DiversitÀtsmanagement in der DACH-Region: strategische Zielbindung bleibt schwach
23.10.2025 - 09:14:03| Kirchhoff Consult GmbH / Schlagwort(e): Studie 23.10.2025 / 09:14 CET/CEST FĂŒr den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich. 92% der Unternehmen bewerten das Thema DiversitĂ€t als wesentlich Mehr Transparenz beim Gender Pay Gap Nur 41% der Unternehmen knĂŒpfen DiversitĂ€tsziele an die VorstandsvergĂŒtung Es fehlen belastbare Kennzahlen fĂŒr DiversitĂ€t Weniger Bekenntnisse zu âDiversitĂ€t als Bereicherungâ Hamburg, 22. Oktober 2025: Das Thema DiversitĂ€t hat in der Nachhaltigkeitsberichterstattung zum GeschĂ€ftsjahr 2024 weiter an Bedeutung gewonnen: Fast alle Konzerne in der DACH-Region (92 %) bewerten DiversitĂ€t inzwischen als wesentliches Thema. Im Vorjahr gaben 82,5 % der Unternehmen an, DiversitĂ€t im Rahmen ihrer Wesentlichkeitsanalyse als wesentliches Thema identifiziert zu haben. AuĂerdem ist eine zunehmende Integration von DiversitĂ€t in Organisationsstrukturen zu beobachten. Zu diesem Ergebnis kommt die zweite Teilstudie der Hamburger Kommunikations- und Strategieberatung fĂŒr Finanzkommunikation und Nachhaltigkeit Kirchhoff Consult zur nichtfinanziellen Berichterstattung, die speziell das Thema DiversitĂ€tsmanagement der in den Top-Indizes DAX40, ATX und SMI gelisteten Konzerne in den Blick nimmt. Mehr Transparenz â vor allem beim Gender Pay Gap und Beschwerdemanagement Besonders deutlich werden Fortschritte im DiversitĂ€tsmanagement bei der Offenlegung des Gender Pay Gaps: 68 % der Unternehmen berichten ĂŒber geschlechtsspezifische VergĂŒtungsunterschiede â mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr (29 %). Der durchschnittliche unbereinigte Gender Pay Gap betrĂ€gt 13 %, der bereinigte 4 %. Damit zeigt sich, dass Transparenz zunimmt â vor allem in den Unternehmen des ATX, wo sogar 85 % entsprechende Angaben machen. Damit liegen sie sowohl vor den DAX40 (68 %) als auch den SMI (30 %). Auch bei dem Ausbau des Beschwerdemanagement in den Unternehmen sind Verbesserungen ersichtlich: Mittlerweile geben mehr als drei Viertel der betrachteten Unternehmen (76 %) an, ĂŒber eine eigene Meldesystemkategorie fĂŒr DiskriminierungsvorfĂ€lle zu verfĂŒgen, was eine erhebliche Steigerung gegenĂŒber dem Vorjahr (48 %) ist. DiversitĂ€tsbegriff bislang konzentriert auf die Dimension âGeschlechtâ Bei der Betrachtung der DiversitĂ€tsdimensionen zeigt die Untersuchung ein deutliches Muster: Die Unternehmen der DACH-Region konzentrieren sich nach wie vor stark auf die Kategorie Geschlecht. Alle 78 untersuchten Unternehmen fĂŒhren sie als Bestandteil ihres DiversitĂ€tsverstĂ€ndnisses an, 92 % benennen dazu konkrete MaĂnahmen und 83 % auch messbare Ziele. Damit bleibt die Gleichstellung der Geschlechter die am stĂ€rksten operationalisierte Dimension in der Unternehmenspraxis. Weitere DiversitĂ€tsaspekte wie Inklusion oder ethnische Herkunft flieĂen zwar vermehrt in die Berichterstattung ein, spielen aber weiterhin nur eine relativ geringe Rolle. DiversitĂ€t selten mit Unternehmenszielen verknĂŒpft In den untersuchten Berichten adressieren 79 % der Konzerne DiversitĂ€t durch eine spezifische Verantwortungszuweisung, 60 % steuern DiversitĂ€t auf verschiedenster Organisationsebene ĂŒber ein Konzept bzw. eine Richtlinie. Dies zeigt eine zunehmende Integration von DiversitĂ€t in die Organisationsstrukturen. In seiner Umsetzung bleibt DiversitĂ€t dennoch oft unverbindlich â insbesondere bei der Definition konkreter DiversitĂ€tsziele und deren VerknĂŒpfung mit der VergĂŒtung von Vorstandsmitgliedern. 41 % beziehen DiversitĂ€tsziele in die variable VorstandsvergĂŒtung ein. Hier zeigen sich im Indexvergleich Unterschiede: WĂ€hrend im DAX40 47 % der Unternehmen die variable VergĂŒtung ihrer VorstĂ€nde explizit an DiversitĂ€tsziele koppeln, sind es im österreichischen ATX 40 % und im Schweizer SMI lediglich 30 % der analysierten Unternehmen. Mit 83 % verankert die ĂŒberwiegende Mehrheit der analysierten Unternehmen DiversitĂ€t in ihrer ESG-Strategie, nach 96 % Vorjahr. Besonders deutlich zeigt sich dieser RĂŒckgang in Ăsterreich und der Schweiz: WĂ€hrend im DAX40 weiterhin 92 % der Unternehmen DiversitĂ€t fest in ihre strategische Ausrichtung einbinden und damit das hohe Vorjahresniveau halten, liegt der Anteil im ATX nur noch bei 80 % â ein Minus von 15 Prozentpunkten. Noch stĂ€rker fĂ€llt der RĂŒckgang im SMI, wo nur 70 % der Unternehmen das Thema in ihrer Unternehmensstrategie berĂŒcksichtigen, was einem RĂŒckgang um 30 Prozentpunkte entspricht. Ohne klare Indikatoren keine Steuerung