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Fresenius baut GeschÀft mit Nachahmer-Medikamenten aus

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 11:01 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Gesundheitskonzern Fresenius DE000FRE5EN2 baut mit einer Entwicklungsvereinbarung mit dem chinesischen Auftragsforscher und -fertiger WuXi Biologics seine Pipeline von Nachahmermedikamenten deutlich aus.

Fresenius erhalte einen exklusiven Zugang zu bis zu 37 potenziellen Biosimilar-Kandidaten, teilte der Dax-Konzern am Montag in Bad Homburg mit.

Das Fresenius-Portfolio könne von heute 29 vermarkteten und in der Pipeline befindlichen MolekĂŒlen auf bis zu 66 im kommenden Jahrzehnt erweitert werden. Nach eigenen Angaben ist die Vereinbarung der bislang grĂ¶ĂŸte Vertrag dieser Art in der Branche. Bei dem Konzern zĂ€hlen Nachahmer-PrĂ€parate zu den Wachstumstreibern.

An der Börse kam die Nachricht von der Partnerschaft gut an. Die Aktie legte am Vormittag um rund drei Prozent zu und erreichte mit 49,23 Euro zwischenzeitlich den höchsten Stand seit Anfang MÀrz. Seit dem Jahreswechsel steht damit nun ein kleines Kursplus zu Buche.

"Mit der heute geschlossenen Vereinbarung stĂ€rken wir unser Engagement im Biopharma-GeschĂ€ft und sichern uns EntwicklungskapazitĂ€ten in einem Markt, in dem Geschwindigkeit und GrĂ¶ĂŸe entscheidend sind", sagte Unternehmenschef Michael Sen. Zusammen mit der vollstĂ€ndigen Übernahme von mAbxience schaffe dies die Basis fĂŒr weiteres Biopharma-Wachstum weit ĂŒber 2030 hinaus. Im Dezember hatte Fresenius hier als Ziel ausgegeben, den Umsatz mit Biopharma 2030 im Vergleich zu 2025 zu verdoppeln und eine Ebit-Marge von rund 20 Prozent zu erzielen.

Fresenius behĂ€lt die weltweiten Vermarktungsrechte fĂŒr die kĂŒnftigen Produkte, zahlt WuXi aber fĂŒr die Entwicklungsarbeit. "Die Zahlungen hĂ€ngen vom Fortschritt der jeweils einzelnen Entwicklungsprogramme ab", erlĂ€uterte Unternehmenschef Sen in einer Onlinekonferenz mit Journalisten. Anders als bei einer klassischen Einlizenzierung kaufe Fresenius kein bereits entwickeltes Produkt gegen eine hohe Vorabzahlung und spĂ€tere Meilenstein- oder Lizenzzahlungen. "Wir entscheiden selbst, welche und wie viele Biosimilar-Kandidaten entwickelt werden", betonte der Manager.

Mit dem Fortschritt ausgewĂ€hlter Kandidaten steigen erst einmal die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen von Biopharma. Das werde die ProfitabilitĂ€t wĂ€hrend der Entwicklungsphase belasten, bevor die Produkte dann zu Umsatz- und Ergebniswachstum beitrĂŒgen, teilte Fresenius weiter mit.

"Wir rechnen mit den ersten MolekĂŒlen aus dieser Partnerschaft Anfang der 30iger Jahre, die im Markt vermarktet werden können", erklĂ€rte der Fresenius-Chef.

Biosimilars sind Nachahmer-PrÀparate biotechnologisch hergestellter Arzneimittel, deren Patente abgelaufen sind. Sie sollen vor allem die Gesundheitskosten senken. Entsprechend umkÀmpft ist der Markt, in dem Geschwindigkeit bei der Zulassung entscheidend ist.

"Der Deal mit WiXi Biologics ist strategisch sehr bedeutsam", kommentierte Markus Manns, Portfoliomanager beim Fondsanbieter Union Investment. "Fresenius verstĂ€rkt damit seine Biosimilar-Pipeline und positioniert sich ab 2030 neben Sandoz CH1243598427 als einer der fĂŒhrenden Biosimilar-Anbieter." Investoren sĂ€hen wegen der PatentablĂ€ufe fĂŒr viele Biotech-Medikamente ab 2028 ein "goldene Jahrzehnt" bei Biosimilars anbrechen.

Fresenius setzt auf Wachstum in der Biopharmazie und will mit dem Ausbau dieses GeschĂ€fts die AbhĂ€ngigkeit vom klassischen Dialyse- und KlinikgeschĂ€ft verringern. Die Vereinbarung ergĂ€nzt eigene Forschung, Kooperationen und Einlizenzierungen. Erst zuletzt hatte Fresenius verkĂŒndet, dass der Konzern seine Biopharma-Tochter mAbxience komplett ĂŒbernimmt und fĂŒr die ĂŒbrigen Anteile von 45 Prozent bis zu 750 Millionen Euro bezahlt.

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