Anteil angeschlagener Unternehmen in der Schweiz steigt und spiegelt europÀischen Trend wieder
01.04.2025 - 08:30:13| Dynamics Group AG / Schlagwort(e): Studie 01.04.2025 / 08:30 CET/CEST Medienmitteilung  Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten in Europa auf höchsten Stand seit Pandemie Rund 8 % der Schweizer Unternehmen werden als finanziell kritisch beurteilt Sektoren Chemie, Modeeinzelhandel und Industrie verzeichnen höchsten Anstieg  ZĂŒrich, 1. April 2025 - Das weltweit tĂ€tige Beratungsunternehmen Alvarez & Marsal (A&M) hat seinen halbjĂ€hrlich erscheinenden Alvarez & Marsal Distress Alert (ADA)1 veröffentlicht, der die finanzielle LeistungsfĂ€higkeit und bilanzielle SoliditĂ€t von mehr als 22.000 Unternehmen in Europa und dem Nahen Osten bewertet. Der Bericht stellt fest, dass der Prozentsatz der Unternehmen, die sich in finanziellen Schwierigkeiten (sog. «Financial Distress») befinden - eine Kombination aus fragiler Bilanz und unzureichender Ertragslage - um 22 % gestiegen ist. 11,5 % der europĂ€ischen Unternehmen befinden sich in Schwierigkeiten, was eine RĂŒckkehr zu dem zuletzt wĂ€hrend der COVID-19-Pandemie beobachteten Niveau bedeutet. In sieben von neun untersuchten MĂ€rkten, darunter grosse Volkswirtschaften wie Grossbritannien und Frankreich, ist die Zahl der Unternehmen in Schieflage im vergangenen Jahr gestiegen. Dies spiegelt den zunehmenden Druck auf das Wachstum und die RentabilitĂ€t der Unternehmen wieder, der durch das langsamere Wirtschaftswachstum, die eingetrĂŒbte Konsumentenstimmung und die zunehmenden geopolitischen Spannungen verursacht wird, welche nicht nur die Unternehmensplanung immer komplexer und anspruchsvoller gestalten, sondern auch die Ungewissheit erhöhen. In der gesamten EMEA-Region hat die Zahl der Unternehmen mit schwachen Bilanzen einen Rekordwert von 35,4 % erreicht. Darin spiegeln sich die Auswirkungen der steigenden Finanzierungskosten und den LiquiditĂ€tsdruck in einem Umfeld hoher ZinssĂ€tze wieder, was die FĂ€higkeit der Unternehmen, ihre Schulden zu bedienen, erheblich beeintrĂ€chtigt. Deutschland weist den höchsten Anteil an notleidenden Unternehmen in der Region und den stĂ€rksten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr in Europa auf. Die Notlage deutscher Unternehmen hat sich von 8,1 % im Jahr 2023 auf 16,6 % im Jahr 2024 mehr als verdoppelt. Dies zeigt den zunehmenden wirtschaftlichen Druck auf die grösste europĂ€ische Volkswirtschaft, die mit einer schwĂ€chelnden globalen Nachfrage, hohen Energiekosten, Infrastrukturproblemen und politischer InstabilitĂ€t im In- und Ausland zu kĂ€mpfen hat. Der starke Anstieg der Notlage bei deutschen Unternehmen unterstreicht die Schwere des wirtschaftlichen Abschwungs, der nach zwei Jahren der Kontraktion auf die lĂ€ngste Stagnationsphase seit dem Zweiten Weltkrieg zusteuern könnte. Europaweit waren Einzelhandel, Chemie, Medien und Unterhaltung, Industrie und das Baugewerbe im Jahr 2024 am stĂ€rksten von der Krise betroffen. Insgesamt gab es 2024 in 11 Sektoren mehr notleidende Unternehmen als im Vorjahr. Gioele Balmelli, Director Restructuring Switzerland bei Alvarez & Marsal, sagt: "Die europĂ€ischen Unternehmen stehen von allen Seiten unter Druck, da die Nachfrage sinkt und die Unsicherheit der Verbraucher sowie die Finanzierungskosten steigen. Die SchwĂ€che der Unternehmensbilanzen ist besonders besorgniserregend, und die Unternehmen mĂŒssen schnell Massnahmen ergreifen, um die Robustheit ihrer Bilanzen zu bewerten, sonst sind sie im Falle eines unerwarteten Ereignisses in ihrer UnternehmensfortfĂŒhrung gefĂ€hrdet."  