Bodensee, Elektro-FĂ€hre

Bodensee soll erste Elektro-FĂ€hre bekommen

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 10:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Auf einer der wichtigsten FĂ€hrverbindungen am Bodensee sollen kĂŒnftig weniger Dieselabgase entstehen: Die AutofĂ€hre zwischen Konstanz und Meersburg könnte bald elektrisch fahren.

Die Stadtwerke Konstanz wollen das FĂ€hrschiff "TĂĄbor" auf einen batterieelektrischen Antrieb umrĂŒsten. DafĂŒr haben sie beim Bund einen Förderantrag eingereicht, wie das Unternehmen mitteilte. Zuvor hatten mehrere Medien darĂŒber berichtet.

Das Gesamtvolumen des Vorhabens liegt demnach bei rund zwölf Millionen Euro. Bis zu 90 Prozent der förderfĂ€higen Kosten sollen durch den Bund ĂŒbernommen werden. Eine Entscheidung ĂŒber den Antrag steht allerdings noch aus. Erst nach einer Förderzusage und weiteren BeschlĂŒssen können die Stadtwerke ĂŒber die Umsetzung entscheiden.

Die "TĂĄbor" erbringt nach Angaben der Stadtwerke fast ein Drittel der Verkehrsleistung auf der FĂ€hrverbindung zwischen Konstanz und Meersburg. "Mit der Elektrifizierung des Schiffs könnte der Dieselverbrauch der FĂ€hr-Flotte kĂŒnftig deutlich reduziert werden", erklĂ€rte Stadtwerke-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Norbert Reuter.

Umbau und Ladeinfrastruktur geplant

FĂŒr den elektrischen Betrieb sind Batteriesysteme mit einer SpeicherkapazitĂ€t von rund 3,6 Megawattstunden vorgesehen. Außerdem sollen die Energieverteilung an Bord erneuert und weitere technische Anlagen angepasst werden. Die bisherigen Dieselmotoren zur Stromerzeugung sollen im regulĂ€ren Betrieb durch Batterien ersetzt werden.

Auch am FÀhrhafen Konstanz-Staad ist eine neue Ladeinfrastruktur geplant. WÀhrend die Autos auf- und abgeladen werden, soll das Schiff innerhalb weniger Minuten Strom aufnehmen. Ein stationÀrer Batteriespeicher an Land soll dabei die begrenzte Leistung des Stromnetzes ausgleichen. ZusÀtzlich ist eine Ladeeinrichtung am Nachtliegeplatz vorgesehen.

Umfassende Modernisierung

Die 2004 in Betrieb genommene FÀhre soll im Zuge des Projekts umfassend modernisiert werden. Die FÀhre "Tåbor" sei technisch und wirtschaftlich ein leistungsfÀhiges Schiff, das noch viele Jahre eingesetzt werden solle, so die Stadtwerke weiter.

Auf der fĂŒr Pendler und Touristen wichtigen Verbindung verkehren sechs FĂ€hrschiffe. Der Seetörn von 15 Minuten erspart einen Umweg von rund 70 Kilometern. Mit der "Richmond" ist schon ein Schiff mit alternativem Antrieb unterwegs. Die im Oktober 2023 in Dienst gestellte FĂ€hre wird von zwei Gasmotoren angetrieben, die mit verflĂŒssigtem Bio-Erdgas (LNG) laufen.

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