EU-LĂ€nder, Klimaregeln

EU-LĂ€nder wollen Klimaregeln wegen Energiekrise verschieben

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 11:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Angesichts der Energiepreiskrise sollen nach dem Willen Deutschlands und anderer EU-LĂ€nder bestimmte Klimaschutzregeln fĂŒr importierte fossile Brennstoffe spĂ€ter als geplant greifen.

Bei einem Treffen der Botschafter der Mitgliedstaaten in BrĂŒssel stimmte eine Mehrheit dafĂŒr, dass Importeure von Öl, Gas und Kohle erst ab 2028 EU-Klimaschutzregeln fĂŒr das klimaschĂ€dliche Treibhausgas Methan befolgen mĂŒssen - ein Jahr spĂ€ter als bisher vorgesehen. Das teilte die derzeitige irische RatsprĂ€sidentschaft mit.

Die einjĂ€hrige Verschiebung soll auch zusĂ€tzlichen Druck auf die Versorgungssicherheit bei importierten fossilen Brennstoffen vermeiden. 26 der 27 MitgliedslĂ€nder sprachen sich fĂŒr das Verschieben aus, nur Spanien war nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dagegen.

In der Bundesregierung hatte es zunĂ€chst Uneinigkeit ĂŒber das Vorhaben gegeben. Bundesumweltminister Carsten Schneider bekrĂ€ftigte, an der Reduzierung der Methanemissionen festhalten zu wollen. Energieministerin Katherina Reiche (CDU) zeigte sich offen fĂŒr mehr FlexibilitĂ€t. Man habe sich entschlossen zuzustimmen, auch wenn es nicht sein "allererster Wunsch" gewesen sei, sagte Schneider nun.

Einige Regeln gibt es schon

Schon seit 2024 sind in der EU Regeln in Kraft, die die Methan-Emissionen des Energiesektors senken sollen. So mĂŒssen Betreiber von Öl- und Gasanlagen regelmĂ€ĂŸig nach grĂ¶ĂŸeren Methanlecks suchen und diese reparieren. Außerdem ist in den Anlagen das LĂŒften oder Abfackeln, wobei Methan in die AtmosphĂ€re freigesetzt wird, unter bestimmten UmstĂ€nden verboten.

Eigentlich mĂŒssen Unternehmen ab 1. Januar 2027 fĂŒr bestimmte LiefervertrĂ€ge auch nachweisen, dass der Produzent im Herkunftsland seine Methan-Emissionen mindestens so sorgfĂ€ltig ĂŒberwacht und dokumentiert, wie die EU es von ihren eigenen Unternehmen verlangt. Diese Pflicht könnte nun erst spĂ€ter greifen - dafĂŒr mĂŒssen sich die LĂ€nder noch mit den EU-Abgeordneten verstĂ€ndigen.

Außerdem sprechen sich die EU-LĂ€nder fĂŒr eine ÜberprĂŒfungsklausel aus. Sollten bis Ende September nĂ€chsten Jahres bestimmte Bedingungen nicht erfĂŒllt sein, könnte weiter verschoben werden.

Das Parlament sprach sich jĂŒngst mehrheitlich dafĂŒr aus, die Regeln fĂŒr importierte fossile Brennstoffe erst ab Mai 2031 anzuwenden - gut drei Jahre spĂ€ter als bisher vorgesehen. Damit gehen sie ĂŒber den Vorschlag der EU-Kommission hinaus, die die Pflicht auch um ein Jahr verschieben will.

SchÀdliches Treibhausgas

Methan ist dem Umweltbundesamt zufolge nach Kohlendioxid das Treibhausgas mit der zweitgrĂ¶ĂŸten Bedeutung und fĂŒr KlimaerwĂ€rmung und Luftverschmutzung verantwortlich. Es bleibt zwar kĂŒrzer in der AtmosphĂ€re, ist dafĂŒr aber schĂ€dlicher als CO2. Methan entsteht in der Landwirtschaft, auf MĂŒlldeponien sowie in der Öl- und Gasindustrie.

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