Insolvenzrisiko in der Schweiz auf höchstem Stand seit 2022 Die Schweiz verzeichnete im Jahresvergleich einen der stĂ€rksten ZuwĂ€chse bei den Unternehmen mit Insolvenzrisiko. Der Anteil der Unternehmen in Schwierigkeiten stieg in der Schweiz im Jahresvergleich um 14 %, und der Anteil der Unternehmen mit mangelnder Ertragslage nĂ€hert sich nun dem anderer grosser Volkswirtschaften wie Grossbritannien, Spanien und Italien. Die neuesten Daten zeigen, dass sich 8,2 % der Schweizer Unternehmen in Schwierigkeiten befinden, gegenĂŒber 6,6 % im Vorjahr. Der Anstieg deutet auf zunehmende wirtschaftliche Herausforderungen hin, da die Unternehmen mit steigenden ZinssĂ€tzen, erodierender RentabilitĂ€t und LiquiditĂ€tsengpĂ€ssen zu kĂ€mpfen haben. Eine wachsende Zahl von Unternehmen meldet schwache ErtrĂ€ge, unzureichende LiquiditĂ€t und sich verschlechternde Bilanzen. Alessandro Farsaci, Managing Director und Head of Restructuring Switzerland bei Alvarez & Marsal, sagt: "Die Zunahme von Schweizer Unternehmen, welche ein erhöhtes Insolvenzrisiko aufweisen, spiegelt den allgemeinen europĂ€ischen Trend wieder. Höhere Finanzierungskosten und wirtschaftliche Unsicherheit belasten die Bilanzen der Unternehmen, so dass es fĂŒr die Unternehmen entscheidend ist, wohl mit sorgfĂ€ltigem Blick auf die WettbewerbsfĂ€higkeit aber dennoch schnell und entschieden zu handeln. Schweizer Unternehmen mit einem hohen Anteil an Exporten, unter anderem in die USA, nach Deutschland und China, sind besonders gefĂ€hrdet. Zudem wird es fĂŒr Unternehmen bestimmter Branchen immer schwieriger, höhere Kosten an ihre Kunden weiterzugeben, und der Druck auf die Margen dĂŒrfte im Laufe des Jahres weiter zunehmen, was sich negativ auf die ErtrĂ€ge auswirken kann."  Methodik Der A&M Distress Alert bewertet systematisch die LeistungsfĂ€higkeit und BilanzstabilitĂ€t europĂ€ischer Unternehmen mit Hilfe einer eigens entwickelten Methode, die von erfahrenen Restrukturierungsexperten auf der Grundlage umfangreicher praktischer Erfahrungen entwickelt wurde, um diejenigen Unternehmen zu identifizieren, die sich in einer finanziellen Notlage befinden oder sich möglicherweise bald in diese Richtung bewegen werden. Die Studie basiert auf den Daten von mehr als 20.000 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von ĂŒber 20 Millionen Euro in 33 LĂ€ndern in Europa und dem Nahen Osten, die durchgĂ€ngig Daten fĂŒr die Jahre 2020 bis 2023 zur VerfĂŒgung gestellt haben, sowie auf den Daten von rund 3.700 Unternehmen, die bis November 2024 Finanzergebnisse gemeldet haben Der ADA-Index analysiert 18 KPIs, um zwei Sub-Scores zu bilden: den Performance-Score, der auf der eigenen Gewinn- und Verlustrechnung des Unternehmens sowie den damit verbundenen KPIs im Vergleich zu seinen Branchenkollegen basiert, und den Robustheits-Score, der auf detaillierten Bilanzdaten beruht.  Ăber Alvarez & Marsal Alvarez & Marsal wurde 1983 gegrĂŒndet und ist ein fĂŒhrendes, weltweit tĂ€tiges Dienstleistungsunternehmen. Alvarez & Marsal ist bekannt fĂŒr seine FĂŒhrungsqualitĂ€ten, sein Handeln und seine Ergebnisse. Das Unternehmen bietet Beratungs-, Leistungsverbesserungs- und Turnaround-Management-Dienstleistungen und liefert praktische Lösungen fĂŒr die einzigartigen Herausforderungen seiner Kunden. Mit einem weltweiten Netzwerk erfahrener Mitarbeiter, erstklassiger Berater, ehemaliger Regulierungsbehörden und Industriebehörden unterstĂŒtzt Alvarez & Marsal Unternehmen, VorstĂ€nde, Private-Equity-Firmen, Anwaltskanzleien und Regierungsbehörden dabei, die Transformation voranzutreiben, Risiken zu minimieren und in jeder Wachstumsphase Werte zu schaffen. Weitere Informationen finden Sie unter: AlvarezandMarsal.com.  Kontakt:  Nicolas Weidmann Dynamics Group +41 (0)79 372 2981 [email protected]  Alessandro Farsaci Managin Director, Restructuring Alvarez & Marsal [email protected]  Zusatzmaterial zur Meldung: Datei: ADA Swiss Medien Mitteilung 2025 D Datei: A&M Distressed Alert Report March 2025 Ende der Medienmitteilungen |

