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Coface Deutschland / Kupfer, Nickel, Aluminium: Energiewende verschÀrft ...

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 09:56 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Kupfer, Nickel, Aluminium: Energiewende verschĂ€rft Knappheit bei Industriemetallen Mainz - FĂŒr die Energiewende, den Ausbau von Stromnetzen und den weltweiten Boom von KI-Rechenzentren werden enorme Mengen an Kupfer, Nickel und Aluminium benötigt.

Eine Analyse des Kreditversicherers Coface zeigt, dass die Nachfrage nach diesen Industriemetallen bis 2035 deutlich stĂ€rker steigen dĂŒrfte als das Angebot. Die Folge wĂ€ren strukturelle EngpĂ€sse. Gleichzeitig könnten sich die Preise fĂŒr Kupfer und Nickel nahezu verdoppeln.

"Die Nachfrage nach Industriemetallen wird seit Jahren von Megatrends wie Urbanisierung, Infrastrukturinvestitionen und dem Wachstum der SchwellenlÀnder getragen. Mit der Energiewende und der fortschreitenden Digitalisierung sind zusÀtzliche Nachfragetreiber hinzugekommen", sagt Simon Lacoume, Branchenanalyst beim internationalen Kreditversicherer Coface. Nach SchÀtzungen der Internationalen Energieagentur könnten saubere Technologien bis 2035 bereits rund 35 Prozent der weltweiten Nachfrage nach Kupfer und Nickel ausmachen.

Neue KapazitÀten entstehen nur langsam

Der steigenden Nachfrage steht ein Angebot gegenĂŒber, das sich nur begrenzt ausweiten lĂ€sst. Neue Minen entstehen nur langsam: Weniger als ein Prozent aller Explorationsprojekte erreicht die Produktionsphase, und bis zur Förderung vergehen im Durchschnitt fast 20 Jahre. Gleichzeitig belasten sinkende Erzgehalte, steigende Kosten und geringe Renditen den KapazitĂ€tsausbau. Zudem konzentrieren sich Förderung und Weiterverarbeitung zunehmend auf wenige LĂ€nder. So steht Indonesien fĂŒr 67 Prozent der weltweiten Nickelerzproduktion, wĂ€hrend China bei mehreren Metallen mehr als die HĂ€lfte der globalen RaffineriekapazitĂ€ten kontrolliert. Damit nimmt China eine SchlĂŒsselrolle in den Lieferketten vieler strategisch wichtiger Metalle ein. Hinzu kommt ein deutlicher Anstieg von HandelsbeschrĂ€nkungen fĂŒr kritische Mineralien. Weltweit waren Ende 2025 bereits 1.138 entsprechende Maßnahmen in Kraft. Zehn Jahre zuvor lag ihre Zahl noch bei 357.

Nickelmarkt droht VersorgungslĂŒcke von 35 Prozent

Besonders groß könnten die AngebotslĂŒcken bei Nickel werden. Getrieben durch die Nachfrage aus der Batterieproduktion und ElektromobilitĂ€t könnte dem Markt bis 2035 ein Defizit von rund 6,5 Millionen Tonnen drohen. Das entsprĂ€che etwa 35 Prozent der prognostizierten Nachfrage. Auch bei Kupfer zeichnet sich eine deutliche Verknappung ab. Der SchlĂŒsselrohstoff fĂŒr die Elektrifizierung von Wirtschaft und Infrastruktur könnte bis 2035 je nach Entwicklung der Nachfrage ein Angebotsdefizit von 1,5 bis 6,5 Millionen Tonnen verzeichnen. "In einem Szenario mit besonders hoher Nachfrage könnte die AngebotslĂŒcke bis zu 17 Prozent der weltweiten Nachfrage erreichen. ZusĂ€tzlichen Druck erzeugt der rasante Ausbau von Rechenzentren", sagt Simon Lacoume. Auch bei Aluminium rechnen die Coface-Analysten mit einer zunehmenden Verknappung. Bis 2035 könnte die AngebotslĂŒcke auf fĂŒnf bis 15 Millionen Tonnen anwachsen. Anders als bei Kupfer und Nickel sind bei Aluminium weniger die Rohstoffe selbst der Engpass. Entscheidend sind vor allem Investitionen in neue ProduktionskapazitĂ€ten und der Zugang zu wettbewerbsfĂ€higer Energie.

Kupfer- und Nickelpreise könnten sich bis 2035 verdoppeln

Die wachsende LĂŒcke zwischen Angebot und Nachfrage dĂŒrfte die Preise dauerhaft steigen lassen. Nach EinschĂ€tzung von Coface könnten sich die Preise fĂŒr Kupfer und Nickel bis 2035 nahezu verdoppeln. "Auch bei Aluminium rechnen wir mit deutlichen Preissteigerungen", sagt Simon Lacoume. "FĂŒr Unternehmen wird der Zugang zu kritischen Metallen damit zunehmend zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor."

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