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Daimler Truck profitiert von US-Erholung - AuftrÀge enttÀuschen

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 10:47 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
LEINFELDEN-ECHTERDINGEN - Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck DE000DTR0CK8 hat im dritten Quartal von der Erholung auf dem im Vorjahr sehr schwachen US-Markt profitiert.

(neu: Kurs aktualisiert nach Handelsbeginn, weitere Analysten, Details aus Call.)

LEINFELDEN-ECHTERDINGEN (dpa-AFX) - Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck DE000DTR0CK8 hat im dritten Quartal von der Erholung auf dem im Vorjahr sehr schwachen US-Markt profitiert. In Europa blieb die ProfitabilitĂ€t dagegen verhalten. Das Management um Chefin Karin Radström erwartet nun auch im vierten Quartal ein ordentliches Abschneiden in Nordamerika. Bei der in Europa und Lateinamerika prĂ€senten Marke Mercedes-Benz Trucks dĂŒrfte es dann wieder besser aussehen. Bei den AuftrĂ€gen ging es weiter nach oben, wenn auch das NeugeschĂ€ft nicht mehr ganz so hoch ausfiel wie in den Vorquartalen. Das sorgte fĂŒr EnttĂ€uschung unter Anlegern. Die Aktie fiel in einem schwachen Börsenumfeld deutlich.

Das im Dax DE0008469008 notierte Papier rutschte im frĂŒhen Handel um bis zu 8,3 Prozent ab, zuletzt betrug das Minus bei 39,95 Euro noch 4,7 Prozent. Die neuen Bestellungen seien schwĂ€cher als von Analysten erwartet ausgefallen, schrieb Analyst Nick Housden von der kanadischen Investmentbank RBC. Investoren hĂ€tten aber vielfach wohl schon mit einem solchen Auftragsniveau gerechnet. Anthony Dic von Oddo BHF sah den Auftragseingang ebenfalls unter den Markterwartungen.

JPMorgan-Analyst Jose Asumendi schrieb, alles in allem seien die Resultate wie erwartet. Das Ergebnis in Nordamerika sei dank einer Zollerstattung sehr stark ausgefallen. Michael Aspinall von der US-Investmentbank Jefferies sprach von positiven Aussichten fĂŒr das vierte Quartal. Allerdings sĂ€hen die Erwartungen des Marktes an das operative Ergebnis im kommenden Jahr ambitioniert aus.

Der Auftragseingang im Quartal legte konzernweit um 10 Prozent auf 71.168 Fahrzeuge zu. Zum zweiten Mal nacheinander lagen die neuen Bestellungen damit unter dem jeweiligen Absatz im Quartal. Im vierten Quartal 2025 sowie im ersten Jahresviertel 2026 hatten die AuftragseingĂ€nge sogar noch jeweils die Marke von 100.000 Fahrzeugen ĂŒberstiegen - dabei war aber auch ein Nachholeffekt der zuvor eingebrochenen Bestellungen zum Tragen gekommen.

Das um Sondereffekte bereinigte Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern stieg im dritten Quartal im Jahresvergleich um fast drei Viertel auf 1,12 Milliarden Euro. Im IndustriegeschĂ€ft zog die bereinigte operative Gewinnmarge um fast drei Prozentpunkte auf 9,1 Prozent an und fiel damit besser aus als von Analysten erwartet. Vor allem in Nordamerika berappelte sich das GeschĂ€ft, dort verdoppelte sich die operative Marge nahezu. In Europa ging sie hingegen leicht zurĂŒck.

Der Umsatz des IndustriegeschĂ€fts - also ohne die Finanzdienstleistungen gerechnet - kletterte im Jahresvergleich um ein FĂŒnftel auf 11,6 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Freitag in Leinfelden-Echterdingen mitteilte. Im dritten Quartal verkaufte das Unternehmen wie bereits bekannt deutlich mehr Fahrzeuge als im sehr schwachen Vorjahreszeitraum. Der Absatz stieg um 26 Prozent auf 91.260 Fahrzeuge.

In Nordamerika legten die VerkĂ€ufe mit einem Anstieg von ĂŒber der HĂ€lfte deutlich zu. Dort waren im Vorjahr wegen der Zollerhöhungen von US-PrĂ€sident Donald Trump die VerkĂ€ufe eingebrochen. Wegen der Unsicherheit ĂŒber kĂŒnftige Transportmengen hatten viele Spediteure Investitionen in neue Lastwagen zurĂŒckgestellt. Die Lage hat sich aber seit einigen Quartalen wieder aufgehellt. Nordamerika ist mit den Marken Freightliner und Western Star der grĂ¶ĂŸte und lukrativste Markt der Schwaben.

Im vierten Quartal nun dĂŒrfte das Nordamerika-GeschĂ€ft eine Marge um das obere Ende der Jahres-Prognosespanne von 9 bis 11 Prozent abwerfen, nach hohen 12,1 Prozent im dritten Jahresviertel. Bei Mercedes-Benz wird die Marge nach Kalkulation von Finanzchefin Eva Scherer ĂŒber die Jahres-Prognosespanne von 6 bis 8 Prozent hinaus steigen. Im dritten Quartal lag sie hier bei 6,3 Prozent. Fortschreiben ins neue Jahr lasse sich das vierte Quartal aber nicht, da hier auch Nachholeffekte zum Tragen kĂ€men.

Radström Ă€ußerte sich optimistisch fĂŒr das kommende Jahr. Die Frachtraten hĂ€tten auch zuletzt weiter angezogen. Branchenexperten zufolge können steigende Frachterlöse dazu beitragen, dass Spediteure mit anziehenden Gewinnmargen ihre alternden Lkw-Flotten schneller erneuern.

Der auf die AktionĂ€re entfallende Nettogewinn stieg um 59 Prozent auf 689 Millionen Euro. Chefin Karin Radström bestĂ€tigte den Jahresausblick. Im IndustriegeschĂ€ft soll der Umsatz auf 43 bis 47 Milliarden steigen, die bereinigte operative Marge dĂŒrfte zwischen 7 und 9 Prozent liegen. Im Vorjahr standen hier 42,1 Milliarden Euro Erlös und eine Marge von 7,9 Prozent zu Buche.

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