Daimler Truck profitiert von Erholung in USA - Aktie gibt nach
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 08:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAuch bei den AuftrĂ€gen ging es weiter nach oben, wenn auch das NeugeschĂ€ft nicht mehr ganz so hoch ausfiel wie in den Vorquartalen. In Europa blieb die ProfitabilitĂ€t verhalten. Das Management um Chefin Karin Radström erwartet nun auch im vierten Quartal ein ordentliches Abschneiden in Nordamerika. Auch bei der in Europa und Lateinamerika prĂ€senten Marke Mercedes-Benz Trucks dĂŒrfte es dann wieder besser aussehen. Die Aktie reagierte in einem schwachen Börsenumfeld zunĂ€chst mit AbschlĂ€gen.
Das im Dax DE0008469008 notierte Papier lag vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate knapp zwei Prozent unter dem Xetra-Schluss des Vorabends. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi schrieb am Morgen, alles in allem wĂ€ren die Resultate wie erwartet. Das Ergebnis in Nordamerika sei dank einer Zollerstattung sehr stark ausgefallen. Michael Aspinall von der US-Investmentbank Jefferies sprach von positiven Aussichten fĂŒr das vierte Quartal. Allerdings sĂ€hen die Erwartungen des Marktes an das operative Ergebnis im kommenden Jahr ambitioniert aus.
Das um Sondereffekte bereinigte Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern stieg im dritten Quartal im Jahresvergleich um fast drei Viertel auf 1,12 Milliarden Euro. Im IndustriegeschĂ€ft zog die bereinigte operative Gewinnmarge um fast drei Prozentpunkte auf 9,1 Prozent an und fiel damit besser aus als von Analysten erwartet. Vor allem in Nordamerika berappelte sich das GeschĂ€ft, dort verdoppelte sich die operative Marge nahezu. In Europa ging sie hingegen leicht zurĂŒck.
Der Umsatz des IndustriegeschĂ€fts - also ohne die Finanzdienstleistungen gerechnet - kletterte im Jahresvergleich um ein FĂŒnftel auf 11,6 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Freitag in Leinfelden-Echterdingen mitteilte. Im dritten Quartal verkaufte das Unternehmen wie bereits bekannt deutlich mehr Fahrzeuge als im sehr schwachen Vorjahreszeitraum. Der Absatz stieg um 26 Prozent auf 91.260 Fahrzeuge.
In Nordamerika legten die VerkĂ€ufe mit einem Anstieg von ĂŒber der HĂ€lfte deutlich zu. Dort waren im Vorjahr wegen der Zollerhöhungen von US-PrĂ€sident Donald Trump die VerkĂ€ufe eingebrochen. Kaum noch Spediteure hatten Lkw gekauft wegen der Unsicherheit um kĂŒnftige Transportmengen. Die Lage hat sich aber seit einigen Quartalen wieder aufgehellt. Nordamerika ist mit den Marken Freightliner und Western Star der gröĂte und lukrativste Markt der Schwaben.
Im vierten Quartal nun dĂŒrfte das Nordamerika-GeschĂ€ft eine Marge um das obere Ende der Jahres-Prognosespanne von 9 bis 11 Prozent dort abwerfen, nach hohen 12,1 Prozent im dritten Jahresviertel. Bei Mercedes-Benz wird die Marge nach Kalkulation von Finanzchefin Eva Scherer ĂŒber die Jahres-Prognosespanne von 6 bis 8 Prozent hinaus steigen. Im dritten Quartal lag sie hier bei 6,3 Prozent.
Der Auftragseingang legte konzernweit um 10 Prozent auf 71.168 Fahrzeuge zu. Der auf die AktionÀre entfallende Nettogewinn stieg um 59 Prozent auf 689 Millionen Euro. Chefin Karin Radström bestÀtigte den Jahresausblick.
Der Konzern fĂŒhrte die positive Entwicklung auf eine sich erholende Marktlage zurĂŒck. Die Ergebnisse im dritten Quartal zeigten, dass das GeschĂ€ft weiter an Dynamik gewinne, sagte Radström laut Mitteilung. "Besonders wichtig ist, dass wir unsere ProfitabilitĂ€t verbessert haben und gleichzeitig weltweit voll auf unsere Kunden ausgerichtet bleiben", ergĂ€nzte sie.
