Gericht verhandelt ĂŒber Ausbau des Flughafens Leipzig/ Halle
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 12:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Das Fliegen ist eine der klimaschÀdlichsten und von den FolgeschÀden her gesellschaftlich teuersten Technologien", sagte der sÀchsische BUND-Chef Felix Ekardt zum Auftakt der Flughafen-Verhandlung am sÀchsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) in Bautzen.
"Zudem hÀlt man damit die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen am Weltmarkt hoch - was unter anderem die russische Aggression gegen die Ukraine und potenziell weitere europÀische Staaten finanziert. Denn der russische Staatshaushalt finanziert sich zu einem Viertel aus fossilen VerkÀufen. Damit muss endlich Schluss sein", so Ekardt. Der BUND in Sachsen und der BUND in Sachsen-Anhalt gehören zu den insgesamt zehn KlÀgern gegen den Ausbau des Airports.
Auch Privatpersonen gehören zu den KlÀgern
Seit Dienstag verhandelt das Oberverwaltungsgericht in der Sache. Konkret geht es um Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss der Landesdirektion Sachsen. Die LDS hatte im September 2024 einen mehr als 1.100 Seiten umfassenden Planfeststellungsbeschluss erlassen. Neben den BUND-LandesverbÀnden klagen vier Gewerbetreibende, drei Privatpersonen sowie die Stadt Schkeuditz, auf deren Gebiet sich wesentliche Teile des Flughafens befinden.
Der Airport Leipzig/Halle ist nach Frankfurt der zweitgröĂte Frachtflughafen Deutschlands. Seit 2008 betreibt die DHL Group DE0005552004 hier ein internationales Drehkreuz fĂŒr Expressluftfracht. Um die KapazitĂ€t zu erhöhen und Platz fĂŒr neuere, gröĂere Flugzeuge zu schaffen, soll das DHL-Vorfeld um 39 Hektar erweitert werden. Zudem sollen neue Rollwege fĂŒr Flugzeuge und auch EnteisungsflĂ€chen und BetriebsgebĂ€ude entstehen.
Gegner machen LĂ€rmschutz und Klimaschutz geltend
Das Ziel der Ausbaugegner ist es generell, die Erweiterung des Flughafens zu stoppen. Sie fĂŒrchten eine Zunahme von NachtflĂŒgen, LĂ€rm und klimaschĂ€dlichen Auswirkungen. Vor Gericht wird eine Vielzahl von Detailfragen zu FluglĂ€rm, Feinstaubbelastung sowie Klima- und Naturschutz zu klĂ€ren sein. Laut OVG machen die KlĂ€ger geltend, dass Vorgaben nicht eingehalten werden. Zudem sehen sie Auswirkungen auf das Klima nicht ausreichend geprĂŒft.
Insgesamt hat das OVG bis 17. November fĂŒnf Verhandlungstage angesetzt. Am ersten Tag sollte es um die Aspekte des LĂ€rmschutzes gehen. Wann genau der 7. Senat des OVG ein Urteil vorlegt, ist offen. Bislang hat der Ausbau des Flughafens noch nicht begonnen. Der Flughafen habe von vornherein erklĂ€rt, dass man den Ausgang der Klagen abwarten wolle, hatte Flughafen-Sprecher Uwe Schuhart erklĂ€rt.
