Intel enttÀuscht mit Prognose - Aktie bricht nachbörslich ein
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 06:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWSIntel macht zu schaffen, dass wegen des explosiven Anstiegs der Speicherpreise weniger PCs verkauft werden. Hinzu kommen Lieferketten-Probleme bei Chips fĂŒr Rechenzentren, bei denen es eine hohe Nachfrage gibt.
Intel sagte fĂŒr das laufende Vierteljahr einen Umsatz zwischen 15 und 16 Milliarden Dollar vorher. Analysten hatten eher mit 17 Milliarden Dollar gerechnet. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie verfehlte Intel mit einer Prognose von 25 US-Cent die Markterwartung von 43 Cent deutlich. Die Aktie stĂŒrzte im nachbörslichen US-Handel um knapp 23 Prozent auf 71 Dollar. Sollte das Papier auch im Haupthandel so stark fallen, wĂŒrde sie auf den tiefsten Stand seit April sinken. Ende Juni hatten die Intel-Anteile noch mehr als 140 Dollar gekostet.
Schwaches PC-GeschÀft
Intel-Finanzchef David Zinsner sagte, das Unternehmen stelle seit Wochen eine AbschwĂ€chung des GeschĂ€fts fest, weil wegen hoher Speicherpreise weniger Computer gekauft wĂŒrden. Auch mindestens ĂŒbers erste Halbjahr 2027 werde es keine Besserung geben, betonte er. Intel-Chef Lip-Bu Tan verwies darauf, dass der ganze Markt betroffen sei. Auch im gesamten kommenden Jahr wĂŒrden die Speicherpreise ein schwerwiegendes Problem bleiben. Intel rechnet fĂŒr 2027 mit einem Schrumpfen des PC-Marktes um zehn Prozent nach einem RĂŒckgang um zwölf Prozent in diesem Jahr.
Kehrseite des KI-Booms
Die Speicherpreise sind in den vergangenen Monaten wegen der hohen Nachfrage zum Ausbau von Rechenzentren fĂŒr KĂŒnstliche Intelligenz explosiv gestiegen. Intel profitiert mit seinen Prozessoren ebenfalls vom KI-Boom. Man habe aber die Nachfrage nicht ausreichend bedienen können, sagte Lip-Bu Tan. GrĂŒnde dafĂŒr waren unter anderem EngpĂ€sse bei einigen Rohstoffen sowie die zeitweise SchlieĂung einer Fabrik in Israel.
Im vergangenen Quartal legte der Umsatz im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar zu, was in etwa den Analystenerwartungen entsprach. Unterm Strich sank der Gewinn um 18 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar.
Die Intel-Aktie war in den vergangenen Monaten stark gestiegen - weil Anleger darauf setzten, dass der Konzern mit neuen Produktionsverfahren vom GeschĂ€ft mit Technik fĂŒr Rechenzentren profitieren wird. AuĂerdem versucht Lip-Bu Tan, Intel ein zusĂ€tzliches Standbein als Auftragsfertiger fĂŒr andere Chipanbieter aufzubauen. Der Konzern investiert in diesem Jahr rund 20 Milliarden Dollar in Fabriken und AusrĂŒstung. FĂŒr das kommende Jahr stellte Finanzchef Zinsner noch eine Erhöhung der Ausgaben in Aussicht.
