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Erste-Aktie: Übernahmeangebot für Polen erreicht Annahmephase

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 09:30 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die Erste-Aktie bleibt wegen des Übernahmeangebots für die polnische Tochter im Anlegerfokus. Die Annahmefrist läuft voraussichtlich 30 Tage.

Polen-Ausbau und Jahresziele

  • Die Erste Group will ihre Beteiligung an der Erste Bank Polska über die Mehrheitsschwelle erhöhen.
  • Das Angebot soll aus eigenen Mitteln finanziert und im Dezember 2026 abgewickelt werden.
  • Nach neun Monaten stieg das Kreditvolumen einschließlich Polen auf 287,4 Milliarden Euro.
Erste, AT0000652011, Illustration mit AI erstellt.

Die Erste Group treibt den Ausbau ihrer Beteiligung an der polnischen Erste Bank Polska voran. Das freiwillige Übernahmeangebot wurde nach der aufsichtsrechtlichen Genehmigung am 2. November 2026 gestartet, die Annahmefrist begann am 3. November. Die Erste Group strebt damit die Mehrheit an der polnischen Bank an.

Mehrheit in Polen angestrebt

Die Beteiligung soll von derzeit 49 Prozent auf mehr als 50 Prozent steigen. Als Obergrenze nennt die Erste Group 75 Prozent, sodass ein Streubesitz von mindestens 25 Prozent erhalten bleibt. Der Angebotspreis beträgt rund 713 polnische Zloty je Aktie. Die Annahmefrist soll voraussichtlich 30 Tage dauern und kann nach den geltenden Vorschriften verlängert werden.

Die Transaktion soll im Dezember 2026 abgewickelt werden. Voraussetzung ist, dass ausreichend Aktien angedient werden, um die Mehrheitsschwelle zu überschreiten und zugleich unter der Obergrenze von 75 Prozent zu bleiben. Die Erste Group will den Erwerb wie schon die ursprüngliche Beteiligung vollständig aus eigenen Mitteln finanzieren. Nach dem Vollzug strebt sie weiterhin eine harte Kernkapitalquote von mehr als 14,25 Prozent an.

Geschäft wächst mit Polen

Die polnische Tochter ist bereits in den Neunmonatszahlen 2026 konsolidiert. Einschließlich Erste Bank Polska stieg das Kreditvolumen seit Jahresbeginn um 23,9 Prozent auf 287,4 Milliarden Euro. Das Kreditportfolio der polnischen Bank trug davon 41,9 Milliarden Euro bei. Das Einlagenvolumen erhöhte sich einschließlich Polen um 28,1 Prozent auf 324,1 Milliarden Euro.

Der Zinsüberschuss lag mit 8,3 Milliarden Euro um 43,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Provisionsüberschuss wuchs um 24,0 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Der Nettogewinn der Gruppe erhöhte sich einschließlich der polnischen Tochter um 20,6 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalverzinsung auf das materielle Eigenkapital erreichte 20,9 Prozent.

Im operativen Geschäft hob die Erste Group ihr Ziel für das Kreditvolumen 2026 auf mehr als 290 Milliarden Euro an. Der Zinsüberschuss ohne Erste Bank Polska soll nun um mehr als 6 Prozent steigen, zuvor hatte die Prognose bei etwa 5 Prozent gelegen. Beim Provisionsüberschuss ohne Polen erwartet die Bank etwa 10 Prozent Wachstum nach zuvor 7 bis 9 Prozent. Die Kosten-Ertrags-Relation soll unter 46 Prozent sinken.

Realtime-Kurs am Donnerstagmorgen

Der Realtime-Kurs der Erste-Aktie lag am Donnerstag, 5. November 2026, um 09:21 Uhr bei Lang & Schwarz bei 113,40 Euro.

Erste Group Bank AG

  • ISIN: AT0000652011
  • Kurs: 113,40 Euro bei Lang & Schwarz, Donnerstag, 5. November 2026, 09:21 Uhr
  • Angebotspreis Erste Bank Polska: rund 713 polnische Zloty je Aktie
  • Beteiligungsziel: mehr als 50 Prozent, höchstens 75 Prozent
  • Kreditvolumen nach neun Monaten: 287,4 Milliarden Euro einschließlich Polen

Das Marktumfeld für österreichische Banken und die Erste-Aktie lässt sich über den ATX verfolgen.

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