Infineon-Aktie: EU genehmigt 319 Millionen Euro für Villach
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 11:00 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSInfineon baut GaN-Fertigung aus
- Der Standort Villach soll zur europaweit ersten Großserienfertigung für GaN-Leistungshalbleiter auf 300-Millimeter-Wafern werden.
- Die Produktion soll Ende 2027 anlaufen, der Ausbau des Standorts bis 2034 abgeschlossen sein.
- Die EU-Kommission sieht in dem Projekt einen Beitrag zur technologischen Eigenständigkeit und Lieferkettenresilienz Europas.
Die Europäische Kommission hat am 27. Oktober 2026 eine österreichische Staatshilfe für die Modernisierung der Halbleiteranlage von Infineon Technologies Austria in Villach genehmigt. Die Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich bezifferte die Beihilfe in ihrer Mitteilung vom 29. Oktober auf 319 Millionen Euro und verwies auf die Bedeutung des Projekts für die europäische Halbleiter-Wertschöpfungskette.
Infineon will in Villach bis 2034 rund 1,1 Milliarden Euro investieren. Geplant ist nach Angaben des Unternehmens die weltweit erste Großserienfertigung von Galliumnitrid-Leistungshalbleitern auf 300-Millimeter-Wafern in Europa. Der Produktionsstart ist für Ende 2027 vorgesehen. Die Modernisierung soll bestehende Reinraumflächen nutzen und die Fertigungskapazität am österreichischen Standort erweitern.
GaN soll Produktion effizienter machen
Die EU-Kommission beschreibt das Vorhaben als europaweit neuartige Fertigung. In Villach bestehen bereits Kapazitäten für GaN-Leistungshalbleiter auf 200-Millimeter-Wafern. Der Wechsel auf 300-Millimeter-Wafer soll die Grundlage für die Großserienproduktion schaffen. GaN-Bauteile ermöglichen im Vergleich zu herkömmlichen Siliziumlösungen höhere Energieeffizienz, eine größere Leistungsdichte und schnelleres Schalten.
Die Behörde genehmigte die Beihilfe als direkte Förderung unter dem Europäischen Chip-Gesetz. Mit der Unterstützung sind Zusagen von Infineon verbunden, die Zusammenarbeit mit Start-ups, kleinen und mittleren Unternehmen sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen auszubauen. Dazu gehören auch der Zugang zu Laboren sowie Hardware- und Softwareangeboten. Die Kommission erwartet zudem einen Beitrag zur Versorgungssicherheit bei Halbleitern.
Aktie vor dem nächsten Quartalsbericht
Der Realtime-Kurs der Infineon-Aktie lag am Freitag, 30. Oktober 2026, um 10:49 Uhr bei Lang & Schwarz bei 51,85 Euro, 4,00 Prozent unter dem Xetra-Schlusskurs vom Donnerstag, 29. Oktober. Der Vergleich bezieht sich auf den vorangegangenen Xetra-Schlusskurs von 54,01 Euro.
Für Anleger verschiebt sich der Blick damit auf die Umsetzung des Investitionsplans und die Nachfrage nach energieeffizienten Leistungshalbleitern. Die angekündigte Förderung senkt den öffentlichen Finanzierungsanteil des Projekts, ersetzt aber nicht den Nachweis, dass die neue Fertigung ihre Kapazitäten mit ausreichender Nachfrage auslasten kann.
Infineon hat auf seiner Investor-Relations-Seite den 10. November 2026 als Termin für die Ergebnisse des vierten Geschäftsquartals 2026 angekündigt. Dann dürften neben dem Ausblick auch die Investitionsprioritäten und die Entwicklung der Halbleiternachfrage im Mittelpunkt stehen.
Das Marktumfeld im DAX bleibt für die Bewertung zyklischer Technologie- und Halbleiterwerte relevant.
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Infineon Technologies AG
- ISIN: DE0006231004
- Ticker: IFX.DE
- Handelsplatz: Lang & Schwarz
- Kurs: 51,85 Euro am 30.10.2026 um 10:49 Uhr
- Veränderung: 4,00 Prozent unter dem Xetra-Schlusskurs vom 29.10.2026
- Xetra-Schlusskurs: 54,01 Euro am 29.10.2026
