei Lang & Schwarz bei 53,56 Euro, 0,43 Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom Donnerstag, 29. Oktober.

Die Kursreaktion lässt sich nicht allein der Evonik-Mitteilung zuordnen. Anleger bewerten zugleich den angehobenen Jahresausblick, die Erwartungen an das Schlussquartal und die strategischen Möglichkeiten eines möglichen Zukaufs. Entscheidend bleibt, ob BASF die operative Erholung fortsetzt, ohne Bilanz und Cashflow durch eine Transaktion übermäßig zu belasten.

BASF SE im Überblick

  • Unternehmen: BASF SE
  • ISIN: DE000BASF111
  • Ticker: BAS
  • Heimatbörse: Frankfurt
  • Lang-&-Schwarz-Kurs: 53,56 Euro am 30. Oktober 2026 um 09:32 Uhr
  • Veränderung zur Xetra-Basis: plus 0,43 Prozent gegenüber dem Xetra-Schlusskurs vom 29. Oktober 2026
  • EBITDA vor Sondereinflüssen Q3 2026: 1,6 Milliarden Euro
  • EBITDA-Ausblick 2026: 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro

Das Marktumfeld für deutsche Standardwerte lässt sich im DAX verfolgen.

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