von DiversitĂ€t Die EinfĂŒhrung der CSRD hat die Ăbersetzung von ESG-Themen in ĂŒberprĂŒfbare, steuerbare Indikatoren beschleunigt und zeigt bereits positive Wirkung. Doch den Erfolg ihrer DiversitĂ€tsmaĂnahmen messen Unternehmen noch zu selten etwa durch Indikatoren zur Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen. âUm den strategischen und wirtschaftlichen Vorteil einer vielfĂ€ltigen Belegschaft zu belegen, wird es entscheidend sein, nicht nur InputgröĂen zu erfassen, sondern auch belastbare Kennzahlen zu etablieren, die Wirkung und Fortschritt messbar machen. Nur wer DiversitĂ€t mit klaren Zielen und messbaren Indikatoren verbindet, kann die Potenziale vielfĂ€ltiger Belegschaften langfristig erschlieĂen,â folgert Jela Bölts, Consultant ESG/Sustainability bei Kirchhoff Consult und Mitautorin der Studie. Welche Auswirkungen hat der Politikwandel in den USA? Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen: Das DiversitĂ€tsmanagement in der DACH-Region ist reifer und strukturierter geworden. Gleichzeitig hat sich die TonalitĂ€t der Berichterstattung verĂ€ndert. So ist die Quote der Konzerne, die DiversitĂ€t als Bereicherung darstellt, im Vergleich zum Vorjahr von 97,5 % auf 79 % gesunken. DafĂŒr kann es verschiedene GrĂŒnde geben. Auch wenn nur wenige Unternehmen selbst unmittelbar betroffen sind, ist zu erwarten, dass der Politikwandel in den USA, der sich gegen Initiativen fĂŒr mehr DiversitĂ€t und Inklusion in Unternehmen richtet, einen Einfluss auf das DiversitĂ€tsmanagement in der DACH-Region hat. âEs scheint, als hĂ€tten viele Unternehmen entschieden, das Thema DiversitĂ€t weniger offensiv zu kommunizieren, die Relevanz von DiversitĂ€t aber nicht in Frage zu stellen und DEI-Programme weiter fortzufĂŒhren,â so Bölts zur Einordnung der Ergebnisse. Neben einem kulturellen Wandel haben aber auch regulatorische Anforderungen Einfluss auf Art und Umfang der Berichterstattung: Die EinfĂŒhrung der ESRS hat zu mehr Standardisierung von Informationen und damit zu weniger ausfĂŒhrlichen Beschreibungen gefĂŒhrt. Verschiedene Parameter, die eigene Belegschaft betreffend â etwa DiskriminierungsvorfĂ€lle oder den Gender Pay Gap â sind mittlerweile fĂŒr viele Unternehmen Pflichtangaben. Studienserie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung in der DACH-Region Die vorliegende Studie âDiversitĂ€tsmanagement in der DACH-Region: zwischen kulturellem Wandel und Symbolik â ist Teil einer Studienserie der Kirchhoff Consult GmbH, die die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Aktiengesellschaften der deutschen, österreichischen und Schweizer Top-Indizes (DAX 40, ATX und SMI) untersucht. Als Datengrundlage dienen die GeschĂ€fts- und Nachhaltigkeitsberichte der 80 Leitindex-Unternehmen, die bis zum Stichtag des 31. MĂ€rz 2025 veröffentlicht wurden. Die Studie untersucht, wie die gröĂten Aktiengesellschaften der DACH-Region DiversitĂ€t in ihren Unternehmensstrukturen verankern und welche MaĂnahmen sie ergreifen, um eine inklusive Unternehmenskultur zu fördern. DarĂŒber hinaus beleuchtet die Studie verschiedene Merkmale des Umgangs mit DiversitĂ€t, wie dem Gender Pay Gap, oder die organisatorische Verankerung innerhalb der Unternehmen. Alle Ergebnisse dieser Untersuchung finden Sie hier in der vollstĂ€ndigen Studie âDiversitĂ€tsmanagement in der DACH-Region: zwischen kulturellem Wandel und Symbolik â. Ăber Kirchhoff Kirchhoff Consult ist mit rund 70 Mitarbeitenden eine fĂŒhrende Kommunikations- und Strategieberatung fĂŒr Finanzkommunikation und ESG im deutschsprachigen Raum. Seit ĂŒber 30 Jahren berĂ€t Kirchhoff Kunden in allen Fragen der Finanz- und Unternehmenskommunikation, bei GeschĂ€fts- und Nachhaltigkeitsberichten, beim Börsengang, im Bereich der Investor Relations sowie der ESG- und Nachhaltigkeitskommunikation. âDesigning Sustainable Valueâ: Kirchhoff verbindet inhaltliche Kompetenz mit exzellentem Design und schafft damit nachhaltig Werte. Kirchhoff Consult ist Mitglied im TEAM FARNER, einer europĂ€ischen Allianz von partnergefĂŒhrten Agenturen. Gemeinsames Ziel: Aufbau des europĂ€ischen MarktfĂŒhrers fĂŒr integrierte Kommunikationsberatung. Erfahren Sie mehr auf: kirchhoff.de Presseanfragen Corporate Communications Kirchhoff Consult Janina Schumann BorselstraĂe 20 22765 Hamburg T +49 173 233 52 98 [email protected] 23.10.2025 CET/CEST Veröffentlichung einer Corporate News/Finanznachricht, ĂŒbermittelt durch EQS News - ein Service der EQS Group. FĂŒr den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich. 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