Kering-Aktie: Konzern erhöht Ziel für Filialschließungen
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 12:07 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSKering baut Filialnetz weiter um
- Kering schloss in den ersten neun Monaten 2026 netto 105 Geschäfte und erhöhte das Jahresziel auf mindestens 125 Schließungen.
- Gucci bleibt mit einem vergleichbaren Umsatzrückgang von 6 Prozent der wichtigste Belastungsfaktor im Konzern.
- Das Management konzentriert die Wende auf Markenbegehrlichkeit, China und effizientere Abläufe.
Kering verschärft den Umbau seines weltweiten Filialnetzes. Der französische Luxusgüterkonzern schloss in den ersten neun Monaten 2026 insgesamt 128 Geschäfte und eröffnete 23 neue Standorte. Unter dem Strich verringerte sich das direkt betriebene Netz damit um 105 Filialen. Das berichtet Yahoo Finance am Mittwoch, 4. November 2026.
Das ursprüngliche Ziel von 100 Netto-Schließungen für das Gesamtjahr hatte Kering damit bereits übertroffen. Für 2026 peilt der Konzern nun mindestens 125 Netto-Schließungen an. Zum Ende des dritten Quartals betrieb Kering 1.614 eigene Standorte. Besonders stark konzentrierte sich der Abbau auf die Region Asien-Pazifik und das Segment Fashion and Leather Goods, wobei Gucci den größten Anteil der Schließungen stellte.
Gucci bleibt zentrale Baustelle
Der Filialumbau fällt in eine Phase schwacher Geschäftsentwicklung. Kering erzielte im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von rund 3,3 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis ging der Umsatz um 1 Prozent zurück. Im Segment Fashion and Leather Goods sanken die vergleichbaren Erlöse um 3 Prozent.
Gucci belastete den Konzern dabei besonders. Die wichtigste Marke verzeichnete im dritten Quartal einen vergleichbaren Umsatzrückgang von 6 Prozent. Das direkt betriebene Einzelhandelsgeschäft einschließlich E-Commerce gab vergleichbar um 3 Prozent nach, während Großhandel und sonstige Erlöse um 3 Prozent zulegten. Kering führt die Schwäche vor allem auf eine geringere Kundenfrequenz zurück. In China und Japan war der Rückgang der Besucherzahlen besonders deutlich.
Finanzchefin Armelle Poulou erklärte, die Schließungen hätten den Umsatz im ersten Halbjahr mit einem Prozentpunkt belastet. Für das zweite Halbjahr erwartet sie einen Gegenwind von zwei Prozentpunkten, bevor mögliche Rückgewinnungen durch andere Standorte berücksichtigt werden. Zugleich verwies sie auf die laufende Optimierung des Netzes, Renovierungen und eine stärkere Ausrichtung der einzelnen Marken auf das Kundenerlebnis.
Turnaround setzt auf drei Hebel
Das Management bündelt die Erholung von Gucci und des Konzerns auf drei Schwerpunkte. Kering will die Begehrlichkeit der Marke durch neue kreative Impulse, höhere Marketinginvestitionen und eine engere Kundenbindung stärken. Hinzu kommen eine größere Eigenständigkeit der lokalen Teams in China, eine bessere Anpassung von Produkten und Kampagnen sowie eine gezieltere Auswahl der Standorte.
Als dritten Hebel nennt Kering effizientere Abläufe. Das Unternehmen will Sortimente vereinfachen, die Produktqualität verbessern, Bestände reduzieren und Kosten senken, ohne die Markenentwicklung aufzugeben. Für Anleger bleibt entscheidend, ob diese Maßnahmen die Kundenfrequenz bei Gucci stabilisieren und den Umsatzrückgang in den kommenden Quartalen bremsen können.
Der Realtime-Kurs der Kering-Aktie lag am Mittwoch, 4. November 2026, um 12:03 Uhr bei Lang & Schwarz bei 186,74 Euro.
Kering S.A.
- ISIN: FR0000121485
- Ticker: KER.PA
- Heimatbörse: Euronext Paris
- Kurs: 186,74 Euro bei Lang & Schwarz am 4. November 2026 um 12:03 Uhr
- Umsatz im dritten Quartal 2026: rund 3,3 Milliarden Euro
- Gucci-Umsatzentwicklung: minus 6 Prozent auf vergleichbarer Basis
- Filialnetz: 1.614 direkt betriebene Standorte zum Ende des dritten Quartals
Das Marktumfeld für französische Luxusgüterwerte wird vom CAC 40 geprägt.
