Ericsson-Aktie: Konzern startet System zur Drohnenerkennung
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 09:27 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSNeue Einsatzfelder für 5G-Netze
- Ericsson führt ein System ein, das Drohnen auch ohne direkte Netzverbindung erkennen und verfolgen soll.
- Erste kommerzielle Pilotprojekte sind für 2027 geplant, grössere Einsätze sollen ab 2028 folgen.
- Tests mit AT&T, Erillisverkot und Partnern in Polen zeigten den Einsatz der Technik in unterschiedlichen Umgebungen.
Ericsson hat am Donnerstag, 5. November 2026, ein System zur Erkennung und Verfolgung von Drohnen über bestehende Mobilfunknetze vorgestellt. Die Ankündigung veröffentlichte Cyprus Shipping News auf Grundlage der Ericsson-Mitteilung.
5G-Netz wird zum Sensorsystem
Das Ericsson ISAC System nutzt 5G-Funktechnik, Edge Computing, künstliche Intelligenz und Signalverarbeitung. Es soll auch Objekte erkennen, die nicht mit dem Mobilfunknetz verbunden sind, und ihre Bewegungen über mehrere Standorte hinweg verfolgen. Die Lösung ergänzt laut Ericsson Radar und andere Sensoren, ersetzt sie aber nicht.
Die Technik wertet nach Angaben des Unternehmens Reflexionen von Funksignalen aus. Mehrere räumlich getrennte Mobilfunkstandorte senden und empfangen dabei Signale, sodass sich Drohnen aus verschiedenen Blickwinkeln erfassen lassen. Ericsson zufolge wurden bei Tests Kleindrohnen über Entfernungen im Kilometerbereich erkannt und mit dreidimensionaler Positionierung verfolgt.
Kommerzielle Einführung ab 2027
Ericsson will zunächst ausgewählte, klein angelegte Pilotprojekte für reine Ortungsanwendungen starten. Diese sollen 2027 beginnen. Breiter angelegte Einsätze sind ab 2028 vorgesehen. Eine integrierte Kommunikationsfunktion soll im Zuge der Weiterentwicklung in Richtung 6G hinzukommen.
Erprobt wurde das System unter anderem mit AT&T in Arlington im US-Bundesstaat Texas. In Helsinki demonstrierte Ericsson die Erfassung durch mehrere 5G-Standorte gemeinsam mit Erillisverkot. In Polen arbeiteten Ericsson, Asseco und Play mit einem akustischen Ortungssystem zusammen.
Neue Perspektive für Netzbetreiber
Für Ericsson eröffnet die Nutzung vorhandener Funkstandorte ein zusätzliches Anwendungsfeld neben der klassischen Datenübertragung. Als mögliche Abnehmer nennt das Unternehmen Betreiber kritischer Infrastruktur, Sicherheitsbehörden, Verkehr und Industrie. Der wirtschaftliche Beitrag hängt davon ab, ob aus den Pilotprojekten wiederholbare Aufträge und skalierbare Dienste entstehen.
Der Realtime-Kurs der Ericsson-Aktie lag am Donnerstag, 5. November 2026, um 09:19 Uhr bei Lang & Schwarz bei 9,56 Euro.
Ericsson im Überblick
- Unternehmen: Ericsson
- ISIN: SE0000108656
- Kurs: 9,56 Euro bei Lang & Schwarz, 5. November 2026, 09:19 Uhr
- Neues Produkt: Ericsson ISAC System
- Geplanter Start: Pilotprojekte ab 2027, breitere Einsätze ab 2028
Der OMXS30 bildet das Marktumfeld des schwedischen Heimatmarkts ab.
